Schwere Vorwürfe 

Polymarket soll Influencer für Fake-Wetten bezahlt haben – was steckt dahinter?

Polymarket gehört zu den bekanntesten Prognosemärkten der Branche. Nun sieht sich die Plattform mit schweren Vorwürfen rund um ihre Werbepraxis konfrontiert.

Josip Filipovic
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Das Bild zeigt das Polymarket-Logo auf einem Smartphone

Beitragsbild: Shutterstock

| Polymarket wird weltweit beliebter

Polymarket sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge soll das Unternehmen Content-Ersteller dafür bezahlt haben, angebliche Wettgewinne auf eigens dafür eingerichteten Testseiten zu inszenieren. Ziel sei es gewesen, Aufmerksamkeit für die Plattform in sozialen Netzwerken zu erzeugen.

Polymarket gehört zu den bekanntesten Blockchain-basierten Prognosemärkten und verzeichnet seit Monaten stark steigende Handelsvolumina. Die neuen Vorwürfe werfen nun Fragen zur Vermarktungsstrategie des Unternehmens auf.

Vorwürfe gegen Polymarket

Das Wall Street Journal überprüfte nach eigenen Angaben 1.105 Videos von zehn Content-Erstellern. Die Kampagnen sollen gezielt eingesetzt worden sein, um den Eindruck hoher Gewinne und einfacher Erfolge auf Prognosemärkten zu vermitteln.

In einem der untersuchten Videos wurde ein Student gezeigt, der angeblich 100.000 US-Dollar mit einer Wette darauf verdient hatte, dass US-Präsident Donald Trump in einem bestimmten Monat das Wort “McDonald’s” sagen würde. Das verwendete Filmmaterial stammte jedoch bereits aus einem zwei Monate älteren Video. Mehr als 50 echte Nutzer platzierten daraufhin dieselbe Wette im Januar und verloren ihr Geld.

Den Vorwürfen zufolge stellte Polymarket für die Kampagnen eigens Dummy-Seiten mit der URL “poiymarket.com” bereit, die der offiziellen Domain “polymarket.com” ähnelte. In weiteren Videos feierten Content-Ersteller angebliche Gewinne von fast 900.000 US-Dollar, obwohl die zugrunde liegende Wette tatsächlich einen Verlust von mehr als 166.000 US-Dollar verursacht haben soll.

Die beteiligten Creator sollen monatlich zwischen 2.000 und 3.000 US-Dollar erhalten haben. Zudem sollen sie angewiesen worden sein, die Vereinbarungen nicht offenzulegen. Für die Umsetzung der Kampagnen arbeitete Polymarket demnach auch mit externen Marketingdienstleistern zusammen.

Für Polymarket sind die aktuellen Vorwürfe nicht die erste Kontroverse. Die Plattform sieht sich seit Längerem mit Spekulationen über möglichen Insiderhandel konfrontiert, nachdem einzelne Nutzer wiederholt auffällig erfolgreiche Wetten platzierten. Mit den Berichten über bezahlte Creator und inszenierte Gewinn-Videos sorgt nun auch die Vermarktungsstrategie des Unternehmens für Diskussionen.

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