Meinungs-ECHO 

Trumps Krypto-Imperium: Bricht jetzt alles zusammen?

Donald Trump hat den Krypto-Space bis zum letzten Tropfen gemolken. Der “Krypto-Präsident” hinterlässt dabei nichts als verbrannte Erde.

Moritz Draht
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Ein Krypto-Automat mit Trump als Comicfigur darauf

Beitragsbild: picture alliance

| Trumps Krypto-Geschäfte straucheln

Kaum vorstellbar, dass sich Donald Trump sonderlich um seine Krypto-Geschäfte schert. Happy kann er aber auch nicht sein. Seit einiger Zeit läuft es nicht mehr. Die Kurse der verschiedenen Trump-Projekte stürzen ab, Gesetzgebungsverfahren stocken, der Rückhalt der Krypto-Branche scheint zu bröckeln. Das lässt sich an keinem besser ablesen als am einstigen Trump-Supporter Justin Sun. Zwischen dem Tron-Gründer und dem Trump-Clan knirscht es. Es geht um Millionen Dollar, die World Liberty Financial von Justin Sun eingefroren haben soll, Vorwürfe der Machtkonzentration und fragwürdige Token-Deals im Hintergrund. Die nun öffentlich ausgetragene Schlammschlacht bietet aber nicht nur hohen Unterhaltungswert. Es sind die ersten öffentlich sichtbaren Risse von Trumps Krypto-Imperium, das allmählich in sich zusammenfällt.

Sun legt sich mit den Trumps an

Dass Justin Sun einer der größten Unterstützer Trumps aus dem Krypto-Space war, ist nicht übertrieben. Der Tron-Gründer investierte früh sowohl in den TRUMP Memecoin als auch in das DeFi-Projekt World Liberty Financial. Beim ersten exklusiven Memecoin-Dinner in Mar-a-Lago erhielt Sun als größter Token-Holder eine Luxusuhr. Auch bei WLFI trat er früh als Großinvestor und späterer Berater auf.

Doch dann begann das Drama. Im September 2025 wird Justin Suns Wallet von World Liberty Financial auf eine Blacklist gesetzt, die Vermögenswerte eingefroren. World Liberty Financial warf Sun, der zuvor rund 50 Millionen WLFI-Token an die Börse HTX transferiert hatte, vor, die Token verkauft zu haben. Dem widersprach der Tron-Gründer, es folgten die ersten hitzigen Ausfälle.

Vor wenigen Wochen dann eskalierte der Streit. Auslöser diesmal eine Governance-Abstimmung vom März, bei der es um Token-Sperrfristen ging. Laut Sun sei das Ergebnis manipuliert worden. Über drei Viertel der Stimmgewalt kam von lediglich zehn Wallets. “Die Ergebnisse standen im Voraus fest”, so Sun auf X. World Liberty Financial warf Sun wiederum vor, “die Opferrolle zu spielen” – und drohte mit rechtlichen Schritten.

Mit Suns jüngsten Anschuldigungen, eine einzelne Wallet übe faktisch die Smart-Contract-Kontrolle aus und könne Token nach Belieben einfrieren, fand der Streit einen vorläufigen Höhepunkt. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem WLFI ohnehin unter Druck steht.

Während der Kurs des Token auf einem Allzeittief notiert, sorgen hinter den Kulissen auffällige Transaktionen für Unruhe. Das Projekt nutzt offenbar große Bestände seines eigenen, kaum gehandelten Token als Sicherheit auf einer DeFi-Plattform, um Stablecoins zu leihen, wie jüngst On-Chain-Daten zeigten. Manch einer spricht hierbei bereits von Luna 2.0 – in Anlehnung an den Terra-Crash.

Ein angeschlagener Krypto-Präsident

Der Vorfall mit Sun lässt tief blicken. Selbst unter Trumps größten Unterstützern finden sich inzwischen kritische Worte. Der Krypto-Höhenflug der Trumps scheint seinen Zenit überschritten zu haben. Das zeigt nicht zuletzt Donald Trumps eigene Bilanz, dessen Memecoin um 99 Prozent geradezu implodiert ist, der von Gattin Melania übrigens genauso. Wie gut, dass das nächste Memecoin-Dinner in Mar-a-Lago bereits vor der Tür steht.

Ende April wird es wieder ein Treffen der größten Trump-Coin-Investoren in Trumps Privatdomizil geben, doch sehr wahrscheinlich mit einem anderen “Vibe” als noch vor einem Jahr. Wer 2025 Zugang zu dem exklusiven Event wollte, musste mindestens Token für drei Millionen US-Dollar halten. Aufgrund des massiven Kursverfalls “genügen” heute umgerechnet 300.000 US-Dollar. Immerhin: Mit VIP-Status gibt es ein “Meet and Learn” unter anderem mit Boxlegende Mike Tyson.

Ob man Donald zu Gesicht bekommt, ist jedoch fraglich. Laut Teilnahmebedingungen könne das Event jederzeit abgesagt werden, die Anwesenheit von Donald Trump sei nicht garantiert. Immerhin: “Sollte Präsident Trump nicht teilnehmen können, erhalten Personen, die für die Veranstaltung 2026 qualifiziert sind, stattdessen ein TRUMP-NFT in limitierter Auflage”.

Aufgrund jüngster Ereignisse scheint auch fraglich, ob der Top-Investor dieses Mal wieder kommen wird. Auch dieses Jahr steht Justin Sun an erster Stelle der größten Token-Eigner. Ob er seine Luxusuhr persönlich in Empfang nimmt, scheint jedoch deutlich unsicherer als noch vor einem Jahr. Auch wenn Sun, der für seine Millionenzuwendungen – wie man munkelt – Amnestie erhielt, sich ein Fehlen eigentlich wohl nicht erlauben kann. Da bleibt ihm wohl nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen und ihn mit Trump-Wein herunterzuspülen.

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