US-Präsidentschaftswahl Trump hetzt gegen Briefwahl: US-Post kontert mit Blockchain-Patent

Anton Livshits

von Anton Livshits

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Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

Profilaufnahme von US-Präsident Donald J. Trump

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Die Präsidentschaftswahl in den USA wird momentan von Debatten um mögliche Manipulationen überschattet. Donald Trump nahm dabei die Briefwahl und die US-Amerikanische Post unter Beschuss. Diese arbeitet indes seit geraumer Zeit an einem Blockchain-System, um Betrügereien bei der Briefwahl vorzubeugen.

Die US-Präsidentschaftswahl steht im Jahr 2020 ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Folglich ist davon auszugehen, dass sich dieses Mal deutlich mehr Menschen für eine Abstimmung über den Postweg entscheiden. Ob diese Entwicklung dem demokratischen Herausforderer Joe Biden nutzt, bleibt zwar unklar, dennoch macht US-Präsident Donald Trump massiv Stimmung gegen die Briefwahl und die zuständige Bundespostbehörde. Nun wurde ein Patent publik, mit dem die US-Post ein Blockchain-basiertes System für Briefwahlen anstrebt.


Forbes berichtet, dass das US-Patentamt das Blockchain–Patent am 13. August für die Öffentlichkeit freigab. Der United States Postal Service (USPS) reichte es indes bereits am 2. Februar ein. Darin heißt es:

Ein Wahlsystem, das die Sicherheit der Blockchain und der Post nutzen kann, um ein zuverlässiges Wahlsystem bereitzustellen. Ein registrierter Wähler erhält per Post einen computerlesbaren Code und bestätigt bei einer Wahl seine Identität und die Richtigkeit der Stimmzettelinformationen. Das System trennt Wähleridentifikation und Stimmabgabe, um die Anonymität der Wahl zu gewährleisten, und speichert die Stimmen in einer Blockchain auf einem distributed ledger.

Dass die im Patent im Detail beschriebene Blockchain-Lösung bereits im November zum Einsatz kommt, kann wohl ausgeschlossen werden. Das Datum der Veröffentlichung des Patentantrags scheint hingegen alles andere als zufällig. Die Post machte hierzu keine Angaben gegenüber Forbes.

Die Blockchain und die Demokratie

Ein derartiges System könnte dennoch dazu beitragen, die von Trump vorgebrachten Bedenken zu zerstreuen. Wenn die Wähler ihre Identität über die Blockchain bestätigen, kann die doppelte Stimmabgabe ausgeschlossen werden. Eine sofortige Übermittlung der Stimmen schließt ebenfalls eine nachträgliche Manipulation aus. Die Verfasser des Patents schreiben hierzu:

In einigen Ausführungsformen ermöglicht eine Blockchain die Verfolgung der verschiedenen Arten von notwendigen Daten auf sichere Art und Weise und ermöglicht es anderen, leicht zu bestätigen, dass die Daten nicht verändert wurden.

Die US-Post interessiert sich spätestens seit dem Jahr 2016 für die Blockchain. Neben Identitätsdiensten besprach ein diesbezüglicher Bericht ebenfalls Anwendungen im Management von Lieferketten, Finanzen und Geräten.

Weiterhin sieht es so aus, als ob die Corona-Krise der Ausweitung von Blockchain-Wahlen in den Vereinigten Staaten zu Gute kommt. Parteitage der Republikaner in mehreren US-Bundesstaaten griffen etwa auf die Technologie zurück, um ihre Delegierten für den in kürze anstehenden Nominierungsparteitag auszuwählen. In einem Memo vom Mai diskutierten Mitarbeiter eines Unterausschusses des US-Senats ebenfalls die Blockchain als technische Grundlage für kontaktlose Abstimmungen.

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