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ICO-Wahnsinn Token-Start-up ICOBox zu 16 Millionen US-Dollar Strafe verurteilt

Die US-Börsenaufsicht Security and Exchange Commisson (SEC) verdonnert das Token-Start-up ICOBox zu Strafzahlungen in Millionenhöhe. Nach Urteil eines US-Gerichts ist die Strafe rechtsgültig.

David Scheider
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Beitragsbild: Shutterstock

US-Bezirksrichter Dale Fischer sorgt im Fall eines kalifornischen Krypto-Start-ups für Klarheit: Nach Inhalt eines Statements bestätigt das Gericht eine Strafzahlung in Höhe von 16 Millionen US-Dollar, die die SEC von ICOBox verlangt. Damit ist die Strafe rechtskräftig. Den Strafbescheid, den die SEC erst am 9. Januar dieses Jahres eingereicht hatte, richtet sich sowohl gegen ICOBox als auch gegen dessen Gründer Nikolay Evdokimov. Laut Gerichtsakten muss dieser eine Zivilstrafe in Höhe von 192.768 US-Dollar zahlen.

ICOs unter Betrügern beliebt

Grund für den Strafantrag sind Verstöße gegen bestehendes Börsenrecht. Laut SEC hatte ICOBox weder eine Lizenz für den Verkauf von Securities noch die Erlaubnis, als Broker zu fungieren. Zwar hatte das Unternehmen seinen ICO bereits 2017 während der letzten Boom-Phase durchgeführt. Die US-Börsenaufsicht begann indes erst im Nachgang mit der rechtlichen Überprüfung der Kapitalmethode. Wie BTC-ECHO bereits berichtete, schätzt die SEC fast alle Token als Securities ein, was wiederum eine Registrierung voraussetzt. Dieser Auflage ist ICOBox genau wie viele andere Token-Start-ups jedoch nie nachgekommen. Nach Inhalt einer Pressemitteilung, die die Behörde bereits im September 2019 veröffentlicht hatte, wurden durch den unmittelbaren Token Sale über 2.000 Investoren zum Kauf der Token verleitet – und durch den Kurseinbruch geprellt.

Ausschlagend für die Klassifizierung als Wertpapier waren demnach die Aussicht auf Spekulationsgewinne. Laut dem Howey-Test, einem Lackmus-Test für die Klassifizierung von Securities, ist die Aussicht auf Gewinne ein klares Indiz für registrierungsbedürftige Securities.

Indem ICOBox und Evdokimov die Registrierungsanforderungen der Wertpapiergesetze ignorierten, setzten sie die Anleger Investitionen aus, die jetzt praktisch wertlos sind – ohne Informationen zu liefern, die für fundierte Investitionsentscheidungen von entscheidender Bedeutung sind,

heißt es in dem SEC-Statement.

Gründer abgetaucht

Nach Inhalt einer gerichtlichen Pressemitteilung zur Causa ICOBox ist Gründer Evdokimov derzeit abgetaucht. Weder das Gericht noch die SEC konnte Evdokimov für eine Stellungnahme gewinnen. Schlimmer noch: Laut SEC-Angaben seien die Büroräume verlassen aufgefunden worden – vom Gründer fehlt seither jede Spur.

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