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US-Börsenaufsicht zieht bei TokenLot den Stecker

Quelle: shutterstock, PR

US-Börsenaufsicht zieht bei TokenLot den Stecker

Die oberste Börsenaufsichtsbehörde der USA zog am 11. September beim „ICO Superstore“ TokenLot den Schlussstrich. Die beiden Eigentümer des Unternehmens aus Michigan hatten es unterlassen, sich ordnungsgemäß als Broker anzumelden. Alleine von Juli 2017 bis Februar 2018 gingen bei TokenLot.com mehr als 6.000 Bestellungen ein. Die beiden Geschäftsführer müssen nun jeweils 45.000 US-Dollar Strafe zahlen.

Die United States Securities and Exchange Commission (SEC) hat laut Pressemitteilung erstmals seit der aktuellen ICO-Regulierung eine Strafe gegen einen Anbieter von Kryptoprodukten verhängt. Seit der Veröffentlichung des „DAO Reports“ in 2017 müssen die Anbieter der meisten Token zwingend die Broker-Lizenz erwerben. Die beiden Eigentümer der TokenLot LLC, Lenny Kugel und Eli L. Lewitt, hatten dies jedoch nicht getan.

TokenLot: die „unglaubliche Reise“ ist vorüber

Das Unternehmen mit Sitz in Michigan handelte für seine Kunden mit 200 verschiedenen Token. Aufgrund der großen Auswahl an Token aus unzähligen ICOs (Initial Coin Offerings) bezeichnete es sich selbst vollmundig als „ICO Superstore“. Doch damit ist es jetzt vorbei. Die Macher bedanken sich auf ihrer Webseite bei allen Investoren. Man habe im Verlauf der letzten Monate gemeinsam eine „unglaubliche Reise“ unternommen, heißt es dort.

Die ehemaligen Geschäftsführer Kugel und Lewitt stimmten zu, jeweils 45.000 US-Dollar Strafe zu zahlen. Dazu kommen weitere Zahlungen an die SEC in Höhe von insgesamt umgerechnet rund 409.000 Euro (478.929 US-Dollar). Dies sind unrechtmäßig erzielte Gewinne nebst Zinsen, die man nun zurückerstatten muss.

SEC: Strafe noch verhältnismäßig gering ausgefallen

Nach Aussage der SEC seien die Strafen derart milde ausgefallen, weil sich die beiden Inhaber kooperativ zeigten. TokenLot habe alle wichtigen Informationen preisgegeben, den Handel sofort eingestellt und die eingelegten Gelder an die Investoren zurückgezahlt. Laut Steven Peikin, dem stellvertretenden Direktor der Vollzugsabteilung der SEC, hätte sich eine mangelnde Kooperationsbereitschaft der Geschäftsführer negativ auf das Strafmaß ausgewirkt.

Diese Schließung wird innerhalb der USA sicher nicht die letzte ihrer Art sein. Ein Vollstreckungsbeamter der SEC gab im Mai gegenüber den Kongressmitgliedern zu Protokoll, dass derzeit „dutzende Untersuchungen“ gegen Krypto-Anbieter laufen sollen. Insbesondere der Verkauf von Token sei anfällig für Betrug. Bei den meisten ICOs sehe die Behörde die Token als Wertpapiere an. Wer diese öffentlich anbieten oder damit handeln will, wird folglich dazu gezwungen, eine Broker-Lizenz erwerben.

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