Online-Event Wenn nicht physisch, dann virtuell: Der digitale Euro
Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Quelle: Shutterstock

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Wegen der Corona-Pandemie musste bereits eines Vielzahl an Veranstaltern das Handtuch werfen und Szene-Treffen absagen. Doch Not macht erfinderisch und so werden Treffen, Symposien und ganze Hörsäle in den virtuellen Raum verlegt. So auch die bevorstehende Diskussionsrunde „Digital Euro for Smart Contracts in the Industry“ des Frankfurt School Blockchain Centers.

Blockchain Summit in Tokio, Blockchain Week Summit 2020 in Paris, ANON Summit in Wien und Bitcoin 2020 in San Francisco: Über den Globus verteilt müssen sämtliche Veranstaltungen wegen des Versammlungsverbots auf Eis gelegt werden. Auch die Diskussionsrunde zum „Digital Euro for Smart Contracts in the Industry der Frankfurt School ist davon betroffen. Anstatt das Event jedoch abzusagen, schöpfen die Veranstalter die Möglichkeiten des virtuellen Raums aus.

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Digitale Diskussion zum digitalen Euro

Via Zoom können sich Interessenten am Dienstag, dem 31. März um 09:00 Uhr zu den Vorträgen der Referenten kostenlos zuschalten. Die Diskussionsrunde setzt sich thematisch mit den ökonomischen Auswirkungen eines digitalen Euro auseinander. Prof. Philipp Sandner von der Frankfurt School Blockchain Center erklärt das breite Interesse an dem E-Euro:

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Von verschiedenen Unternehmen und Verbänden wird der programmierbare Euro auf Blockchainbasis gefordert. Sobald der Euro auf der Blockchain läuft, kann er auch mittels Smart Contracts programmiert werden. Das betrifft dann perspektivisch die Logistik, den Maschinenbau, den Wertpapierhandel und zahlreiche weitere Use Cases. Denn inzwischen ist klar geworden: Unternehmen werden erst dann intensiv Blockchain-Technologie einsetzen, wenn der Euro gebucht werden kann.

Kryptowährungen seien bislang „für den Unternehmenseinsatz unpraktikabel“, führt Prof. Sandner weiter aus, ebenso wie „riskante“ Stable Coins. Aber als reguliertes Pendant sei ein programmierbarer Euro gerade für Unternehmen von wirtschaftlichem Interesse.

Den Fragestellungen, die sich rund um das Thema aufdrängen, widmen sich neben Prof. Sandner auch Dr. Martin Diehl von der Deutschen Bundesbank, Benjamin Duve von der Commerzbank, Maximilian Forster von Cash-on-Ledger und Thomas Nägele von NÄGELE Attorneys in jeweiligen Vorträgen.

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Neben der Veranstaltung ziehen auch das Event „On-Chain Analytics: How to Actually Make Sense of Blockchain Data“ von Anyblock und das bereits erfolgreich abgeschlossene Online-Event „Blockchain Case Studies in the Chemical Industry“ von AZHOS vorübergehend ins digitale Plenum.

Events: Von der Bühne auf die Couch

Obwohl das Virus die Menschen auseinandertreibt und in die Isolation zwingt, finden die Menschen über das Internet wieder zusammen – zumindest virtuell. So verlagert man gerade sämtliche Veranstaltungen in den Cyberspace, um die Illusion des öffentlichen Lebens aufrechtzuerhalten – von Konzerten und Lesungen bis hin zu Krypto-Szenetreffen.

Philipp Sandner sieht in der Entwicklung schließlich eine Chance, vor allem für kleine Start-ups, die nun ihr Renommee über den Internetauftritt ausbauen können:

Corona wird viel verändern und zwingt uns, keine physischen Kontakte mehr miteinander zu haben. Bis vor einigen Wochen gab es Meetups und Konferenzen – diese sind nicht nur wichtig wegen des vermittelten Wissens, sondern vor allem wegen dem Kennenlernen von anderen Experten aus der Blockchain-Szene. […] All das muss nun digital geschehen. Online-Talks und Online-Panel-Diskussionen gibt es schon jetzt. Für Start-ups bietet sich so die Chance, sich zu präsentieren. […] Die Welt wird nun binnen weniger Tage und Wochen digital.

Und auch der Lehrbetrieb könnte durch die Umstellung der Inhalte auf Online-Angebote eine digitale Renaissance erleben. Vielerorts stellen Universitäten bereits Vorlesungen und Seminare online, um den Anschluss der Studierenden zu gewährleisten, so auch das Frankfurt School Blockchain Center:

Die Frankfurt School ist eine kleine moderne Wirtschaftsuniversität. Natürlich haben wir versucht, Vorlesungen im Einzelnen oder das ganze Studium als Ganzes durch Online-Methoden zu unterstützen. […] Aber durch Corona ist unsere Hochschule nun binnen einer Woche 100 Prozent digital geworden. Alle Vorlesungen sind nun online, alle Dozenten können damit umgehen, Prüfungen wurden umgestellt. Das Ziel ist, dass keine Prüfung ausfällt, um den Studienfortschritt der Studierenden nicht zu gefährden. Und es scheint zu klappen,

ergänzt Prof. Philipp Sandner. Bei aller berechtigten Sorge über den ungewissen Verlauf der Pandemie sollte die Krise auch folglich als Chance begriffen werden, neue Infrastrukturen zur Kommunikation zu nutzen.

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