Börsenaufsicht Telegram: SEC-Kommissarin Hester Peirce geht auf Distanz

Christian Stede

von Christian Stede

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Christian Stede

Christian ist freiberuflicher Journalist. Er ist davon überzeugt, dass die Blockchain-Technologie ein noch ungeahntes Umweltschutz- und Nachhaltigkeitspotenzial bietet.

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ein papierflieger der aussieht wie das symbol des telegram-messanger auf blauem hintergrund
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Anlässlich der Blockchain Week in Singapur äußert sich die Kommissarin der US-Börsenaufsicht SEC Hester Peirce zum Verhältnis der Behörde zu Bitcoin & Co.. Es geht unter anderem um den Fall Telegram.

Update am 23. Juli: Telegram wurde ursprünglich als “russisch” bezeichnet, was nicht korrekt ist. Tatsächlich wurde Telegram von Menschen geschaffen, die Russland verlassen mussten. Aktueller Sitz ist in Dubai. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.


Anlässlich der Blockchain Week in Singapur hat die Kommissarin der US-Börsenaufsicht SEC Hester Peirce eine aufsehenerregende Rede gehalten. Im Fokus steht darin das Verhalten der SEC in Bezug auf Probleme mit Kryptowährungen. Darin teilt sie mit, dass sie mit der Durchsetzungsmaßnahme im Falle des Messenger-Dienstes Telegram und der späteren Einigung „von Anfang an“ nicht einverstanden gewesen sei. Nach langem Hin und Her musste Telegram eine Strafe in Höhe von 18,5 Millionen US-Dollar zahlen. 

Peirce nennt diese Strafe aber unproduktiv. Die Kommissarin lobt in ihrer Rede sogar das operative Netzwerk von Telegram. In der ersten Phase habe der Messenger-Dienst alles unternommen, um „die Wertpapiergesetze des Bundes einzuhalten, um Spenden für den Aufbau dieses Netzwerks zu sammeln und arbeitete intensiv mit den Mitarbeitern der SEC zusammen.“

Der Rechtsstreit zwischen der Regulierungsbehörde und Telegram begann bereits im vergangenen Oktober, als die SEC den Verkauf von Token in Höhe von 1,7 Milliarden US-Dollar auf der Telegram-Plattform unter die Lupe genommen hatte. Mit dem Verkauf wollte Telegram die TON Blockchain-Initiative finanzieren. Laut Peirce war das Angebot von Telegram zweistufig. Erst wurde Geld eingenommen, indem Telegram Anteile am Token verkauft hatte. Diese Grams sollten Investoren später beim Start des Projekts ausgezahlt werden. Peirce sagte, Telegram habe sich bei der Ausführung dieses privaten Angebots auf die Ausnahmeregel 506 (c) gestützt. Daran gebe es zunächst einmal nichts auszusetzen.

Rechtsstreit mit Telegram zog sich lange hin

Allerdings seien die Probleme dann bei der geplanten zweiten Phase aufgetreten. Nach der Auslieferung der Token Grams an die Anleger könnten diese dann die Grams unter bestimmten zuvor vereinbarten Sperrbeschränkungen weiterverkaufen. Diese Transaktionen sollten laut Telegram mittels einer digitalen Währung ablaufen, die zum Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen in der funktionalen TON Blockchain verwendet werden könnte. Mit zunehmenden Netzwerkeffekten würde der Wert dieser digitalen Währung natürlich steigen. 

Dies wollte die SEC in den Worten Peirces nicht zulassen. Nach deren Urteil war die gesamte Reihenfolge – der Kauf von Grams, deren Lieferung durch Telegram beim Start der TON-Blockchain und deren Weiterverkauf – nur eine einzige Transaktion. Damit würden es sich um einen Investmentvertrag nach den Wertpapiergesetzen handeln. Peirce kritisiert, dass diese Auffassung den Unterschied zwischen Investmentvertrag und Token ignoriere.

Es geschieht nicht zum ersten Mal, dass Peirce auf Distanz zu Entscheidungen der SEC geht und sich für Blockchain-Projekte stark macht. Im Februar äußerte sie Unverständnis für die erneute Ablehnung der SEC eines börsengehandelten Bitcoin-Fonds. In ihren Ausführungen kritisierte Peirce die sich ständig ändernden Standards der SEC in Bezug auf Projekte für digitale Vermögenswerte.

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