Tim Draper: Bitcoin knackt die 250.000 US-Dollar

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Der Bitcoin-Kurs bewegt sich seit Wochen im Seitwärtsgang. Trotzdem halten Perma-Bullen wie Tom Lee hartnäckig an ihren Prognosen à la „BTC bei (astronomische Zahl einfügen)“ fest – nur der Zeitraum, in welchem die Reise „to the Moon“ stattfinden soll, wird sukzessive nach hinten verschoben. Tim Draper, der Milliarden schwere Wagniskapital-Unternehmer, peilt für seine bullishe Bitcoin-Prognose das Jahr 2022 an. Draper sieht den Kurs der größten Kryptowährung in vier Jahren bei 250.000 US-Dollar. 


Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

Tim Draper hat auf dem Crypto Invest Summit in Las Vegas seinem Ruf als Bitcoin-Bulle alle Ehre gemacht. Der Investor prophezeit bis zum Jahr 2022 einen Bitcoin-Kurs von 250.000 US-Dollar sowie eine potenzielle Transformation dessen, was man heute unter „Regierung“ versteht. Damit bekräftigt Draper seine Prognose, die er bereits im April dieses Jahres aufstellte. Drapers Einschätzung scheint jedoch mehr auf Prinzipien, Idealismus und Eigeninteresse zu fußen, als auf einer fundierten wirtschaftlichen Analyse. Als er in Las Vegas nach einer Kursvorhersage für Bitcoin gefragt wurde, antwortete Draper:

„Ich mache nur eine Prognose auf einmal. Meine Vorhersage war: Bitcoin ist im Jahr 2022 bei 250.000 US-Dollar.“

Folgt man Draper, wird die Marktkapitalisierung von Bitcoin & Co. zu diesem Zeitpunkt 10 Billionen US-Dollar betragen – 4 Billionen US-Dollar alleine für den BTC. Im Vergleich zu Fiatwährungen sei das noch eine geringe Summe, meint Draper:

„Im Moment gibt es 86 Billionen US-Dollar an politischer Währung. Sie nennen es ‚Fiat’-Währung, aber es ist politisch. Und ich glaube, dass diese Währung langsam von einer besseren Währung aufgezehrt wird, die global, dezentral und reibungslos ist. […] Bitcoin ist eine bessere Währung. Und ich denke, Bitcoin wird eine von fünf [Kryptowährungen] sein.“

Draper: Bitcoin-Wal und -Bulle mit anarchistischen Tendenzen

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Ferner werde die fortschreitende Verbreitung transformativer Technologien wie Künstliche Intelligenz und Smart Contracts Bürokraten langfristig arbeitslos machen:

„Und dann können Sie intelligente Verträge erstellen, sodass alle diese Verträge in die Cloud integriert werden, sodass das, was in einem Vertrag passieren soll, geschieht. Und dann hast du all die großen Daten. Sie haben die Möglichkeit, diese Daten zu übernehmen, sie mit künstlicher Intelligenz zu ergänzen und Entscheidungen zu treffen. Denke darüber nach, was ein Bürokrat tut. Sie können den Bürokraten durch Künstliche Intelligenz, einen Smart Contract und die Blockchain ersetzen.”

Das Gesundheitssystem und die Regierung seien zwei Bereiche, die besonders von der Transformation durch Blockchain & Co. betroffen werden. Generell sei Regierungsarbeit eine „virtuelle“ Angelegenheit, die an ein Stück Land gekoppelt sei. So könnten Leistungen wie das Gesundheits- und das Sozialwesen auch unabhängig von einer Regierung vollzogen werden. Und zwar in einem „ehrlichen Wettbewerb“ – eine Ansicht, die sich auch Krypto-Anarchisten gerne zu eigen machen.

Sollten Drapers Vorhersagen eintreffen, was jedem BTC-Hodler freilich gegönnt sei, wäre der Milliardär selbst einer der größten Profiteure. Schließlich beteiligte sich Draper 2014 an der Versteigerung von Bitcoin, die im Rahmen der Silk-Road-Razzia vom FBI sichergestellt wurden. Draper erwarb satte 30.000 BTC zu einem Kurs von rund 600 US-Dollar pro BTC. Draper ist damit nicht nur Bulle, sondern auch ein Bitcoin-Wal. Ein Schelm, wer dem Milliardär mit anarchistischen Tendenzen Eigeninteresse bei seiner Bitcoin-Utopie unterstellt.

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