Russland: Hilft die Blockchain gegen Wahlmanipulation?

Tobias Schmidt

von Tobias Schmidt

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Tobias Schmidt

Tobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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Quelle: Black pen close to Russian passport on ballot paper for presidential elections via Shutterstock

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Die russische Hauptstadt Moskau hat offenbar vor, zukünftig eine Blockchain-Lösung zu nutzen, um den Wahlmechanismus zu optimieren. Dazu soll das bestehende zivilgesellschaftliche Bürgernetzwerk ausgebaut und der Wahlvorgang in Russland transparent und fälschungssicher gestaltet werden. Es könnte sich ein Prototyp für mögliche E-Voting-Systeme entwickeln.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Tanja Giese

Nicht nur der russische Präsident Vladimir Putin, sondern auch viele weitere russische Offizielle haben sich wiederholt positiv über die Möglichkeiten geäußert, die die Blockchain-Technologie mit sich bringt. Nun interessiert sich offenbar auch die Stadt Moskau für die Anwendung der Blockchain. In einer neuen Initiative möchte die Regierung der russischen Hauptstadt die Nutzung der Ethereum-Blockchain testen, um das Vertrauen der Bevölkerung in die Entscheidungsfindung der Stadt zu stärken.

Dazu wurde das bereits vorher existierende Programm Active Citizen im vergangenen Jahr auf eine ethereum-basierte Blockchain verlegt, die sicherstellt, dass alle geteilten Daten auf ewig erhalten bleiben und nicht manipuliert werden können. Jetzt wurde diese Blockchain in die Wahlinfrastruktur der Stadt eingebettet. Active Citizen ist ein Programm, mit welchem die Bürger Moskaus über Projekte der Stadtplanung mitbestimmen können. So soll für eine lebendige Zivilgesellschaft gesorgt werden und die Akzeptanz des Regierungshandelns in der Bevölkerung erhöht werden.

Durch die Anwendung der Blockchain hoffen die Stadtbeamten zudem, den Bürger n die Angst vor einer Manipulation der Wahlen zu nehmen und den Regierungen der Welt zu zeigen, dass freie und faire Wahlen in Russland möglich sind. Unter diesem Aspekt kann das Vorgehen Moskaus auch als eine Art moralischer Vorstoß in die Richtung der Entscheidungsfreiheit verstanden werden – was nicht heißt, dass sich die Verhältnisse in Russland gegenüber einer weiteren Demokratisierung öffnen.

“Natürlich wird manchmal gemunkelt, dass bei den Wahlen nicht allen Stimmen Gehör geschenkt wird. Daher haben wir uns entschieden, eine Blockchain für das Active-Citizen-Projekt als Plattform für elektronisches Vertrauen zu verwenden. Die Idee ist, alle Stimmen öffentlich auf die Blockchain zu bringen, damit jeder sich mit unserem Blockchain-Netzwerk verbinden und den Abstimmungsprozess überprüfen kann”,


sagte Andrey Belozerov, Strategie- und Innovationsberater der Stadtregierung.

Ob diese Initiative der Moskauer Stadtregierung dem E-Voting über die Blockchain zum Durchbruch verhilft, darf offen angezweifelt werden. Aus technischer Sicht ist es jedoch ein schönes Projekt, was zeigen kann, welche Möglichkeiten die Blockchain auch im Bereich Demokratisierung bieten kann.

BTC-ECHO


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