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Meinungs-ECHO Was eine Rezession für Bitcoin bedeutet

Steuert die USA auf eine Rezession zu oder steckt sie bereits mittendrin? Was bedeutet eine Rezession für Bitcoin? Das und mehr im Meinungs-ECHO-Spezial.

Phillip Horch
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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zeus wirft mit bitcoin münzen um sich

Beitragsbild: Shutterstock

Rezession, Bitcoin und der Krypto-Markt: Wie nehmen sie Einfluss aufeinander? In diesem Meinungs-ECHO-Spezial beschäftigen wir uns mit der allgemeinen Wirtschaftslage und deren Einfluss auf den Krypto-Markt.

“Die US-Wirtschaft ist schlimmer dran als gedacht”

Aktuell mehren sich die Stimmen und Anzeichen dafür, dass die USA auf eine Rezession zusteuert, einige sind sich sogar sicher, dass sie bereits drinsteckt. Eine Rezession ist vorhanden, mal ganz lapidar gesagt, wenn die Zeichen an den Märkten und in der Wirtschaft selbst den Bären zu rot sind. Technisch gesehen spricht man von einer Rezession, wenn die Wirtschaft mindestens zwei Quartale in Folge Federn lässt, verglichen mit dem Vorjahresquartal.

Und tatsächlich sieht es in Übersee düster aus. Der S&P500, ein Index, der die Aktien von 500 der größten börsennotierten Unternehmen abbildet, verbuchte zum Ablauf des zweiten Quartals die schlechteste Entwicklung seit 1970 – selbst die Weltwirtschaftskrise 2008 mit einbezogen. Die Aktienmärkte geben nach und auch bei Bitcoin und Konsorten sieht es derzeit düster aus. Die Unken rufen so laut wie schon lange nicht mehr. Einer von vielen, der die Sache auf den Punkt bringt: Anthony Pompliano. Der Bitcoin-Experte verkündete jüngst in einem Video:

Die US-Wirtschaft ist schlimmer dran als gedacht.

Anthony Pompliano

Mit seiner Einschätzung ist “Pomp” indes nicht allein. Auch Tesla-Chef und Dogecoin-Shill Elon Musk sagte Anfang Juni, dass er in Bezug auf die Wirtschaft ein “super schlechtes Gefühl” habe. In einer internen Mail forderte Musk sein Gefolge dazu auf, vorerst alle Neueinstellungen zu pausieren.

Star-Ökonom Nouriel Roubini a.k.a. “Dr. Doom” blies in ein ganz ähnliches Rohr, wenn auch mit mehr Inbrunst. Gegenüber Bloomberg sagte er bereits am 21. Juni, dass sich die US-Wirtschaft bereits sehr nah an einer Rezession befinde.

Auch in Deutschland sieht die Lage nicht besonders erfreulich aus. Jens Südekum, Professor für Volkswirtschaftslehre, sieht eine schwere Rezession voraus, falls Russland den Gashahn abdrehen sollte. Unternehmen müssten Produktionen herunterfahren oder komplett stoppen, die Wirtschaftsleistung wäre deutlich geschwächt.

Was bedeutet eine Rezession für Bitcoin?

Der Bitcoin-Kurs wies in den letzten Monaten eine starke Korrelation zu den US-Aktienindizes Nasdaq100 und S&P500 auf. Gemeinhin gilt Bitcoin häufig als Risikio-Asset, von dem sich Investoren in schwierigen Marktphasen trennen. So erklärt BTC-ECHO-Chefredakteur Sven Wagenknecht:

Auch Bitcoin kann sich einer Rezession nicht entziehen. Nach wie vor gelten Kryptowährungen für die meisten Anlegerinnen und Anleger als Hochrisiko-Assets. In unsicheren Zeiten werden diese reduziert und in relativ gesehen sicherere Anlagen wie beispielsweise Value-Aktien oder Anleihen mit einer hohen Bonität umgeschichtet. Vor allem Retail-Investoren, die im Zuge der hohen Inflation reale Kaufkraftverluste hinnehmen müssen, sind geneigt, auf das Bitcoin-Investment zu verzichten, um Ausgaben des täglichen Bedarfs sowie langfristigen Verbindlichkeiten (Immobilienkredite oder ähnliches) nachzukommen. Erschwert wird die Situation durch steigende Leitzinsen, die sich auf Assets ohne einen Cashflow negativ auswirken.

Sven Wagenknecht, Chefredakteur BTC-ECHO

Wie im BTC-ECHO-Marktbericht erläutert, könnten weitere Verwerfungen an den internationalen Kapitalmärkten dazu führen, dass Bitcoin neue Jahrestiefs austestet. Kurzum: Sollte es zu einer Rezession kommen, dürften auch Bitcoin & Co. noch einmal deutlich in Mitleidenschaft gerissen werden.

Wie sich Bitcoin auf längere Sicht in einer Rezession verhält, lässt sich derzeit allerdings noch nicht mit Gewissheit abschätzen. Dennoch: Der Krypto-Markt hat bereits einige Crashs erlebt, Bitcoin wurde nicht erst einmal für tot erklärt. Denn: Am fundamentalen Wertversprechen von Bitcoin und der Blockchain-Technologie hat sich nichts geändert. Wer genau hinhört, wann die Kanonen donnern, kann gerade in einer Rezession einen guten Riecher beweisen. So ergänzt Sven Wagenknecht:

So schlecht die Makrolage und die kurz- bis mittelfristigen Aussichten auch sind, darf nicht vergessen werden, dass die Kurse bereits stark korrigiert haben. Für Investoren mit einem langfristigen Anlagehorizont sowie einem Faible für antizyklisches Investieren, die nicht ungünstigste Situation.

Sven Wagenknecht, Chefredakteur BTC-ECHO

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