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Ukraine-Krieg Nur noch Rubel und Bitcoin für Putins Öl und Gas?

Russland könnte zukünftig Zahlungen für Öl und Gas von befreundeten Staaten in Bitcoin (BTC) abwickeln. Dies verkündete der Vorsitzende des Energieausschusses auf einer Pressekonferenz. Was bedeutet das für Bitcoin und Co.?

Nicola Hahn
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Putin

Beitragsbild: Shutterstock

Russlands Präsident Wladimir will für russisches Erdgas zukünftig nur noch Rubel akzeptieren. Mit dieser Anweisung sorgte er für teils große Verwirrung an den Märkten, aber auch bei Verbrauchern und europäischen Energiekonzernen.

Betroffen von der Anordnung seien alle Länder, die als “unfreundliche Staaten” eingestuft sind, heißt es aus dem Kreml. Dazu zählen unter anderem diejenigen Länder, die Sanktionen gegen russische Firmen und Individuen verhängt haben.

Bislang werden laut dem Schweizer Investmenthaus Vontobel etwa 60 Prozent der Gaslieferungen aus Russland in Euro und die restlichen 40 Prozent in US-Dollar abgewickelt.

Der Schritt des Kremls kann sicherlich als ein Versuch gewertet werden, die seit Wochen taumelnden Landeswährung zu stützen. Würden zukünftige Gaslieferungen in Rubel abgewickelt werden, so stiege die Nachfrage und der Rubel würde wieder aufwerten. Dadurch erhofft sich die russische Regierung offenbar, das Vertrauen der Bevölkerung in die landeseigene Währung wieder zurückzugewinnen.

Bitcoin als Zahlungsmittel

Wenig später machte dann eine zweite Meldung die Runde, dass verbündete Staaten auch Zahlungen in Bitcoin an Russland tätigen dürften. Der Bitcoin-Kurs reagierte daraufhin mit einem Anstieg über die 44.000 US-Dollar. Dies hatte Pavel Zavalny, Vorsitzender des Ausschusses der Staatsduma der Russischen Föderation für Energie, erklärt:

Wir schlagen China schon seit langem vor, Rubel und Yuan in den Landeswährungen abzurechnen. Mit der Türkei werden es Lira und Rubel sein. Die Währungen können unterschiedlich sein, das ist eine gängige Praxis. Sie können auch mit Bitcoins handeln

Pavel Zavalny, Quelle: BBC

Dabei unterstützt Zawalny ausdrücklich die besondere Behandlung von verbündeten Staaten. Dabei stellt er die rhetorische Frage, wieso Russland in Euro Geschäfte tätigen sollte, wenn sie diese Währung noch nicht einmal erwerben oder aufbewahren können.

Könnte Bitcoin also tatsächlich zukünftig als Abwicklungsmethode für Gas- und Öllieferungen zwischen Russland und befreundeten Staaten eingesetzt werden? Möglich ist es, allerdings ist fraglich, ob die Liquidität im Markt hoch genug für Transaktionen in dieser Größenordnung wäre. Sollten sich allerdings einzelne Staaten dazu entscheiden, so würde dies zweifelsohne den Kurs nach oben treiben.

Darüber hinaus ist fraglich, ob sich Russlands größter Handelspartner China auf Geschäfte einlassen würde, die in Bitcoin denominiert sind. Schließlich hatte China im vergangenen Jahr enorme Maßnahmen gegen die Kryptowährung auf den Weg gebracht. So hatte die chinesische Zentralbank alle Transaktionen in Verbindung mit Bitcoin und Co. für illegal erklärt und ein landesweites Bitcoin-Mining-Verbot ausgesprochen.

Droht ein Krypto-Verbot?

Allerdings würde eine zunehmende Adoption von Bitcoin als Zahlungsmethode durch Russland und seine Partner das Bild von Bitcoin als “Schurkenwährung” bestärken. In diesem Fall könnte man vermehrt mit Anti-Bitcoin-Kampagnen in den westlichen Staaten rechnen. Kritikerinnen und Kritiker sähen sich in ihren Annahmen bestätigt, dass die Krypto-Leitwährung etwas Schlechtes ist und am besten verboten werden sollte. Die Folgen für die noch junge weltweite Krypto-Industrie wären verheerend.

Es bleibt also zu hoffen, dass sich das Bild des “bösen Bitcoin”, der bloß von Russland genutzt wird, um Sanktionen zu umgehen, nicht in Politik und Medien verfestigt. Auf der anderen Seite können die Bitcoin-Befürworter die zahlreichen positiven Beispiele anführen, die den positiven Einfluss des Bitcoins in der Ukraine belegen, um entgegengesetzt zu argumentieren – BTC-ECHO berichtete.

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