Krypto-Steuer 

So versteuerst du Gewinne aus tokenisierten Aktien

Der Handel mit tokenisierten Aktien nimmt in Deutschland zu. Aber wie versteuert man Gewinne richtig? Ein Krypto-Steuerberater klärt auf.

Daniel Hoppmann
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Alphabet, Microsoft, Tesla, Apple, Nvidia, Amazon und Meta Logo auf schwarzem Hintergrund.

Beitragsbild: picture alliance / NurPhoto | Jakub Porzycki

| Tokenisierte Aktien können rund um die Uhr gehandelt werden

Die Tokenisierung macht kontinuierlich Fortschritte. Auch hierzulande erkennen immer mehr Anleger die Vorteile von auf der Blockchain basierenden Wertpapieren und Derivaten. Doch wie sieht es mit der Besteuerung aus – und welche Stolperfallen gilt es zu vermeiden? Antworten darauf liefert Krypto-Steuerexperte Matthias Steger.

In der Vergangenheit wurde der Krypto-Sektor immer wieder von Hype-Narrativen geprägt, die eine unmittelbar bevorstehende institutionelle Adoption versprachen. Ob NFTs, Metaverse oder Blockchain-Gaming – rückblickend haben sich viele dieser Erwartungen nicht erfüllt. Bei der Tokenisierung zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Kaum ein Trend erfreut sich derzeit im traditionellen Finanzsektor größerer Beliebtheit.

Auch in Deutschland wächst die Zahl der Anbieter, die tokenisierte Vermögenswerte – häufig in Form von Aktien – handelbar machen. Ihr entscheidender Vorteil gegenüber klassischen Wertpapieren: Sie sind rund um die Uhr verfügbar. Dank der Blockchain können Anleger somit jederzeit auf geopolitische Entwicklungen oder makroökonomische Veränderungen reagieren – unabhängig von Börsenöffnungszeiten.

Tokenisierte Aktien: Wann die Kapitalertragsteuer greift

Wer diese permanente Handelbarkeit für die eigene Portfolio-Optimierung nutzen möchte, sollte sich zunächst mit den steuerlichen Rahmenbedingungen vertraut machen. Denn je nach Ausgestaltung können tokenisierte Aktien steuerlich unterschiedlich behandelt werden, erklärt Matthias Steger im Gespräch mit BTC-ECHO.

Grundsätzlich gilt: Tokenisierte Aktien werden steuerlich wie klassische Aktien behandelt. “Dies ist dann der Fall, wenn die tokenisierte Aktie echte Gesellschaftsrechte verbriefen, wie zum Beispiel Stimmrechte oder Gewinnbezugsrechte”, so Steger. Das ist häufig bei Aktien der Fall, die auf Grundlage des elektronischen Wertpapiergesetzes (eWpG) emittiert wurden – also dort, wo der gesamte Emissionsprozess über die Blockchain erfolgt ist. Liegen diese Voraussetzungen vor, unterliegen Gewinne der Kapitalertragsteuer, die in Deutschland 25 Prozent beträgt.

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Viele Anleger werden jedoch auf tokenisierte Aktien stoßen, die streng genommen als Derivate gelten. Dabei werden Aktien bekannter Unternehmen wie Tesla oder Apple tokenisiert und durch reale Wertpapiere besichert. Für die steuerliche Einordnung macht das jedoch keinen Unterschied, betont Steger. “Es kommt vor allem darauf an, ob man einen Rückzahlungsanspruch gegen den Herausgeber des Tokens hat”, so der Krypto-Steuerberater weiter. Wer also Produkte wie xStocks oder Bitpanda Stocks handelt, muss ebenfalls Kapitalertragsteuer auf Gewinne zahlen.

Tokenisierte Aktien: Hier greifen die Krypto-Steuerregeln

Im Krypto-Sektor existieren zudem zahlreiche synthetische Token, die lediglich die Kursentwicklung von Aktien abbilden. Auf den ersten Blick wirken sie wie tokenisierte Aktien, doch fehlen den sogenannten „Asset Backed Token“ zentrale Eigenschaften, die für eine Gleichstellung mit klassischen Wertpapieren notwendig wären.

“Soweit diese Asset Backed Token keine Stimmrechte oder Gewinnbezugsrechte verbriefen, handelt es sich nicht um Wertpapiere, die mit Aktien vergleichbar sind”, sagt Krypto-Steuerberater Steger.

Steuerlich werden diese Token daher wie Kryptowährungen behandelt – also ähnlich wie Bitcoin oder Ethereum. Das bedeutet: Gewinne können in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei realisiert werden. In der Praxis sind diese Produkte für Privatanleger jedoch häufig wenig attraktiv, da das Handelsvolumen meist sehr gering ist.

Diese Steuerfallen sollte man kennen

Abschließend gibt der Steuerexperte noch wichtige Hinweise, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Denn im Vergleich zu klassischen Aktien bestehen einige Unterschiede, die Anleger unbedingt berücksichtigen sollten.

Das beginnt bereits bei der Steuerabführung. Während im traditionellen Aktienhandel Börsen und Broker gesetzlich verpflichtet sind, die Steuer automatisch abzuführen, ist das bei tokenisierten Aktien eher die Ausnahme, erklärt Steger. Auch eine Steuerbescheinigung zu Beginn des neuen Jahres ist oft nicht verfügbar. “Man muss also zwingend eine Steuererklärung einreichen, wenn bisher kein Steuerabzug einbehalten wurde. Sonst begeht man schnell Steuerhinterziehung”, warnt der Experte.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verlustverrechnung. Diese erlaubt es Anlegern, Verluste mit Gewinnen desselben Steuerjahres zu verrechnen und so die Steuerlast zu senken. Allerdings gilt: Verluste dürfen nur mit Gewinnen derselben Einkunftsart verrechnet werden – also Krypto mit Krypto und Aktien mit Aktien. Eine Verrechnung von Aktiengewinnen mit Krypto-Verlusten ist nicht zulässig. “Das ist gesetzlich verboten”, betont Steger. Diese Regelung gilt entsprechend auch für tokenisierte Aktien.

Zum Schluss empfiehlt der Krypto-Steuerberater eine lückenlose Dokumentation. “Sofern man eine Steuerbescheinigung nach amtlichem Muster, zum Beispiel von einer Bank im Inland, erhält, gelten keine besonderen Anforderungen an die Dokumentation”, so Steger. Und weiter: “Sobald man aber mit ausländischen Banken/Emittenten/Exchanges interagiert, unterstellt die Finanzverwaltung erweiterte Mitwirkungspflichten.”

Das bedeutet: Jede Transaktion, jede E-Mail und sämtliche Portfolioübersichten sollten sorgfältig dokumentiert und mindestens sechs Jahre aufbewahrt werden. Denn am Ende zeigt sich: Der wahre Stresstest kommt nicht im Bärenmarkt, sondern wenn das Finanzamt Fragen stellt.

Wer bei der Dokumentation alles richtig machen will, sollte sich auf die Reporting-Tools von Blockpit verlassen. Die österreichische Firma bietet Steuersoftware an, die automatisch alle Transaktionen eurer Accounts trackt.

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