"Ich war einfach nur traurig" Betrüger klaut über 20 Porsche-NFTs – Porsche tut nichts

Ein Betrüger klaut über 20 Porsche-NFTs. Die Opfer stehen alleine da. Der Fall ist eine Lehre für die Web3-Zukunft.

Giacomo Maihofer
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Porsche

Beitragsbild: Shutterstock

| Gegen die Wand gefahren: Nach schwierigem Start kämpft Porsche nun mit Betrügereien

Ein Klick auf einen falschen Link – und sie sind weg. Andreas Marshall (Name von der Redaktion geändert) verliert seine gerade erst teuer gekauften Porsche-NFTs an einen Betrüger. Er ist eines von mittlerweile über zwanzig Opfern. Der Wert eines dieser NFTs: Rund 2,5 Ethereum, umgerechnet fast 3.000 US-Dollar. Und Porsche? Tut nichts.

Am 25. Januar launcht der Autokonzern seine erste NFT-Kollektion. Er will ins Web3 vorstoßen, mit 7.500 NFT-Modellen des 911 Carrera, einem legendären Auto. Der Startschuss verläuft unglücklich. Nur ein Bruchteil wird geminted, wegen fehlendem Interesse. Auf Twitter spottet man über eine mangelnde Utility. Andreas Marshall ist einer der Käufer. Und freut sich tatsächlich: Denn Porsche verspricht unter den NFT-Besitzern unter anderem die Verlosung einer besonderen Experience.

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Einige Tage später bekommt er einen Link zugeschickt, für einen Airdrop von Porsche, angeblich vom Autokonzern selbst. Als er draufklickt, wird sein NFT an eine andere Wallet gesendet. Der Betrüger schickt diesen Link an alle originalen Porsche-NFT-Besitzer. Über zwanzig von ihnen klicken darauf. Auf Nachfrage erklärt Porsche gegenüber Marshall, man habe die NFTs gesperrt. Zurückholen könne man sie nicht. Denn Transaktionen auf der Blockchain lassen sich nicht rückgängig machen. Er soll sich an die Polizei wenden. Intern werde der Fall zur Prüfung weitergegeben.

Porsche und Co. sollten daraus lernen

“Ich war einfach traurig”, sagt Marshall. “Mir geht es gar nicht um das Geld. Ich wollte bei der Experience mitmachen.” Er ist bereits seit drei Jahren im Space, kein Neuling. Kompensation von Porsche gibt es nicht. Dabei wurde nur ein Viertel aller originalen NFTs geminted.

Marshall sieht in dem Fall eine Lehre für die Zukunft. Immer mehr Firmen dringen ins Web3 vor. Soll das Angebot den Mainstream wirklich abholen, müsse man dafür sorgen, dass solche Betrügereien nicht so leicht passieren. “Es braucht vielleicht eine Backdoor, um sowas rückgängig zu machen. Oder man müsste die Adressen der Besitzer verschleiern, damit ein Betrüger nicht so einfach falsche Links an alle verschickt”, meint Marshall.

Auf Nachfrage von BTC-ECHO antwortete Porsches Presseagentur Road2Dreams: “Der Schutz unserer Kunden hat für uns immer oberste Priorität. Deshalb sensibilisieren wir unsere Kunden regelmäßig für Betrugsfälle. Leider wurden die von Ihnen erwähnten Transaktionen außerhalb unserer Website durchgeführt. Daher können wir sie nicht beeinflussen.”

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