Milliarden-Irrtum? 

Bundesblock warnt: Abschaffung der Krypto-Haltefrist könnte zu Mindereinnahmen führen

Der Bundesblock warnt vor einer Abschaffung der Krypto-Haltefrist. Eine pauschale Steuer nach österreichischem Vorbild könnte Deutschland als Standort schwächen.

Johannes Dexl
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Das Bild zeigt eine Bitcoin-Münze vor der deutschen Flagge

Beitragsbild: Shutterstock

| Bitcoin und Co. sollen in Deutschland künftig wie Kapitaleinkünfte besteuert werden

Der Blockchain Bundesverband stellt sich gegen eine grundlegende Reform der Krypto-Besteuerung in Deutschland. In einem neuen Positionspapier fordert der Verband, die bisherige Systematik mit einjähriger Haltefrist beizubehalten und stattdessen den Steuervollzug sowie die Rechtssicherheit bei DeFi, Staking, Airdrops und anderen technischen Vorgängen zu verbessern.

Kern des Papiers ist die Warnung vor einem vorschnellen Wechsel in Richtung Abgeltungsteuer. Nach geltendem Recht bleiben Gewinne aus Bitcoin und anderen Kryptowerten nach Ablauf eines Jahres steuerfrei. Verkäufe innerhalb der Jahresfrist werden dagegen mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert, der bis zu 45 Prozent betragen kann. Aus Sicht des Bundesblocks ist dieses System schlüssig, weil kurzfristige Spekulation höher belastet wird, langfristiges Halten aber steuerlich begünstigt bleibt.

Eine Umstellung auf eine pauschale Besteuerung analog zu Aktien könnte dem Verband zufolge sogar zu Mindereinnahmen führen. Der Grund: Kurzfristige Gewinne würden dann nicht mehr mit bis zu 45 Prozent, sondern nur noch mit einem niedrigeren Pauschalsatz besteuert. Zudem könnten neue Verlustverrechnungsmöglichkeiten das Steueraufkommen belasten.

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Österreich soll kein Vorbild sein

Besonders kritisch sieht der Bundesblock das österreichische Modell. Dort werden Krypto-Gewinne unabhängig von der Haltedauer mit 27,5 Prozent besteuert. Inländische Anbieter behalten die Steuer seit 2024 direkt ein. Was auf den ersten Blick einfacher wirkt, löse laut Verband die eigentlichen Probleme nicht. Selbstverwahrung, DeFi und ausländische Handelsplätze blieben schwer abzubilden. Viele Nutzer könnten dadurch auf ausländische Krypto-Börsen ausweichen.

Statt einer höheren oder pauschalen Besteuerung fordert der Bundesblock eine bessere Datenbasis. Bevor über einen Systemwechsel entschieden werde, sollten die Krypto-Angaben in Steuererklärungen ab 2023 sowie die ab 2026 verfügbaren DAC8-Daten ausgewertet werden. Der Verband schlägt außerdem ein laufend gepflegtes BMF-Schreiben zu DeFi, Staking und NFTs, amtliche Kursreferenzen nach Schweizer Vorbild, De-minimis-Regeln für Kleinsttransaktionen und eine ELSTER-Schnittstelle für standardisierte Krypto-Steuerdaten vor.

Die Botschaft des Positionspapiers ist klar: Deutschland solle seinen Standortvorteil nicht durch eine hastige Steuerreform gefährden. Rechtssicherheit und ein funktionierender Vollzug seien wirksamer als ein neuer Tarif.

Jüngst bestätigte Lars Klingbeil, dass Kryptowährungen ab 2027 steuerlich wie Kapitaleinkünfte behandelt werden sollen.

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