Südkorea: 16 Jahre Haft für Bitcoin-Börsenchef von Coinup

Jutta Schwengsbier

von Jutta Schwengsbier

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Jutta Schwengsbier

Jutta Schwengsbier arbeitet seit rund 30 Jahren als Journalistin und berichtet aus vielen Ländern über Themen, die die Welt verändern. Auch beherrscht sie mehrere Programmiersprachen und ist im Zuge dessen auf die Blockchain-Technologie aufmerksam geworden.

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Südkoreanische Behörden versuchen schon länger, die Krypto-Szene im eigenen Land unter Kontrolle zu bekommen. Nun hat ein Gericht mit hohen Haftstrafen gegen Führungskräfte der Bitcoin-Börse Coinup ein warnendes Beispiel gesetzt.

Ein Gericht in Seoul hat acht Führungskräfte der südkoreanischen Krypto-Börse Coinup zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap News am 11. November berichtet hat, wurde der Geschäftsführer Kang Seok-Jung zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt. Andere leitende Angestellte wurden zu sechs bis elf Jahren Gefängnis verurteilt. Sie sollen gemeinsam einen 386 Millionen US-Dollar schweren Kryptowährungsbetrug organisiert zu haben.

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Laut Untersuchungsberichten habe Coinup ein Schneeballsystem aufgebaut. Anlegern wurde in einem Krypto-Investitionsprogramm eine Rendite von 200 Prozent innerhalb von 4 bis 10 Wochen versprochen. Erste Anleger erhielten dann aus später eingezahlten Kundengeldern einen fiktiven Gewinn. Die meisten anderen verloren aber ihr gesamtes eingesetztes Kapital.

Die Richter sprachen in ihrem Urteil deshalb auch von einer Mitschuld der Investoren, die sich nur von Gier und dem Traum vom schnellen Geld leiten ließen. Dadurch hätten die Investoren gegen ihre Sorgfaltspflichten verstoßen.

Die südkoreanischen Strafverfolgungsbehörden sollen die Krypto-Börse Coinup schon länger im Visier gehabt haben.

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Südkoreas Kampf gegen Krypto-Kriminelle

Bereits im Jahr 2018 hatte die südkoreanische Polizei häufig Razzien gegen südkoreanische Krypto-Börsen durchgeführt. Südkorea hat zudem den anonymen Handel mit Kryptowährungen verboten. Die Know-Your-Customer-Regeln für Börsen und Banken verpflichten die Benutzer von Bitcoin-Börsen, ein Bankkonto mit identifizierenden Informationen zu verbinden, um Geld einzuzahlen oder abzuheben.

Südkorea ist einer der größten Akteure auf dem Kryptowährungsmarkt. Im Jahr 2017 war der südkoreanische Won die vierthäufigste Fiatwährung für den Bitcoin-Handel – hinter US-Dollar, Yen und Euro. Bei Ethereum (ETH) und Bitcoin Cash (BCH) lag der Won sogar auf Platz zwei als Fiattauschwährung.

Südkoreas Regierung versucht, den schnell wachsenden Markt durch strenge Vorschriften zu regulieren. Ein ursprünglich geplantes Verbot von Initial Coin Offerings hat Südkorea dann allerdings doch nicht eingeführt. Unter bestimmten Bedingungen sind Token-Verkäufe weiter erlaubt.

Choe Heung-Sik, Gouverneurin des Financial Supervisory Service, erklärte dazu, dass Regierungsorganisationen alle legitimen Transaktionen im Kryptowährungshandel unterstützen werden. Südkorea wolle im Einklang mit dem Ziel der G20 einheitliche Regeln schaffen, die Kryptowährungen regulieren, ohne Innovation zu behindern.

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