Wassu Wassu Handschelle SEC: Mutmaßliche BitConnect-Drahtzieher angeklagt
David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

BitConnect

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Die SEC richtet ihre Ermittlungen gegen sechs Personen aus dem Umfeld von BitConnect. Sie sollen bis zu 1,3 Millionen US-Dollar aus der Promotion des mutmaßlichen Krypto-Scams erhalten haben.

Die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam, aber sie malen. Krypto-Schurken, die während des vergangenen Bullenmarktes 2017 durch rechtswidrige Projekte Kunden geprellt haben, können ihre Aktivitäten daher Jahre später noch auf die Füße fallen. Dieser Erfahrungen machen nun wohl auch die Verantwortlichen des mutmaßlichen BitConnect-Scams. Denn wie aus einer entsprechenden Pressemitteilung der SEC hervorgeht, klagt die US-Börsenaufsicht eine Reihe von Individuen an, die hinter BitConnect stehen sollen.


Der Vorwurf lautet auf “Durchführung eines nicht registrierten Verkaufs von Wertpapiere in Form von Investitionen in das Kreditprogramm von BitConnect.” Dabei soll die Organisation, die im Zeitraum zwischen Februar 2016 und Februar 2018 aktiv war, Anlegern etwa zwei Milliarden US-Dollar (USD) abgeknöpft haben. Und das, ohne jemals als Unternehmen registriert gewesen zu sein.

Ein Netzwerk von Promotern

BitConnect bestand seinerzeit aus einem vielschichtigen Netzwerk aus Promotern und Managern, die Investoren Renditen von bis zu 40 Prozent im Monat versprachen. Die selbst für Krypto-Verhältnisse lukrativen Versprechen sollten laut BitConnect aus dem Bitcoin-Trading mittels Bots stammen. Allein: Einen solchen Bot hat es wohl niemals gegeben. Dass das Kartenhaus nach nur einem Jahr zusammenbrach, war angesichts der bekannten Krypto-Volatilität wenig überraschend. Denn eigentlich wies BitConnect Züge eines sogenannten Ponzi-Systems (auch Schneeballsystem genannt) auf. Denn frühe Investoren wurden einfach mit dem Geld neu hinzugekommener ausbezahlt. Eine echte Erwirtschaftung von Gewinnen, die das System tragen konnte, fand nicht statt.

Angeklagt sind nun insgesamt sechs Personen (Trevon B., Craig G., Joshua J., Ryan M., Michael N. und Laura M.), die zum Top-Personal von BitConnect gehört haben sollen. Ihnen wirft die SEC vor, “Wertpapiere unrechtmäßig verkauft zu haben, ohne diese vorher ordnungsgemäß registriert zu haben.” Für jeden neuen Investor, den die Beschuldigten ins BitConnect-System integriert haben, sollen sie laut Anklageschrift bis zu sieben Prozent Kommission erhalten haben. Dabei sprangen bis zu 1,3 Millionen USD an Rewards für Top-Promoter wie Craig G. heraus, wie die SEC schreibt.


Aufstieg und Fall von BitConnect

Seinerzeit war BitConnect eines der schillerndsten Projekte am Krypto-Markt. Das liegt einerseits an der anfangs steilen Aufstiegskarriere des nativen Coins BCC. Andererseits machte BCC durch Meme-ähnlichen Internet-Videos von sich reden. Der Coin schoss in den ersten Monaten von 0 auf über 500 USD und rangierte zeitweise auf Platz 13 der Top-Kryptowährungen. Fiel dann aber 2018 aufgrund von Strafverfolgung durch britische und US-Behörden binnen Tagen wieder auf einen USD. Tausende Anleger waren damit geprellt.

Berühmt-berüchtigt wurde BitConnect allen voran durch ein virales Internet-Video, das Promoter Carlos Matos bei einer Konferenz in Thailand zeigt.

Die Beschuldigten der jüngsten SEC-Klage sind dabei nicht die ersten, die aufgrund von Verstrickungen in BitConnect in juristische Schwierigkeiten geraten. So läuft der Prozess gegen den ehemaligen Chef-Promoter von Australien, John Bigatton, bereits seit 2018. Auch Indien-Chef Divyesh Darji wurde im August 2018 von dortigen Behörden festgenommen.

Matos selbst macht dieser Tage – offenbar unbehelligt von Strafverfolgung – seine Geschäfte in der Ernährungsbranche. Auf YouTube preist er nun anstatt von obskuren Krypto-Spielchen Ernährungstheorien wie Intervallfasten an.


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