Tari – ein dezentralisiertes Asset-Protokoll auf Monero

Alex Roos

von Alex Roos

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Alex Roos

Alex Roos absolvierte einen B.Sc. in "Management, Philosophy & Economics" an der Frankfurt School of Finance & Management und schrieb seine Bachelorarbeit über die "Anwendungsfelder und Adaption der Blockchain Technologie". Ihn begeistern vor allem "pure" Kryptowährungen wie Bitcoin und Monero.

Quelle: Decentralized finance banking social media data distribution concept. People with smartphones and blockchain graph idea via Shutterstock

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Auf Reddit verkündete einer der Monero Stewards, Ricardo Spagni aka. Fluffypony, ein neues Projekt: Tari. Was verbirgt sich hinter dem Namen und was soll ein dezentralisiertes Asset-Protokoll überhaupt sein?

Tari ist der Name für ein dezentralisiertes Asset-Protokoll auf der Monero-Blockchain. Am besten lässt sich das Vorhaben mit Blick auf den größeren Bruder Bitcoin, erklären. Auf Bitcoin gibt es ein ähnliches Protokoll, nämlich CounterParty. CounterParty ist ein Protokoll, das auf Bitcoin aufbaut und gewisse Attribute erbt. Mit CounterParty können viele Funktionen zu dem Ökosystem hinzugefügt werden, beispielsweise programmierbare Smart Contracts, Wetten, Tickets und Coupons, Derivate, Token Controlled Assets und vieles mehr. Tari wird also das „CounterParty von Monero“.

Wie man das Projekt großziehen möchte


Fluffypony beschreibt in seinem Reddit-Eintrag, dass Tari selbst mit den gleichen Prinzipien aufgebaut wird wie Monero. Besser gesagt, es wird keine ICOs geben und das Projekt soll so dezentral wie möglich sein (auch wenn die Anfangsphase voraussichtlich vergleichsweise zentralisiert abläuft). Fluffypony selbst will sich Tari widmen und übergab viele seiner Funktionen bereits an andere Mitwirkende aus dem Monero-Projekt. Die CEO-Position der Web Wallet MyMonero gab Spagni an Paul Shapiro, die CEO-Position in GloBee reichte Spagni an Felix Honigwachs weiter. Selbst seine Rolle als Lead Maintainer der Monero CLI repo möchte Ricardo langfristig niederlegen.

Die Gründer von Tari sind Ricardo Spagni, Naveen Jain und Dan Teree.

Die Programmiersprache für Tari soll Rust sein. Mit der Wahl möchte man vor allem verhindern, dass die dringend benötigten Monero-Programmierer nicht zu Tari abwandern. Auf der anderen Seite bietet sich Rust gut für Unterfangen wie Tari an.

Das Projekt ist – genau wie Monero – vollständig Open Source. Jeder, der möchte, kann also an der Entwicklung partizipieren. Die Finanzierung kommt von Venture-Capital-Unternehmen wie unter anderem Redpoint, Trinity Ventures Canaan Partners und Slow Ventures.

Funktionen in Tari

Tari soll einen eigenen Token bekommen und als Sidechain mit demselben Proof-of-Work-Algorithmus wie Monero gemined werden. Das heißt, Miner haben die Möglichkeit, für das Minen von Monero gleichzeitig den Tari Token zu erhalten. Zudem soll es möglich sein, mit Atomic Swaps Monero und Tari zu tauschen.

Was die weiteren Funktionen Taris anbelangt, ist noch vieles ungewiss. Denkbar sind prinzipiell die gleichen Funktionen, die auch CounterParty bringt. Vor allem Tickets, Treuepunkte und In-Game-Items ließen sich durch die Technologie mit Monero verbinden.

Gerade befindet sich das Tari-Projekt noch in der Entstehung. Das heißt, es gibt noch keine Codebasis, sondern der Fokus liegt auf der Architektur des Projekts.

Die Entwickler des Tari Lab – eine Organisation mit Sitz in Johannesburg – sollen auch an einer Lighting-Network-Router-Implementierung arbeiten, die Bitcoin und Monero unterstützt. Damit kann Monero auch von den Vorteilen einer Off-Chain-Lösung profitieren.

Wie man mitmachen kann und auf dem Laufenden bleibt

Der erste Anlaufpunkt für Tari ist die eigene Website. Für Diskussionen und Neuigkeiten aller Art ist ein eigener Subreddit eingerichtet. Wer mit anderen Mitwirkenden chatten möchte, kann das entweder auf Telegram oder in IRC-Kanälen tun (#tari; #tari-dev; #tari-research).

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