Die Inflation in den USA ist auf 3,8 Prozent gestiegen und erreicht damit den höchsten Stand seit drei Jahren. Der Verbraucherpreisindex misst die Preisentwicklung von Waren und Dienstleistungen des täglichen Lebens und gilt als wichtigste Kennzahl für die Geldpolitik der US-Notenbank. Für die Märkte sind die neuen Daten ein Warnsignal, weil hohe Inflationsraten die Wahrscheinlichkeit sinkender Leitzinsen deutlich reduzieren.
Kurz nach Veröffentlichung der Zahlen gerieten die US-Futures unter Druck. Die Futures des Nasdaq 100 verlor zeitweise mehr als ein Prozent. Auch die Futures auf den S&P 500 drehten ins Minus. Anleger rechnen nun damit, dass die Federal Reserve ihre restriktive Geldpolitik länger beibehält als bislang erwartet.
Trump setzt auf neuen Fed-Chef
Sinkende Zinsen gelten an den Finanzmärkten traditionell als positiv für Risikoanlagen. Kredite werden günstiger, Kapital leichter verfügbar und Anleger weichen häufiger auf Aktien oder Kryptowährungen aus. Die neuen Inflationsdaten erschweren dieses Szenario nun erheblich.
Besonders spannend wird die Lage durch den bevorstehenden Wechsel an der Spitze der US-Notenbank. Noch in diesem Monat soll Kevin Warsh offiziell das Amt des Fed-Chefs übernehmen. Donald Trump hatte sich bereits mehrfach öffentlich für niedrigere Zinsen ausgesprochen und liefert sich seit Beginn seiner zweiten Amtszeit eine offene Fehde mit dem aktuellen Fed-Chef Jerome Powell.
Trump erhofft sich von Warsh offenbar einen deutlich lockereren geldpolitischen Kurs. Die aktuellen Inflationsdaten könnten diesen Plänen allerdings entgegenstehen. Solange die Preissteigerungen hoch bleiben, wächst innerhalb der Notenbank der Druck, die Zinsen nicht zu früh zu senken.
Bemerkenswert fiel die Reaktion am Krypto-Markt aus. Bitcoin stieg nach Veröffentlichung der Daten zunächst leicht an und notiert aktuell knapp über 80.600 US-Dollar. Damit widersetzt sich die Kryptowährung vorerst der schwachen Stimmung an den US-Aktienmärkten.
