- Es ist das Schreckensszenario schlechthin: Eine Entität erlangt über die Hälfte der Netzwerk-Hashrate und übernimmt so die Kontrolle über die Blockproduktion. Für Proof-of-Work-Blockchains wie Bitcoin ist das eine existenziell bedrohliche Netzwerkattacke – sofern es sich um einen böswilligen Angriff handelt.
- Vergangene Woche kam es beim Privacy Coin Monero genau zu diesem Angriff, mit Erfolg. Eine Miner-Fraktion erreichte 51 Prozent der Hashrate und wirbelte die Blockproduktion etwas durcheinander. Offenbar nur eine Art Machtdemonstration. Verantwortlich für die Attacke ist das auf KI-Anwendungen ausgerichtete Krypto-Projekt Qubic.
- Das führte die 51-Prozent-Attacke als Beweis für die Möglichkeiten eines Konsensverfahrens an, das Qubic mit Useful Proof of Work als eine Erweiterung des klassischen PoW-Verfahrens beschreibt. “Die Monero-Mining-Initiative begann als Proof-of- Concept”, so das Team.
- Ein erster Versuch sei noch “auf heftigen Widerstand” gestoßen, “darunter ein anhaltender DDoS-Angriff, den die Infrastruktur von Qubic über eine Woche lang überstand”.
- “Der letzte, erfolgreiche Vorstoß begann am 11. August mit dem Einsatz einer ausgefeilteren Selfish Mining”-Strategie. Diese technische Taktik, die sich mit etwas weniger und zeitweise mehr als 51 Prozent der gesamten Hashrate als wirksam erwies, bestand darin, dass der Qubic-Pool heimlich Blöcke minte und zurückhielt.
- “Das plötzliche Auftauchen von verwaisten Blöcken im Monero-Netzwerk in den Tagen vor dem heutigen Tag war ein deutliches Zeichen dafür, dass die Strategie von Qubic funktionierte. Sie ermöglichte es dem Qubic-Pool, einen überproportionalen Anteil an den Blockbelohnungen und letztlich den Konsens des Netzwerks zu erlangen”, beschreibt Qubic den Ablauf.
- Man habe sich dann entschlossen, “den Konsens des Protokolls vorerst nicht zu übernehmen”, heißt es weiter. Wohl auch aus Rücksicht vor möglichen Kursschwankungen.
- So ernsthaft die Folgen sein könnten – die Krypto-Börse Kraken pausierte den Handel mit Monero vorsorglich –, könnte die Qubic-Attacke auch eine positive Anreizstruktur schaffen, behauptet jedenfalls das Projekt.
- “Das Endziel ist, dass die Sicherheit des Monero-Protokolls durch die Miner von Qubic gewährleistet wird. Auf diese Weise würden die Belohnungen über die Pools von Qubic geleitet, was eine höhere Rentabilität und neue, höhere Anreize für Monero-Miner schaffen würde”, so Qubic.
- Hier dürften auch Dogecoin-Anhänger hellhörig werden. Denn das Netzwerk des ersten Memecoins wurde bereits als nächstes Opfer auserkoren, wie der Gründer von Qubic, Sergey Ivancheglo, auf X mitteilte.
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