Die Vorzugsaktie STRC von Bitcoin-Treasury-Unternehmen Strategy ist heute deutlich unter Druck geraten und zeitweise auf unter 85 US-Dollar gefallen. Der Abverkauf verstärkt die Sorge der Marktteilnehmer, dass die komplexe Finanzierung rund um Bitcoin und Vorzugsinstrumente zunehmend unter Stress gerät. Auch MSTR ist in diesem Zuge heute um über 5 Prozent gefallen.
Im Fokus steht dabei weniger ein einzelnes Ereignis als vielmehr die anhaltende Unsicherheit über die Tragfähigkeit der Struktur. Während die Aktie von Strategy stark von der Entwicklung des Bitcoin-Kurses abhängig bleibt, geraten gleichzeitig auch die verschiedenen Finanzierungsinstrumente unter Druck, da Investoren höhere Risiken in der Kapitalstruktur einpreisen.
Szenarioanalyse für Strategy
Jeff Dorman, Chief Investment Officer von Arka, sieht die Lage besonders kritisch und skizziert drei mögliche Szenarien. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent geht Dorman davon aus, dass das Unternehmen weitermacht wie bisher und jeden Monat kleinere Mengen an MSTR verkauft. Das würde die Aktie seiner Einschätzung nach weiter belasten, bis sie auf rund 0,70 mNAV fällt. Für STRC-Inhaber bliebe damit zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer, Bitcoin selbst wäre kaum betroffen. MSTR dagegen dürfte deutlich unter die Räder kommen.
Mit einer Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent hält Dorman es für möglich, dass Michael Saylor den Fehler beim Rückkauf der Schulden eingesteht, BTC im Wert von drei bis vier Milliarden US-Dollar verkauft und sich damit deutlich mehr Zeit verschafft. Für MSTR wäre das leicht positiv, für STRC positiv und für Bitcoin kurzfristig negativ, langfristig aber eher stabilisierend.
Als drittes Szenario sieht Dorman mit einer Wahrscheinlichkeit von fünf Prozent die “nukleare Option”. Strategy könnte die Dividendenzahlungen stoppen und damit in Kauf nehmen, dass die Vorzugsaktien auf 30 bis 40 Cent je Dollar fallen. Das würde dem Unternehmen zwar den Zugang zu den Kapitalmärkten weitgehend verschließen, zugleich aber das Problem der jährlichen Cash-Abflüsse von 1,7 Milliarden US-Dollar beenden und Bitcoin über mehrere Jahre die Chance auf eine Erholung geben.
Zugleich verweist Dorman darauf, dass Strategy seiner Berechnung nach weiterhin über einem mNAV von rund 1,15 gehandelt werde und damit theoretisch über dem von ihm als fair angesehenen Wert liege. Sollte sich die aktuelle Dynamik fortsetzen, hält er weitere Abgaben bei STRC und auch bei der Stammaktie für wahrscheinlich.
