QuadrigaCX hat 400.000 US-Dollar gefunden, Insolvenz dennoch empfohlen

QuadrigaCX hat 400.000 US-Dollar gefunden, Insolvenz dennoch empfohlen

Die in die Schlagzeilen und in den Verruf geratene Bitcoin-Börse QuadrigaCX kommt nicht zur Ruhe. Jetzt empfiehlt auch die große Steuerkanzlei Ernst & Young eine Insolvenz.

Die Steuerberater-Großkanzlei Ernst & Young empfiehlt der gebeutelten QuadrigaCX die Insolvenz. Diese Empfehlungen stützen sich auf kanadische Gerichtsunterlagen. Einst war Quadriga der größte Krypto-Handelsplatz Kanadas. Doch als der Geschäftsführer und Unternehmensgründer Gerald „Gerry“ Cotten überraschend verstorben sein soll, nahm er nicht nur Familiengeheimnisse mit ins Grab. Auch die privaten Schlüssel zu den Cold Wallets der Firma soll nur er gekannt haben, weshalb dreistellige Millionenwerte nun vernichtet zu sein scheinen. Allerdings gibt es Beweise, nach denen die Börse die Werte nicht besessen hatte.

400.000 US-Dollar aufgetaucht

Nun sind während der Ermittlungen der kanadischen Justiz knapp 400.000 US-Dollar aufgetaucht. Die Prüfer von Ernst & Young (EY) stellten durch Anfragen bei Zahlungsdienstleistern fest, dass unter anderem der Finanzdienstleister POSConnect ungefähr 300.000 US-Dollar für Quadriga aufbewahrt haben soll. Jedoch wird dieser Betrag erst ab dem 28. April dieses Jahres zugänglich werden.

Die Buchprüfer fanden Hinweise, dass der Überweisungsdienst VoPay außerdem rund 115.000 US-Dollar besitzt, welche eigentlich QuadrigaCX zugehörig sind.

VoPay ließ laut Gerichtsakten jedoch verlautbaren, dass sie dieses Geld nicht bereitstellen werden, solange die Firma keine Haftungsfreistellung gewährt bekommt. Jedoch sind die Vermögensverwalter der QuadrigaCX dazu nicht bereit. Ernst & Young hat angekündigt, weitere juristische Schritte vorzunehmen, wenn VoPay keine Auszahlungen vornimmt.

Auch die rein digital operierende Bank WB21 verwaltete angeblich rund neun Millionen US-Dollar im Jahr 2017 im Namen von QuadrigaCX. Im aktuellen Bericht von EY finden sich allerdings lediglich 14 US-Dollar im Geltungsbereich von Black Banx. Die Bank hat sich offenbar nicht kooperativ gezeigt und nicht einmal grundlegende Informationen zugänglich gemacht.

Unter Umständen könnten sich, so Ernst & Young, auch noch bis zu 36.000 US-Dollar beim Zahlungsdienstleister Alto finden.

Teile des Vermögens der Cotten-Witwe sollen eingefroren werden

Der EY Report besagt weiter, dass Vermögen von QuadrigaCX möglicherweise zum Kauf von Anlagegütern außerhalb der Krypto-Börse Verwendung fanden. Insbesondere behauptet das Papier der Rechnungsprüfer: Die unternehmerischen und persönlichen Grenzen zwischen dem Gründer von QuadrigaCX, Gerald Cotten, und seiner Witwe, Jennifer Robertson, seien nicht sauber voneinander getrennt gewesen.

Aus diesem Grund fordern die beauftragten Anwälte das Einfrieren aller relevanten Vermögenswerte von Jennifer Robertson. Ziel dessen ist es, das Liquidieren der Anlagegüter zu verhindern. Betroffen von der Forderung sind alle Immobilien und Firmen der Witwe.

Vor dem Bericht waren Fragen über die Anzahl der von Cotten gekauften Immobilien laut geworden, die Cotten während der Lebenspartnerschaft zu Robertson erwarb. Einige Vermögenswerte sollen vor dem umstrittenen Tod des QuadrigaCX-Gründers an seine Lebensgefährtin übertragen worden sein.

Eigentlich sollte der Abschlussbericht alle Fragen klären und Ruhe in den Fall bringen. Doch angesichts der Ungereimtheiten kann der verworrene Fall wohl noch nicht geschlossen werden. Sicher werden die Vorgänge um die einstig schillernde QuadrigaCX weitere Kreise ziehen.

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