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zK-SNARK sei Dank Studie zeigt: Anonyme Stablecoin-Zahlungen möglich

Wer mit Stablecoins anonyme Zahlungen durchführen möchte, hat momentan schlechte Karten. Eine neue Studie zeigt: Es geht doch. Mithilfe von sK-SNARKs.

Phillip Horch
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anonyme stablecoin

Beitragsbild: shutterstock

| Mithilfe von zK-SNARKs sollen anonyme Stablecoin-Zahlungen bald möglich sein

Ein Stablecoin ermöglicht es, Fiat-Zahlungen durchzuführen, ohne das Blockchain-Ökosystem zu verlassen. Gerade beim Trading ist das oft von Vorteil, man spart sich den Weg über eine Bank. Aus dem DeFi-Bereich sind sie kaum wegzudenken, stellen sie doch eine wichtige Brücke zwischen der traditionellen Fiatwelt und der Welt der Kryptowährungen dar. Schließlich bildet ein Stablecoin Euro, US-Dollar und Co. im Verhältnis eins zu eins ab. Woran es bisher allerdings noch mangelt, sind Möglichkeiten, um mit ihnen anonym zu bezahlen.

Anonyme Stablecoin-Zahlungen sind möglich

Eine Studie, die BTC-ECHO vorab vorliegt, zeigt nun: Das könnte sich bald ändern. In “How to design a compliant, privacy-preserving fiat stablecoin via zero-knowledge proofs” präsentieren die Autoren der Studie Dr. Jonas Gross, Johannes Sedlmeir und Simon Seiter, dass hier Non-interactive zero-knowledge Proofs, kurz: zK-SNARKs, eine entscheidende Rolle spielen können.

Bei der Studie greifen sie unter anderem auf ein Paper aus dem Jahr 2021 zurück. Im Rahmen des Papers entwickelte eine Forschergruppe einen Ansatz, wie eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) ausgestaltet werden kann, um eine hohe Privatsphäre für CBDC-Zahlungen unter Einhaltung rechtlicher Vorschriften zu ermöglichen. Dieses Paper wurde auch einigen Zentralbanken präsentiert, die den Ansatz für vielversprechend hielten.

In der nun neu veröffentlichten Studie werden die Konzepte des CBDC-Papiers genutzt und erweitert, sodass sie auf Stablecoins Anwendung finden. Wie die Studie zeigt, wäre es durch den Einsatz dieses Proof-Verfahrens für Stablecoins ebenfalls möglich, zugleich die Privatsphäre von Nutzern zu wahren und dennoch die Vorschriften zu den Geldwäscherichtlinien einzuhalten.

Wie die Studie, die unter der Schirmherrschaft von eTonec, Hauck Aufhäuser Lampe und der Universität Luxemburg indessen zeigt, wäre es durch den Einsatz dieses Proof-Verfahrens möglich, zugleich die Privatsphäre von Nutzern zu wahren und dennoch die Vorschriften zu den Geldwäscherichtlinien einzuhalten.

Podcast

Die Autoren schlagen vor, dafür auf das Blockchain-Protokoll der Mina Foundation zurückzugreifen. Dr. Jonas Gross fasst das gegenüber BTC-ECHO wie folgt zusammen:

Zero-knowledge Proofs werden ein wesentliches Rückgrat für den Zahlungsverkehr der Zukunft sein, da durch sie die Wahrung der Privatsphäre vertraulicher digitaler Zahlungsdaten möglich wird. Wie wir in der Studie gezeigt haben, kann die Zero-Knowledge-Technologie in Verbindung mit digitalen Identitäten sogar dazu verwendet werden, ein Stablecoin-System zu entwickeln, das die Privatsphäre schützt und gleichzeitig die gesetzlichen Anforderungen zur Bekämpfung von Geldwäsche erfüllt. Das Mina-Protokoll ist aufgrund seiner Zero-Knowledge-Fähigkeiten und seiner extremen Effizienz eine passende Technologie, um Anwendungsfälle basierend auf Zero-Knowledge-Proofs Realität werden zu lassen, und der Grund, warum wir uns für die Zusammenarbeit mit der Mina Foundation rund um diese Studie entschieden haben.

Dr. Jonas Gross, eTonec GmbH

zK-SNARK: Verifikation ohne Details

Die Idee hinter den vorgeschlagenen zK-SNARKs ist es, Transaktionen zu verifizieren, ohne in die Details über Sender und Empfänger zu gehen. Das bedeutet, dass zwar bestätigt wird, ob eine Transaktion korrekt ausgeführt wurde. Dabei werden jedoch keine Informationen über die jeweiligen Parteien herausgegeben.

So wird endlich digital, was analog schon lange möglich ist: der Austausch von kleineren Geldmengen ohne Preisgabe persönlicher Informationen. Der praktische Nebeneffekt ist es, dass alles schnell über die Bühne geht, da eine reduzierte Menge an Informationen gesendet werden muss. Johannes Sedlmeier sieht hier eine Chance für die Zukunft des Zahlungsverkehrs. Gegenüber BTC-ECHO teilt der Co-Autor der Studie mit:

Mit der rückläufigen Bedeutung von Bargeld als Zahlungsmittel verlieren die Verbraucher allmählich die Möglichkeit, kleine Zahlungen unter Wahrung der Privatsphäre zu tätigen. Ich bin der Meinung, dass als Ersatz in Zukunft digitale Zahlungen möglich sein sollten, die eine ähnliche Privatsphäre wie bei Bargeld bieten; und zwar bis zu einem bestimmten monatlichen oder jährlichen Grenze, um Missbrauch, z. B. für Geldwäsche, zu verhindern. Die Privatsphäre sollte gewahrt bleiben, ohne dass man darauf vertrauen muss, dass eine Bank oder eine Regierung diese Transaktionen nicht analysiert oder speichert […].

Johannes Sedlmeir, SnT, University of Luxembourg

Wer sich bereits etwas länger mit dem Krypto-Space beschäftigt, dem oder der werden zK-SNARKs unter Umständen bekannt sein. Der Privacy Coin ZCash verwendet ihn, um Transaktionen zu verschleiern. Der Nachteil bei Privacy Coins ist allerdings, dass man sie aufgrund von Krypto-typischen Kursschwankungen nur bedingt im Zahlungsverkehr einsetzen kann. Außerdem sind sie Regulatoren ein Dorn im Auge.

Die Zukunft der Stablecoins

Die Studie legt einen Grundstein, um einen neuen Stablecoin zu entwickeln, der Privatsphäre-Features hat und dennoch keine Abstriche bei der Sicherheit machen muss. Kurt Hemeker von der Mina Foundation identifiziert dahingehend die Studie als Wegweiser für zukünftige Entwicklungen:

Die Zusammenarbeit der Mina Foundation mit etonec, Hauck Aufhäuser Lampe und der Universität Luxemburg hat gezeigt, dass es möglich ist, mit Hilfe der ZK-Technologie sowohl den Schutz der Privatsphäre als auch die Einhaltung von rechtlichen Vorschriften im Zahlungsverkehr zu ermöglichen. Diese Erkenntnisse sind wegweisend für die Gestaltung und Einführung fiat-basierten Stablecoins und digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs), die das Vertrauen und die Stabilität in der digitalen Wirtschaft fördern

Kurt Hemecker, Mina Foundation
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