Robbing the Hood Angeblicher Insider: Gamestop-Trading wurde auf Wunsch von Sequoia Capital eingestellt

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

Die Tradig-App Robinhood, dahinter ein Börsen-Chart

Quelle: Shutterstock

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Mit der Entscheidung, den Handel mit Gamestop-Aktien zu sperren, hat sich die Trading-App Robinhood keine Freunde gemacht. Der Vorwurf: Robinhood schütze Hedgefonds zulasten von Kleinanlegern. Eine Sammelklage wurde bereits eingereicht – ein angeblicher Insider berichtet von einer Einflussnahme von Sequioa Capital, einem Anteilseigner von Robinhood.

Der Shitstorm um den Onlinebroker Robinhood und seine gleichnamige Trading-App macht keine Anzeichen, abzuflauen. Nachdem Robinhood seinen Nutzern kurzerhand verunmöglichte, an einem von der Reddit-Community initiierten Pump der Gamestop-Aktie (Tickersymbol: GME) teilzunehmen, mehren sich die Stimmen, die darin ein abgekartetes Spiel vermuten. Zum einen gibt es Spekulationen darüber, ob Citadel Securities Druck auf Robinhood ausgeübt haben könnte.

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Citadel Securities ist ein wichtiger Market Maker für Robinhood. Der Verdacht kam auf, weil Citadel (ein Hedgefonds und Schwesterunternehmen von Citadel Securities) erst am 25. Januar eine Milliarden-Investition in den Vermögensverwalter Melvin Capital getätigt hatte. Melvin Capital gehört wiederum zu jenen Großinvestoren, die die Gamestop-Aktie geshortet hatten. Citadel Securities bestreitet den Vorwurf der Einflussnahme entschieden.

Auf Reddit hat sich nun ein angeblicher Robinhood-Insider zu Wort gemeldet. Der Redditor gibt an, in der IT-Abteilung des Brokers zu arbeiten – und erhebt schwere Vorwürfe gegen CEO Vladimir “Vlad” Tenev. Danach soll die Entscheidung auf angeblich Geheiß vom Wagniskapialgeber Sequoia Capital, der in Robinhood investiert ist, erfolgt sein.

Vladimir (ja, der Gründer Vladimir) und die [Chef-Etage] erhielten Anrufe von Sequoia Capital und dem Weißen Haus, die Druck ausübten, den Handel von GME et cetera zu schließen. Ich garantiere euch, dass dasselbe bei E-Trade und den anderen stattfand, die den Handel geschlossen haben.

Sowohl Sequoia als auch Tenev bestreiten den Vorwurf vehement. Als sicher gilt jedoch, dass Sequoia zu den Investoren gehört, die Robinhood auf dessen Bitte mit der Summe von einer Milliarde US-Dollar ausgeholfen haben, um den Normalbetrieb möglichst schnell wieder aufnehmen zu können. Das berichtete die New York Times am 29. Januar.

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Robinhood-Chef Tenev: Keine Einflussnahme durch Dritte

Das Gerücht sei “komplett falsch”, heißt es in einem Tweet der Wagniskapital-Gesellschaft vom 28. Januar. Sequoia habe Robinhood nicht unter Druck gesetzt.

Das bekräftigte auch Tenev gegenüber dem US-amerikanischen Nachrichtensender CNN.

Ich weiß, dass es Gerüchte darüber gibt, dass wir von Market Makers oder anderen Marktteilnehmern angewiesen wurden, dies zu tun. […] Diese Entscheidung wurde nicht auf Geheiß irgendeines Market Makers oder anderen Marktteilnehmern gefällt. Als Brokerage-Unternehmen muss Robinhood viele finanzielle Anforderungen erfüllen. SEC-Anforderungen. Wir müssen Geld bei Clearing-Häusern vorstrecken. Die Menge hängt des Geldes, die wir vorstrecken müssen, hängt von der Marktvolatilität ab. Wir befinden uns in einer historischen Situation, wo sich eine hohe Kaufaktivität in einigen wenigen Trading-Symbolen, die in den sozialen Netzwerken viral gehen, konzentriert. Wir haben so etwas noch nie gesehen. Um das Risiko klug zu managen, mussten wir die Kaufoptionen bei diesen [Aktien] beschränken.

Möglicherweise wird Tenev diese Argumentation auch bald vor Gericht vortragen. Ein Nutzer der Trading-App hat vor dem Southern District Court in New York (SDNY) eine Sammelklage initiiert.

Robinhood hat absichtlich, vorsätzlich und wissentlich die Aktie “GME” inmitten eines beispiellosen Aktienanstiegs von seiner Handelsplattform entfernt und damit Kleinanlegern die Möglichkeit genommen, auf dem freien Markt zu investieren und den freien Markt zu manipulieren,

heißt es dazu in der Anklageschrift.

Auch andere Broker blockierten Gamestop-Trading

Robinhood-Nutzer scheinen sich nun zunehmend nach anderen Trading-Apps umzusehen. Das Interesse an Alternativen zu Robinhood ist laut Google Trends seit dem 28. Januar rasant gestiegen.

Das Interesse an Alternativen zu Robinhood ist höher denn je. Quelle: Google Trends

Allerdings haben es einige Konkurrenten Robinhood gleichgetan. So hatte neben E-Trade auch der Neo Broker Trade Republic den Kauf von Gamestop-Aktien vorübergehend ausgesetzt. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, sagte Trade-Republic-Grpünder Christian Hecker gegenüber dem Finanznachrichten-Portal Finance Forward. Man wolle so schnell es geht wieder in den Normalbetrieb übergehen. Auch Hecker gibt an, dass es bei der Entscheidung keine Einflussnahme durch Dritte gegeben habe. Mittlerweile hat Trade Republic auf seiner Twitter-Präsenz verkündet, dass der Handel wieder uneingeschränkt möglich sei. Auch Robinhood will den handel mit Gamestop-Aktien heute wieder freischalten.

Die Causa Robinhood hat gezeigt, dass Mittelsmänner allen Werbebotschaften zum Trotz einer Demokratisierung der Finanzwelt im Wege stehen können. Man darf gespannt sein, ob dies die Entwicklung der dezentralen Finanzdienstleistungen (DeFi) weiter befeuern wird. Gute Argumente lieferte der Gamestop-GAU dafür allemal.


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