„Steel but smart“ Österreichische Firmen lancieren Blockchain-Lösung für Metallindustrie

Anton Livshits

von Anton Livshits

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Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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Nahaufnahme vom Schweißen eines Metallstücks

Quelle: Shutterstock

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Zwei österreichische Unternehmen wollen der europäischen Metallindustrie unter die Arme greifen. Denn anstelle von Papierbergen versprechen RIDDLE&CODE und S1Seven eine digitalisierte Zertifizierung per Blockchain.

Die beiden Tech-Firmen RIDDLE&CODE und S1Seven haben ihr Know-how in einer Blockchain-Lösung für die Weitergabe von Metallzertifikaten gebündelt. Nach eigenen Angaben wollen die Unternehmen aus Österreich damit auf das Papierchaos in der streng regulierten Metallverarbeitungsindustrie antworten. Die Kooperation verspricht derart, die Nachverfolgbarkeit von Metallerzeugnissen aus Europa zu verbessern.

In einer Pressemitteilung vom 13. Juli gibt das Unternehmen Einblick in den jetzigen Stand der Bürokratisierung innerhalb der Branche. Um die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen, tauschen 500 europäische Stahlproduktionsorte und 500.000 Metallverarbeiter demnach jährlich 100 Millionen Papierzertifikate aus. Da die Dokumente nicht maschinell gelesen werden können, stufen die Kooperationspartner das Betrugs- und Fälschungsrisiko in diesem Bereich als hoch ein. Eine Blockchain-Lösung scheint da wie gerufen.

RIDDLE&CODE und S1Seven bündeln Blockchain-Know-how

Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen sieht die Einrichtung eines Blockchain-basierten Beglaubigungsdienstes vor. Metallprodukte sollen dadurch mit einer digitalen, fälschungssicheren Identität versehen werden. Das geplante System erlaubt, jeden Produktionsschritt nachzuverfolgen. Zertifikatsaustausch und Qualitätsprüfung können dadurch papierlos abgewickelt werden.


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Beide Unternehmen sind indessen keine Neulinge im Blockchain-Sektor. Denn S1Seven arbeitet schon seit längerem an der Digitalisierung von Qualitätsdaten für Stahl. Das Projekt mit dem Namen Steel But Smart erhielt vor wenigen Monaten sogar den Austrian Blockchain Award. RIDDLE&CODE hat in Sachen Blockchain unterdessen Erfahrungen in der Schweizer Bankenbranche sowie Kooperationen mit Daimler und Deloitte vorzuweisen. Hierzu Alexander Koppel, CEO des Unternehmens:

Unsere Expertise rund um Blockchain-basierte Hardware, Software und digitale Identitäten ermöglicht es uns, eine unangreifbare Verbindung zwischen den Produkten der Metallindustrie und ihren Qualitätsdaten herzustellen.

Die Kooperation der beiden Unternehmen sieht folglich eine Integration der Blockchain-Technik von RIDDLE&CODE mit Steel But Smart vor.

Metall kommt auf die Kette

Die Kooperation aus Österreich ist indessen nicht das einzige Projekt, das die Blockchain für transparentere Lieferketten in der Metallindustrie nutzbar machen will. Mit der Mining and Metals Blockchain Initiative entstand zu diesem Zweck beispielsweise ein branchenübergreifendes Konsortium. Der Zusammenschluss steht unter der Schirmherrschaft des Weltwirtschaftsforums, die Nachverfolgung der Lieferketten soll dabei sowohl einen ökonomischen Nutzen erzielen, als auch eine bessere Nachverfolgung des C02-Austosses gewährleisten.

Mit MineHub hat sich zudem eine weitere Blockchain-Plattform etabliert, die ähnliche Zwecke verfolgt. Der Bergbaukonzern BHP Group nutzte die Plattform im Mai für eine millionenschwere Eisenerztransaktion.


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