"Widerspruch zum Bundesrecht" 

Elizabeth Warren warnt vor Risiken durch Bankenlizenzen von Ripple und Coinbase

Elizabeth Warren attackiert die US-Finanzaufsicht OCC für Sonderrechte von Krypto-Unternehmen. Betroffen sind Ripple, Circle und Coinbase. Unterstützung kommt von Donald Trump.

Dominic Döllel
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US-Senatorin Elizabeth Warren.

Beitragsbild: Shutterstock

| Die Demokratin schießt gegen Ripple und Co.

Die US-Senatorin Elizabeth Warren wirft dem Leiter der nationalen Bankenaufsicht OCC, Jonathan Gould, die unzulässige Vergabe von Banklizenzen vor. Betroffen sind nationale Treuhandlizenzen für Digital-Asset-Firmen, welche die gesetzlichen Anforderungen des National Bank Act laut Warren nicht erfüllen. In einem Brief an die Behörde listet die Demokratin gravierende Mängel im Genehmigungsprozess auf.

Warren wirft Krypto-Firmen Umgehung von Bankenpflichten vor

Die Kritik richtet sich gegen Genehmigungen, die seit Dezember 2025 vergeben worden sind. Die Aufsichtsbehörde hat in diesem Zeitraum mindestens neun nationale Lizenzen für Krypto-Unternehmen bewilligt. Zu den begünstigten Konzernen gehören namhafte Branchengrößen wie Ripple, Circle, Paxos, Fidelity, BitGo und Coinbase.

Die Senatorin sieht in dem Vorgehen ein bewusstes Unterlaufen der Finanzmarktstabilität. Krypto-Unternehmen agieren nach Ansicht von Warren als Krypto-Banken, ohne die fundamentalen Verpflichtungen eines regulierten Instituts zu tragen. In ihrem Schreiben betont Warren: “Ihre Entscheidung, diese regulatorische Arbitrage zu erleichtern, steht nicht nur im Widerspruch zum Bundesrecht, sondern birgt auch ernsthafte Risiken für die Verbraucher, die Sicherheit und Solidität des Bankensystems sowie die Trennung von Banken und Handel.”

Bankenverband stützt Kritik an Lizenzvergabe

Die Geschäftspläne der Krypto-Unternehmen weisen laut Warren keine spezifischen treuhänderischen Aktivitäten auf. Solche Tätigkeiten müssten jedoch das primäre Geschäft einer nationalen Treuhandgesellschaft darstellen.

Der Widerstand gegen die Praxis der US-Bankenaufsicht kommt nicht nur aus der Politik. Der amerikanische Bankenverband American Bankers Association hat die Behörde bereits im Februar zu einem defensiveren Kurs aufgefordert. Die Vertretung der traditionellen Banken verweist auf ungelöste Risiken bei Insolvenzprotokollen sowie auf das Fehlen einer finalen Bundesaufsicht für den Krypto-Sektor. Als ranghöchstes Mitglied im zuständigen Ausschuss des US-Senats erhöht Warren den Druck auf die Aufsicht nun deutlich.

Donald Trump unterstützt Krypto mit Executive Order

Rückenwind erhalten die Krypto-Unternehmen derweil aus dem Weißen Haus. US-Präsident Donald Trump hat die Federal Reserve per Dekret angewiesen, ihre Regeln für den Zugang von Fintech- und Krypto-Firmen zu den Zahlungssystemen der US-Notenbank zu überprüfen. Ziel sei es laut Executive Order, “übermäßig belastende” Vorschriften abzubauen und digitale Vermögenswerte stärker in das traditionelle Finanzsystem zu integrieren.

Im Fokus stehen dabei sogenannte “Master Accounts” der Federal Reserve. Diese würden es Unternehmen wie Ripple oder Coinbase ermöglichen, direkt auf die zentralen Zahlungsnetzwerke der USA zuzugreifen – ohne den Umweg über klassische Geschäftsbanken.

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