Blockchain, Bergbau- und Metallverarbeitungsindustrie kooperiert für Blockchain-Plattform

Quelle: Shutterstock

Bergbau- und Metallverarbeitungsindustrie kooperiert für Blockchain-Plattform

Eine im Mai erschienene Studie aus dem Hause Deloitte belegt einen industrieübergreifenden Trend. Demnach entscheiden sich immer mehr konkurrierende Unternehmen, gemeinsame Konsortien und Initiativen zu bilden. Der Grund: Das gemeinsame Know-how soll für die Entwicklung von Blockchain-Plattformen genutzt werden, die letztlich der gesamten Branche zu Gute kommen. Die Bergbau- und Metallverarbeitungsindustrie liefert das jüngste Beispiel einer derartigen Kooperation.

Sieben führende Unternehmen aus der Bergbau- und Metallverarbeitungsindustrie haben sich unter der Schirmherrschaft des Weltwirtschaftsforums zur „Mining and Metals Blockchain Initiative“ zusammengeschlossen. Das Konsortium will die Blockchain-Technologie für eine „Beschleunigung verantwortungsvoller Beschaffungs- und Nachhaltigkeitspraktiken“ nutzen. Hinter dem Projekt stehen sowohl ökonomische Interessen als auch ethische Überlegungen.

Das Weltwirtschaftsforum verkündete den Start der Initiative am 25. Oktober. Die Stiftung selbst unterstützt das Projekt mit ihrer Expertise im Blockchain-Bereich. Zudem verspricht sie, auch in politischen Fragen beratend zur Seite zu stehen. Ihren Angaben nach waren bisherige Projekte in diese Richtung oftmals auf wenige Teilnehmer beschränkt. Das Resultat sei ein „fragmentiertes System, das Teile des Ökosystems zurücklässt und keine Interoperabilität aufweist.“ Die „Mining and Metals Blockchain Initiatve“ arbeite demgegenüber für das Wohl der gesamten Industrie. Hierzu äußerte sich auch Jörgen Sandström, der Leiter der Abteilung für Bergbau- und Metallverarbeitungsindustrien, beim Weltwirtschaftsforum:

Materielle Wertschöpfungsketten befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel und Zerfall. Die Industrie muss auf den steigenden Bedarf an Mineralien und Materialien antworten und gleichzeitig auf die steigenden Anforderungen von Verbrauchern, Aktionären und Aufsichtsbehörden nach einem höheren Maß an Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit der Produkte reagieren.

Blockchain als Allheilmittel?

Tatsächlich möchte das Konsortium mithilfe der Blockchain-Technologie gleich mehrere Probleme des Industriezweigs angehen. Zunächst sollen so gemeinsame Proof-of-Concept-Mechanismen entwickelt werden. Insbesondere Lieferketten ließen sich dadurch besser nachverfolgen. Dies könnte mittelfristig dazu beitragen, sowohl die Transparenz als auch die Effizienz der Branche zu steigern. Auch die Überwachung des CO2-Ausstoßes lässt sich dergestalt verbessern. Die Initiative verspricht sich hierdurch eine Signalwirkung für die gesamte Bergbau- und Metallverarbeitungsindustrie.


Blockchain, Bergbau- und Metallverarbeitungsindustrie kooperiert für Blockchain-Plattform
[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf Plus500 handeln. Warum Plus500? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies).

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Zu den Gründungsmitgliedern des Konsortiums zählen Antofagasta Minerals, die Eurasian Resources Group Sàrl, Glencore, Klöckner & Co, Minsur SA sowie Tata Steel Limited und Anglo American/De Beers. Das letztgenannte Unternehmen ist mit Tracr, bereits an einem ähnlichen Blockchain-Projekt für den Diamantenmarkt beteiligt. Hierbei soll vor allem nachgewiesen werden, dass die Firmen ihre Diamanten nicht unter menschenunwürdigen Verhältnissen fördern.

Transparenz soll Fairness gewährleisten

In den vergangenen Jahren entstanden mehrere, mit Tracr vergleichbare Initiativen. Auch diese Projekte machen sich die inhärente Transparenz und Vertrauenswürdigkeit der Blockchain zu Nutze, um halbwegs faire Produktionsbedingungen nachzuweisen. Schließlich ist insbesondere der internationale Rohstoffmarkt für oftmals mörderische Arbeitsumstände bekannt.

So stammt etwa das für Lithium-Ionen-Batterien notwendige Kobalt zu großen Teilen aus Gebieten wie dem Kongo, die von Bürgerkriegen und anderen Menschenrechtsverletzungen gebeutelt sind. Verschiedene Autobauer wie Volvo, BMW und Ford gaben deswegen den Start von Blockchain-Initiativen bekannt, die die Verwendung von ethisch vertretbarem und „konfliktfreiem“ Kobalt unter Beweis stellen sollen. Derartige Projekte verfügen allerdings allem Anschein nach nicht über denselben branchenweiten Anspruch wie die „Mining and Metals Blockchain Initiatve“. Ob ein solcher industrieweiter Zusammenschluss ein wirkungsvolles Mittel für die tatsächliche Verbesserung von Arbeitsbedingungen ist, bleibt allerdings weiterhin offen.

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Blockchain, Bergbau- und Metallverarbeitungsindustrie kooperiert für Blockchain-Plattform
Weltraumökonomie: Blockchain von SpaceChain im All
Blockchain

Weltraum-als-Service: SpaceChain kommt seinem Ziel näher, ein blockchainbasiertes Satellitennetzwerk aufzubauen.

Blockchain, Bergbau- und Metallverarbeitungsindustrie kooperiert für Blockchain-Plattform
Deutsche Bank überrascht mit gewagter Krypto-Prognose
Insights

Die Deutsche Bank sieht die Zahl der Nutzer von Kryptowährungen in der kommenden Dekade auf 200 Millionen Hodlerinnen und Hodler anwachsen. Unterdessen entwickelt sich der Trend zu einer bargeldlosen Gesellschaft weiter.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Blockchain, Bergbau- und Metallverarbeitungsindustrie kooperiert für Blockchain-Plattform
My Two Sats: Bitfinex implementiert Lightning – Was das für Bitcoin bedeutet
Bitcoin

Bitfinex-Kunden können ihre Trading-Konten ab sofort via Lightning mit BTC versorgen. Die Börse nimmt in Sachen Lightning-Adaption damit eine Vorreiterrolle ein. Was das für Bitcoin bedeutet.

Blockchain, Bergbau- und Metallverarbeitungsindustrie kooperiert für Blockchain-Plattform
Brave-Nutzerzahlen mit 10,4 Millionen auf Allzeithoch
Altcoins

Die Brave-Nutzerzahlen sind von 8,7 Millionen monatlichen aktiven Nutzern im Oktober auf ganze 10,4 Millionen aktive Nutzer im November gestiegen. Der Anstieg von 19 Prozent pusht die Brave-Nutzerzahlen auf ein neues Allzeithoch.

Blockchain, Bergbau- und Metallverarbeitungsindustrie kooperiert für Blockchain-Plattform
Schicksalsjahr 2020: Deutschland muss die Weichen im digitalen Zahlungsverkehr stellen
Märkte

BigTechs wie Amazon, Google, Facebook und Apple übernehmen immer mehr Marktanteile im digitalen Zahlungsverkehr. Daher müssen Lösungen auf gesamteuropäischer Ebene umgesetzt werden, die die Finanzsouveränität des Euroraums schützen. Um den Herausforderungen der Digitalisierung zu begegnen, bleibt jedoch nicht mehr viel Zeit.

Blockchain, Bergbau- und Metallverarbeitungsindustrie kooperiert für Blockchain-Plattform
Weltraumökonomie: Blockchain von SpaceChain im All
Blockchain

Weltraum-als-Service: SpaceChain kommt seinem Ziel näher, ein blockchainbasiertes Satellitennetzwerk aufzubauen.

Angesagt

Digitales Wettrüsten: Kann die EU noch aufholen?
Kommentar

Der Rat der Europäischen Union (EU) hat eine Stellungnahme zu Stable Coins herausgegeben. Darin kommt er auch auf eine mögliche Regulierung von Bitcoin & Co. zu sprechen. Dabei wird deutlich: Die EU muss sich sputen.

Bitcoin-Kurs: Diese Modelle deuten auf einen Anstieg hin – Marktbetrachtung
Kursanalyse

Die Bitcoin-Kurs-Analyse vom Bitwala Trading Team. Es gibt zwei Modelle, die auf steigende Kurse hindeuten.

Deutsche Bank überrascht mit gewagter Krypto-Prognose
Insights

Die Deutsche Bank sieht die Zahl der Nutzer von Kryptowährungen in der kommenden Dekade auf 200 Millionen Hodlerinnen und Hodler anwachsen. Unterdessen entwickelt sich der Trend zu einer bargeldlosen Gesellschaft weiter.

Krypto-Verwahrung wider Willen: Banken üben sich als Innovationsverweigerer
Kommentar

Ab nächstem Jahr wird das Geschäft mit der Krypto-Verwahrung lizenzpflichtig. Daraus ergibt sich eine große Chance für die deutschen Banken, neue Token-Geschäftsmodelle anzubieten. Doch sind diese überhaupt darauf vorbereitet? Warum von den Banken keine Impulse hinsichtlich der Token-Ökonomie zu erwarten sind, was unsere Banken mit dem deutschen Staat gemeinsam haben und welche neuen Wettbewerber das Bankgeschäft an sich reißen. Ein Kommentar.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: