Virtuelle Expansion “Tor ins Metaverse”: Microsoft hat Großes vor
Leon Waidmann

von Leon Waidmann

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Microsoft

Quelle: Shutterstock

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Nach Meta hat nun auch Microsoft ambitionierte Expansionspläne für das Metaverse angekündigt – was hat der Tech-Gigant vor?

In den vergangenen Tagen war das sogenannte Metaverse in aller Munde. Neben Meta, ehemals Facebook, kündigte nun auch Microsoft auf der hauseigenen Ignite-Konferenz seine Pläne an, in diese neue virtuelle Welt vorzustoßen. Am Kryptomarkt haben die jeweiligen Bekanntgaben beider Tech-Giganten dafür gesorgt, dass Metaverse-kompatible Kryptowährungen, etwa Ethereum und Solana, stark im Kurs ansteigen konnten.

Microsoft will nun unter dem Namen Mesh for Teams die unternehmenseigene Kommunikationssoftware “Teams” um eine Virtual-Reality-Komponente erweitern. Das hat das Unternehmen auf der Ignite-Konferenz bekannt gegeben. Anstelle von klassischen Videokonferenzen sollen Unternehmen dadurch die Möglichkeit erhalten, Meetings in virtuellen Räumen abzuhalten.

Mit einem umfassenden Update soll die neue Version von Teams in der ersten Hälfte des Jahres 2022 als Beta-Version erscheinen und mit allen gängigen Geräten (PCs, Smartphones und Tablets) kompatibel sein. Darüber hinaus sollen verschiedene VR-Brillen und auch die Microsoft-eigene AR-Brille Hololens verwendbar sein.

Mesh for Teams soll es Menschen ermöglichen, Avatare zu erstellen, mit denen sie kommunizieren können. Die Avatare kann man dann anstelle der üblichen Bildübertragung in klassischen Videokonferenzen einsetzen oder sich mit ihren Avataren in virtuellen Umgebungen treffen.

Durch den Einsatz personalisierter Avatare soll es etwa möglich sein, trotz ausgeschalteter Kamera Blickkontakt aufrechtzuerhalten – auch Mimik soll vollautomatisiert ausdrückbar sein.

Außerdem sollen sich die jeweiligen Räume je nach Meeting-Art anpassen lassen. Der Meeting-Raum für das täglich stattfindende Treffen wäre dann beispielsweise ein anderer, als bei einer virtuellen Feier.

Quelle: https://news.microsoft.com/innovation-stories/mesh-for-microsoft-teams/

Microsoft selbst bezeichnet die neue Teams-Funktion als “Tor ins Metaverse”:


Es ist auch ein Tor zum Metaverse – einer dauerhaften digitalen Welt, die von Menschen, Orten und Dingen bewohnt wird. Stellen Sie sich das Metaverse als eine neue Version – oder eine neue Vision – des Internets vor, in der Menschen miteinander interagieren können.

Das Metaverse lasse die reale Welt mit der digitalen Welt verschmelzen, in dem es echte Einzigartigkeit in jeden digitalen Raum integriert, so Microsoft CEO Satya Nadella.

Virtuelle Welten, in denen Tech-Konzerne das Sagen haben

In einem Interview mit CNBC äußerte sich der Mitbegründer von Reddit, Alexis Ohanian, kritisch zu den Metaverse-Plänen der Tech-Giganten. Er bezeichnete das Vorhaben als “Meisterleistung der Vertuschung und Ablenkung”, mit der die Unternehmen noch mehr Macht erlangen wollen würden.

Während er die Pläne für ein Metaverse nicht generell für schlecht halte, sei er überzeugt, dass der Krypto-Space auch ohne Meta und Microsoft ein offenes und freies Metaversum schaffen könne, das nicht von einzelnen Big-Tech-Konzernen kontrolliert wird.

Ohanian befürchtet, dass das “Metaverse” von Technologiefirmen in Wirklichkeit nur eine geschlossene Virtual-Reality-Welt sei, in der die Tech-Giganten das Sagen hätten. Microsoft und Facebook würden demnach lediglich in die virtuellen Sphären vorstoßen, um gezielt noch mehr Gewinne aus seinen Kunden herauszukitzeln.

Anders könnte die Zukunft des Metaverse auf einer dezentralen Blockchain aussehen, auf der Menschen gemeinsam und frei die virtuelle Welt der Zukunft gestalten. Projekte wie Decentraland (MANA) oder Sandbox (SAND) zeigen, wie das schon heute funktionieren kann. Angesiedelt auf Blockchains wie etwa Ethereum könnten dort Metaversen entstehen, die direkt in das Decentralized Finance (DeFi)- und Non-fungible Token (NFT)-Ökosystem der Blockchain-Welt integriert sind.

So wäre es möglich, dass ein Metaverse entsteht, das für alle frei zugänglich. Alle Nutzerinnen und Nutzer könnten in diesem freien Metaverse kulturellen und wirtschaftlichen Austausch betreiben, der nicht von einem Konzern oder einem Staat dominiert wird.


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