Postbank-Studie: 30 Prozent der Deutschen an Kryptowährungen interessiert

Postbank-Studie: 30 Prozent der Deutschen an Kryptowährungen interessiert

Die Postbank interessiert sich für Kryptowährungen. Anstatt aber eigene digitale Angebote ins Portfolio aufzunehmen, hat sie eine Studie durchgeführt, die das Krypto-Interesse der Deutschen ausloten sollte. Dabei fand sie heraus, dass fast 30 Prozent der Bundesbürger an einer digitalen Währung als Geldanlage interessiert sind.



Es ist bereits die vierte Studie, die die Postbank durchgeführt hat, um herauszufinden, wie sich unterschiedliche Lebensbereiche der Deutschen durch die Digitalisierung verändern. Im Fokus dieser sogenannten „Postbank Digitalstudie 2018“ stand nun das Interesse der Befragten an Kryptowährungen. Der Zeitpunkt der Befragung wirft dabei ein besonderes Licht auf die Antworten. Zwischen Ende Februar und Ende März wurden 3.100 Deutschen befragt. Das ist also bereits einige Zeit nach dem großen Hype Ende letzten Jahres und kurz nach einigen signifikanten Kurseinbrüchen. Daraus lässt sich schließen, dass die Kursschwankungen und die daraus immer wieder laut werdenden Kritik an virtuellen Währungen keinen negativen Einfluss auf die Bewertung von Kryptowährungen durch die Bevölkerung haben.

Fast jeder Zweite unter 35 will in Kryptowährungen anlegen

Nach wie vor gilt die jüngere Bevölkerungsgruppe als technik-affin. Daher verwundert es nicht, dass 46 Prozent der 18- bis 34-Jährigen an Kryptowährungen als Geldanlage interessiert sind. Die sogenannten „Digital Natives“ besitzen laut der Postbank doppelt so oft Kryptowährungen wie der bundesdeutsche Durchschnitt – nämlich 6 Prozent. Zudem gaben 14 Prozent der Befragten unter 35 an, innerhalb der nächsten 12 Monate in Kryptowährungen investieren zu wollen. Durchschnittlich hatten nur 8 Prozent diesen Plan angegeben. Zudem glauben die jungen Befragten sich auf dem Gebiet der Kryptowährungen auszukennen. Während 20 Prozent der Befragten behaupten, viel über Bitcoin & Co. zu wissen, sind fast 30 Prozent der unter 35-Jährigen überzeugt, über gutes bis sehr gutes Hintergrundwissen zu verfügen.

Was die Deutschen wollen – Eine reelle Gefahr?

Die Eigenschaften, die Kryptowährungen von regulären Anlagemöglichkeiten unterscheiden, liegen bei den Befragten ganz vorne. So sei die dezentrale Natur und Unabhängigkeit von Finanzinstituten besonders faszinierend. Vor allem Frauen können sich für diese Freiheit begeistern. 60 Prozent von ihnen gab diese als Grund für ihr Interesse an. Von den Männern waren es dagegen nur 51 Prozent. Dagegen gefällt 56 Prozent der Männer die Möglichkeit, hohe Gewinne mit Bitcoin & Co. erzielen zu können. Nur 36 Prozent der Frauen konnten sich für„To-The-Moon-Versprechen“ begeistern. Jeder Dritte gab die (vermeintliche) Anonymität der Kryptowährungen als Grund für ihr Interesse an. Noch immer scheint die Idee vom schnellen Reichtum als Assoziation mit Kryptos mitzuschwingen. So gab jeder fünfte Befragte an, wegen des „Goldgräber-Feelings“ investieren zu wollen.

Dr. Thomas Mangel, Chief Digital Officer der Postbank, wundert sich über dieses Interesse:

„Es ist bemerkenswert, dass das Interesse der Deutschen an Kryptowährungen als Geldanlage trotz hoher Kursverluste und offenbarer Risiken immer noch groß ist […] Hier liegt mit Sicherheit eine reelle Gefahr, dass Menschen Geld verlieren, nur weil sie einem Hype folgen.“

Es ist unbestreitbar, dass jede Geldanlage ein gewisses Risiko in sich birgt. Doch wer sich umfassend informiert und gemäßigt investiert, kann dieses Risiko auch bei Kryptowährungen gering halten.

BTC-ECHO

Über Tanja Giese

Tanja GieseTanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

Ähnliche Artikel

ETHBerlin: Hackathon erhält eigenen Token

Im September findet in Berlin ein Ethereum-Hackathon statt. Für die Veranstaltung soll eigens ein Token erschaffen werden. Der auf den Namen BRLNCoin getaufte Token wird Teil eines Ethereum-basierten Belohnungssystems sein.  Berlin hat sich als idealer Nährboden für Startup-Unternehmen einen Namen gemacht. Auch die Kryptoszene pulsiert in der Hauptstadt, was sich in zahlreichen Veranstaltungen rund ums Thema […]

Bitconnect: Polizei vermutet Mord an Ehefrau des CEO

Die australische Polizei geht drei Monate nach dem Verschwinden der Ehefrau von John Bigatton, dem ehemaligen Geschäftsführer von Bitconnect, von einem Mord aus. Man hat die Ermittlungen intensiviert, um eine mögliche Erpressung oder andere monetäre Hintergründe des Verschwindens aufzudecken. Unter anderem bemühen sich die Ermittler auch darum, das Geschäftsmodell des Unternehmens zu durchleuchten. Die zweifache […]

Identität 3.0: Das Ich im digitalen Spiegel

Wir begeben uns auf die Reise zur Persönlichkeit: Was bedeutet Identität? Wie kommt man von der analogen zur digitalen Identität? Auf dem Weg dorthin beleuchten wir historische Konzepte von Identität, bis wir beim Thema Digitale Identität und Blockchain ankommen – und uns fragen können: Wer und wie werden wir sein? Heute: Identität 3.0.: Das Ich […]

Amsterdamer Flughafen tauscht Euro gegen Bitcoin & Ether

Bei Auslandsaufenthalten außerhalb der Eurozone muss man sich manchmal fragen, was man mit der übrig gebliebenen Fremdwährung anstellen soll. Der Amsterdamer Flughafen Schiphol hat nun eine Lösung für Reisende außerhalb der Eurozone gefunden. So tauscht er die restlichen Euro gegen Bitcoin und Ether. Die viel zitierten Dezentralität von Kryptowährungen als Vorteil gegenüber Fiatwährungen ist hinlänglich […]