Das DeFi-Protokoll Aave hat vor einem US-Bundesgericht einen Eilantrag eingereicht. Ziel ist die Freigabe von rund 30.766 Ether im Wert von etwa 73 Millionen US-Dollar. Die Mittel stehen im Zusammenhang mit dem KelpDAO-Hack. Eine Anordnung vom 1. Mai untersagt derzeit die Weiterleitung an betroffene Nutzer.
Auslöser des Rechtsstreits ist eine Forderung der US-Kanzlei Gerstein Harrow, die im Namen von Klägern mit bestehenden Schadensersatzurteilen gegen Nordkorea Anspruch auf die eingefrorenen Vermögenswerte erhebt. Die Argumentation basiert auf der Annahme, dass die Angreifer Verbindungen zur nordkoreanischen Hackergruppe Lazarus haben.
Angriff erschüttert Aave
In der Gerichtsakte stellt Aave jedoch klar, dass selbst bei einer Beteiligung nordkoreanischer Akteure kein Eigentumsanspruch entstehe. Die betroffenen Ether seien Vermögenswerte der Nutzer, die durch den Angriff geschädigt wurden, und müssten entsprechend behandelt werden.
Der Angriff nutzte eine Schwachstelle in einer Cross-Chain-Bridge rund um den rsETH-Token. Dabei wurden rund 230 Millionen US-Dollar in Ether aus dem Aave-Protokoll entzogen. Ein Teil der Mittel konnte später gesichert werden. Diese sollten ursprünglich zur Entschädigung der Nutzer dienen.
Aave warnt, dass eine anhaltende Blockade der Mittel nicht nur betroffene Nutzer belastet, sondern auch die Funktionsfähigkeit des DeFi-Ökosystems beeinträchtigen könnte. Eine Entscheidung des Gerichts über den Eilantrag steht bislang aus.
