Laut CertiK-CEO 

“Unfaires Spiel”: Darum nehmen DeFi-Hacks so stark zu

TradFi will Billionenwerte auf die Blockchain bringen. Doch KI-Angriffe, Smart-Contract-Schwachstellen und Bridge-Hacks bremsen die Adoption.

Johannes Dexl
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Eine Hand hält ein Smartphone mit dem CertiK-Logo vor einem Computerbildschirm, auf dem die Web3-Sicherheitsanalyseplattform von CertiK präsentiert wird, und betont damit ihre wichtige Rolle beim Schutz von Krypto-Vermögenswerten.

Beitragsbild: Shutterstock

| CertiK wurde 2018 von Professoren der Universitäten Yale und Columbia gegründet

Traditionelle Finanzinstitute bereiten sich darauf vor, Vermögenswerte in Billionenhöhe auf die Blockchain zu bringen. Doch Sicherheitsrisiken bremsen die DeFi-Adoption aus. Das sagt Ronghui Gu, CEO des Blockchain-Sicherheitsunternehmens CertiK. Demnach wollen Banken und andere etablierte Finanzakteure zwar die Effizienz dezentraler Netzwerke nutzen. In der Praxis schrecken sie jedoch vor den Risiken zurück. Gu verweist auf KI-gestützte Angriffe, Smart-Contract-Schwachstellen, Oracle-Manipulationen und Hacks von Cross-Chain-Bridges. Diese Bedrohungen seien einer der größten Blocker für die großflächige Migration von TradFi-Vermögen auf die Blockchain.

Der schlimmste Monat seit vier Jahren

Besonders alarmierend sei die Entwicklung im April gewesen. CertiK habe in dem Monat fast täglich Hacks registriert. Nur an drei Tagen sei kein Angriff verzeichnet worden. Gu führt den plötzlichen Anstieg vor allem auf den Einsatz von KI zurück.

Zu den größten Vorfällen zählt der Hack der Krypto-Börse Bybit im Februar 2025. Dabei wurden 1,46 Milliarden US-Dollar entwendet. Im April haben nordkoreanische Cyberkriminelle zudem Drift Protocol und Kelp Dao angegriffen. Die beiden Exploits entzogen den Lending-Pools zusammen fast 600 Millionen US-Dollar.

Hacker haben den längeren Atem

Gu beschreibt die aktuelle Lage als “unfaires Spiel” zugunsten der Angreifer. Der Grund liegt in den unterschiedlichen Ressourcen. Hacker konzentrieren sich auf Protokolle mit hohem Total Value Locked und haben einen starken finanziellen Anreiz, viel Kapital in ihre Angriffe zu stecken.

Ein einzelner Angreifer könne problemlos 10.000 bis 20.000 US-Dollar in Rechenleistung investieren, um ein Protokoll über Tage oder Wochen automatisiert nach Schwachstellen zu durchsuchen. Sicherheitsfirmen arbeiten dagegen innerhalb klarer Projektbudgets. Audits laufen oft nur über einen begrenzten Zeitraum.

Laut Gu dürfte sich dieser Trend bis Jahresende fortsetzen. KI mache Exploits schneller und effizienter. Für institutionelle Investoren bleibt DeFi damit vorerst ein Sicherheitsrisiko, das die erhoffte Onchain-Migration großer Vermögenswerte ausbremst.

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