Digital Rights Russischer Sänger überträgt Musikrechte per Blockchain

Christian Stede

von Christian Stede

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Christian Stede

Christian ist freiberuflicher Journalist. Er ist davon überzeugt, dass die Blockchain-Technologie ein noch ungeahntes Umweltschutz- und Nachhaltigkeitspotenzial bietet.

Der mit Dollarnoten gefüllte Gitarrenkoffer eines Straßenmusikers
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Der russische Performer Oleg Kenzov hat die erste digitale Rechteübertragung eines von ihm geschriebenen Songs realisiert. Dazu griff er auf eine von der Regierung unterstützte Blockchain-Plattform zurück.

Zu Beginn des Jahres fiel mit xSongs der Startschuss für ein revolutionäres Projekt. Dort haben Musikfans die Möglichkeit, direkt in XRP Zahlungen an die Künstler zu entrichten, wenn sie bestimmte Musik hören möchten. Die Idee ist zwar nicht vom Prinzip her neu, aber der Wegfall eines Zwischenhändlers, wie es ihn bei allen Streamingdiensten gibt, erhöht die Einnahmen für die Artisten immens. Diese müssen aufgrund der weiter anhaltenden Covid-19-Pandemie und damit einhergehenden Beschränkungen für Auftritte ohnehin mit Umsatzeinbußen leben.


Nun steht der Musikbranche eine weitere kleine Revolution ins Haus. Und zwar hat der russische Performer Oleg Kenzov die erste digitale Rechteübertragung eines von ihm geschriebenen Songs realisiert. Dazu griff er auf eine von der Regierung unterstützte Blockchain-Plattform zurück. Laut VC.ru hat das Studio Soyuz eine Lizenzvereinbarung mit dem Musikdienst FONMIX getroffen. Kenzovs Song „Po Kaifu“ (auf Deutsch etwa: „werde high“) wird über diesen Dienst an Geschäfte, Restaurants und Fitnessstudios vertrieben, die es für Marketingzwecke nutzen wollen. Nun darf man nicht denken, dass dieser Deal unbemerkt an den großen Major-Labels vorbeigegangen wäre. Denn wie es in dem Bericht bei VC.ru weiter heißt, waren bei der Vereinbarung sehr wohl Spitzenvertreter der Branche zugegen. Verantwortliche großer Plattenfirmen und Labels wie Warner Music Russia, Sony Music, Universal Music, Zhara Music Label und anderer könnten demnach bald selbst auf eine ähnliche Strategie zurückgreifen.

Künstler erhalten Zahlungen beinahe in Echtzeit

Die Musikunternehmen erwarten, dass die Blockchain–Technologie den Vertrieb von Musik lokaler Künstler erheblich vereinfachen wird. Künstler, die die Plattform nutzen, erhalten die Zahlungen wie bei xSongs sofort. Der gesamte Prozess der Übertragung digitaler Rechte dauere weniger als zehn Minuten.

Die Blockchain-Plattform IPChain, auf der die Prozesse ablaufen, muss den Anforderungen der Künstler und ihrer Plattenfirmen Genüge leisten. Dazu bietet sie eine Vielzahl von Werkzeugen an. Die Musiker können ihre Werke weltweit unter Berücksichtigung der Gesetzgebung bestimmter Länder verbreiten. Auch die von den Plattenfirmen auferlegten geografischen Beschränkungen werden berücksichtigt. Laut Andrej Krichevsky, dem Präsidenten der IPC Chain Association, war die Musikindustrie schon länger an Anwendungen der Blockchain–Technologie interessiert. Aber es habe immer so eine Art erster Ansatz gefehlt. „Für das, was wir hier getan haben, hat keinen Präzedenzfall“, feiert er das neue Projekt mit Kenzov und FONMIX.

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