Folgen des Corona-Crashs Preisturbulenzen am Bitcoin-Markt – ASIC-Hersteller verschleudern Miner

David Scheider

von David Scheider

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David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Der Corona-Crash bedroht eine Vielzahl von Bitcoin Minern in ihrer Existenz. Nach neusten Erkenntnissen wirkt sich der Rückgang der Mining Difficulty im Netzwerk auch auf die Preise für ASIC Miner aus.

Bitcoins Geldpolitik sieht vor, dass das Angebot an neuen BTC bereits im Vorfeld feststeht. Man kann also bereits heute relativ präzise voraussagen, wann wieviele Einheiten der Kryptowährung im Umlauf sind. Bitcoins Befürworter sehen in dieser Transparenz eines der stärksten Argumente für den Wert der digitalen Währung.

Aus dem fixen Angebotswachstum ergibt sich allerdings auch ein Phänomen, das seines Gleichen sucht: Angebotsseitig ist Bitcoin völlig unelastisch. Das heißt, Miner können bei marktbedingten Kursschwankungen das Angebot nicht flexibel an die Situation anpassen das ist einer der Hauptgründe, wieso Nachfrageschocks extreme Auswirkungen auf den Kurs sowie den Umsatz der Miner haben.

Zuletzt sah man dies im Nachgang zu den Kursturbulenzen Mitte März. Wie wir bereits berichtet hatten, fiel die Difficulty, also die relative Schwierigkeit, einen gültigen Hash für den nächsten Block in der Blockchain zu errechnen, um 15 Prozent. Das war der zweithöchste Einbruch in der Geschichte der Kryptowährung überhaupt.


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Grund für den Rückgang der Difficulty war der Kurseinbruch im Vorfeld. Schließlich konnte eine Vielzahl an Minern sodann nicht mehr profitabel wirtschaften und mussten ihre Geräte vom Netz nehmen.

Auch Hersteller von Minern betroffen

Neuesten Erkenntnissen zufolge zieht sich die Kausalitätskette des Bitcoin-Marktes aber noch weiter. Denn neben den Minern brachten die Wirren des jüngsten Corona-Crashs auch die Hersteller von Mining Hardware, so genannten ASIC (Application Specific Integrated Circuits), in die Bredouille; namhafte Hersteller von Mining Rigs verschleuderten ihre Rechner zu Schleuderpreisen.

So bietet WhatsMiner, ein Hersteller aus dem chinesischen Shenzhen, sein Mining-Flaggschiff M30S für aktuell 2.100 US-Dollar feil. Damit liegt der Preis gut 20 Prozent unter dem normalerweise veranschlagten Kostenpunkt von 2.500 US-Dollar.

Flexible Preisstrategien

Bitcoins berüchtigte Volatilität fordert Markteilnehmern mitunter kreative Preisstrategien ab. So sind Hardware-Hersteller bereits seit geraumer Zeit dazu übergegangen, ihre Preise flexibel zu gestalten. Ziel ist es demnach, ASICs so zu preisen, dass sich die Investition für Miner nach etwa 15 Monaten amortisiert hat. Dem zugrunde liegen betriebswirtschaftliche Berechnungen über mögliche Mining-Profite, die sich aus dem Kurs sowie der aktuellen Difficulty ergeben.

Nach Aussage von TokenInsight-Analyst Johnson Xu befinden sich die Preise für ASIC Miner seit Ende 2019 auf Achterbahnfahrt. So kostete der Whatsminer M20S Mitte Oktober noch 2.400 US-Dollar. Dieser Tage ist er schon für 1.340 US-Dollar zu haben – ein Preisrückgang von 40 Prozent.

In dem umkämpften Mining-Markt liegen aber auch Chancen für exorbitante Gewinne insbesondere im Zuge des anstehenden Coinbase Reward Halvings.

Wenn Bitcoin 2-4 Monate nach dem Halving auf einem niedrigeren Preisniveau bleibt, werden viele Miner gezwungen sein, die Produktion einzustellen. Kurzfristig wird das zu Chaos im Netzwerk führen. Schwierige Anpassungen werden die Stabilität aber wiederherstellen, sobald die ineffizienten Miner abschalten, schreibt etwa Blockware Solutions, ein US-Händler für Mining Hardware, der auch eigene Bitcoin–Minen betreibt.

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