Die Tschechische Republik geht gegen Polymarket vor. Der Prognosemarkt wurde auf die offizielle Liste “nicht genehmigter Internetangebote” gesetzt, wie das Finanzministerium in einer Mitteilung bekanntgab. Hintergrund: die Plattform biete Wettdienstleistungen an, verfüge jedoch nicht über die dafür nötige Lizenz. Internetanbieter im Land sind nun verpflichtet, den Zugang zu der Website innerhalb von 15 Tagen zu sperren.
Mit der Entscheidung reiht sich Tschechien in eine wachsende Zahl europäischer Staaten ein, die gegen Polymarket vorgehen. Unter anderem ergriffen Frankreich, Belgien, Deutschland, Spanien, Italien, die Niederlande und Rumänien bereits vergleichbare Maßnahmen und schränkten so den Zugang zur Plattform ein. Auch außerhalb Europas wächst der regulatorische Druck. Indien und Argentinien haben Polymarket in diesem Jahr ebenfalls beschränkt und dies mit fehlenden Lizenzen, unzureichenden Identitätsprüfungen und Risiken für den Verbraucherschutz begründet.
Polymarket wehrt sich gegen die Vorwürfe. Nach Ansicht des Prognosemarktes handelt es sich bei den erbrachten Dienstleistungen um Derivatekontrakte und nicht um Wetten im klassischen Sinne. Eine Argumentation, die die meisten Regulatoren anzweifeln.
Fake-Wetten auf Polymarket?
Zudem warfen jüngst Recherchen des Wall Street Journals ein schlechtes Licht auf den Prognosemarkt. Polymarket soll Wettgewinne auf eigens dafür eingerichteten Testseiten inszeniert haben. Ziel sei es gewesen, Aufmerksamkeit für die Plattform über Influencer in sozialen Netzwerken zu erzeugen.
Das WSJ überprüfte nach eigenen Angaben 1.105 Videos von zehn Content-Erstellern. Die Kampagnen sollen gezielt eingesetzt worden sein, um den Eindruck hoher Gewinne und einfacher Erfolge auf Prognosemärkten zu vermitteln.

