Über 300 Millionen Euro in Krypto 

Europol und Eurojust zerschlagen Krypto-Geldwäschenetzwerk

Ermittler haben den Geldwäschedienst AudiA6 abgeschaltet. Über die Plattform wurden Hunderte Millionen Euro in Kryptowährungen gewaschen.

Moritz Draht
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Das Bild zeigt ein großes Europol-Schild vor einem modernen Bürogebäude mit Glasfassade. Das blau-weiße Logo der europäischen Polizeibehörde ist zentral im Vordergrund platziert und dominiert die Aufnahme. Im Hintergrund sind weitere Gebäudeteile sowie ein teilweise bewölkter Himmel zu erkennen.

Beitragsbild: Shutterstock

| AudiA6 soll Krypto-Geldwäsche in Millionenhöhe ermöglicht haben

Ermittlungsbehörden aus elf Ländern haben den mutmaßlichen Krypto-Geldwäschedienst AudiA6 zerschlagen. Wie Eurojust mitteilt, wurden bei einer koordinierten Aktion zwei mutmaßliche Administratoren in Georgien festgenommen. Zudem beschlagnahmten die Behörden 25 Domains, mehr als 30 Server sowie Vermögenswerte, darunter Kryptowährungen und Fahrzeuge.

Nach Angaben der europäischen Justizbehörde soll die Plattform zwischen 2022 und 2025 Kryptowährungen im Wert von mehr als 336 Millionen Euro gewaschen haben. Der Dienst richtete sich laut Ermittlern insbesondere an Cyberkriminelle, die Erlöse aus Ransomware-Angriffen und anderen Straftaten verschleiern wollten.

Kryptowährungen innerhalb einer Stunde “gereinigt”

Laut Eurojust überwiesen Kunden gestohlene Kryptowährungen an Wallets der Betreiber und erhielten innerhalb von rund einer Stunde vermeintlich “gereinigte” Gelder zurück. Die Herkunft der Vermögenswerte sei dabei durch eine Vielzahl von Transaktionen verschleiert worden. Für den Service seien Gebühren zwischen drei und zehn Prozent verlangt worden.

Die Ermittler werfen den Betreibern zudem vor, hinter dem Cybercrime-Forum “Dark2Web” zu stehen. Der Marktplatz soll weltweit zur Vermittlung illegaler Dienstleistungen genutzt worden sein.

Im Zuge der Untersuchungen identifizierten die Behörden mehr als 6.000 KYC-Datensätze, die mit sogenannten Money-Mule-Konten in Verbindung stehen sollen. Viele dieser Konten seien mit russischsprachigen Vermittlern verknüpft gewesen, die den Transfer krimineller Erträge über Krypto-Börsen ermöglicht haben sollen.

“Cyberkriminelle überwiesen gestohlene Kryptowährungen an Wallets der Gruppe und erhielten etwa eine Stunde später über ein komplexes Netzwerk von Transaktionen Gelder zurück, die die Herkunft der Vermögenswerte verschleiern sollten”, erklärt Eurojust.

An der Untersuchung waren Behörden aus den USA, Deutschland, Frankreich, Polen, Georgien, Island, Kanada, Australien, Japan, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich beteiligt. Unterstützt wurde die Operation von Eurojust und Europol.

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