SEC reicht Klage gegen gesetzwidrigen Token-Verkauf ein

Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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SEC HQ

Quelle: Shutterstock

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Die US-amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) versucht Ordnung in die manchmal chaotische Krypto-Welt hineinzubringen. Manch einen mag dieser Regulierungseifer stören, doch oftmals erscheint er auch gerechtfertigt. So auch in diesem Fall.

Die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) hat eine Klage gegen das Krypto-Unternehmen ICOBox und dessen Gründer Nikolay Evdokimov eingereicht.


Die Behörde wirft Evdokimov vor, mit seinem Unternehmen einen Token verkauft zu haben, den die SEC als unangemeldetes Wertpapier ansieht. Evdokimov soll zudem als nicht zugelassener Börsenmakler aufgetreten sein. Hierzu heißt es in der Anklageschrift:

Seit August 2017 beteiligten sich ICOBox und Evdokimov sowohl am nicht registrierten Verkauf von Wertpapieren über einen ICOBox-Token-Verkauf in Höhe von 14,6 Millionen US-Dollar als auch an den nicht registrierten Brokeraktivitäten im Zusammenhang mit Wertpapieren, die von Kunden von ICOBox angeboten werden, wodurch Tausende von Anlegern risikoreichen Investitionen ausgesetzt wurden, ohne die notwendigen Informationen und Schutzmaßnahmen bereitzustellen, die von den Bundeswertpapiergesetzen verlangt werden.

SEC geht gegen vermeintlichen Start-up-Inkubator vor

Nach Angaben der SEC soll ICOBox als ein Start-up-Inkubator aufgetreten sein. Evdokimovs Unternehmen bot seine Dienste an, um aufstrebenden Krypto-Start-ups zu helfen, durch Initial Coin Offerings (ICOs) an Kapital zu gelangen. Allerdings benötigte ICOBox dafür selbst Gelder. Zu diesem Zwecke führte das Unternehmen im Sommer 2017 ein erfolgreiches ICO durch. Durch den Verkauf des firmeneigenen und tatsächlich so benannten ICOS Token konnte Evdokimov dergestalt 14,6 Millionen US-Dollar einnehmen.

Hinter dem Token steckte die folgende Idee. Besitzer sollten in Zukunft in der Lage sein, ihre ICOS Token gegen die Token jener Firmen einzutauschen, die mithilfe von ICOBox ein eigenes Coin Offering starteten. Evdokimov versprach ihnen hier Rabatte von bis zu 75 Prozent. Das SEC merkt an, dass Evdokimov nachweislich wusste, dass Angebote wie die seinen von der Börsenaufsicht als Wertpapiere angesehen werden. Dennoch unternahm er keine Schritte, stattdessen verwies er auf einen nicht näher bestimmten Nutzen der Token.

Letztlich lief das Geschäft von ICOBox allerdings nicht so gut wie erhofft. Anstelle der von Evdokimov versprochenen 100 ICOs pro Monat betreute das Unternehmen insgesamt gerade mal über 30 Kunden. Als Konsequenz strich ICOBox die Möglichkeit, die eigenen ICOS Token gegen die der Kunden einzutauschen. Der Wert der Token beläuft sich somit mittlerweile auf einen Bruchteil des ursprünglichen Verkaufspreises.

Selbst mit den verhältnismäßig wenigen erfolgreich abgewickelten Kunden-ICOs konnte ICOBox ein Kapital in Höhe von 650 Millionen US-Dollar aufstellen. Die Firma verdiente dabei durch Gebühren und Erfolgsprämien. Eben deswegen sieht die SEC den Tatbestand einer nicht genehmigten Tätigkeit als Börsenmakler als gegeben an. Evdokimov und seinem Unternehmen droht nun eine beachtliche Geldstrafe.

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