Polymarket sammelt in einer neuen Finanzierungsrunde eine Milliarde US-Dollar ein. Die Bewertung der Plattform für Prognosemärkte steigt damit auf 21 Milliarden US-Dollar. Das berichten Bloomberg und das Wall Street Journal unter Berufung auf Insider.
Angeführt wird die Runde von 1789 Capital mit rund 300 Millionen US-Dollar. Die Beteiligungsfirma hatte zuvor bereits etwa 200 Millionen investiert und käme damit auf ein Gesamtengagement von rund einer halben Milliarde. Bei 1789 Capital ist Donald Trump Jr. Partner, der zugleich im Beirat von Polymarket sitzt. Laut New York Times berät er außerdem den direkten Konkurrenten Kalshi. Demokraten im Kongress haben inzwischen eine Untersuchung zu den Verbindungen der Firma in regulierte Wirtschaftszweige eingeleitet.
Bewertung steigt, Marktanteil schrumpft
Für Polymarket ist es ein rasanter Sprung. Noch im April hatte die Plattform eine Runde bei 15 Milliarden US-Dollar abgeschlossen, damals stiegen unter anderem D.E. Shaw und G Squared ein. Das entspricht einem Plus von 40 Prozent in wenigen Monaten.
Operativ sieht das Bild anders aus. Im Wettbewerb mit Kalshi verliert Polymarket seit Monaten Boden. Nach Daten von DeFi Rate kam Kalshi Anfang Juli auf rund 73 Prozent Marktanteil, Polymarket auf 27 Prozent. Im Mai hatte Kalshi mit 17,91 Milliarden US-Dollar Volumen den neunten Monatsrekord in Folge aufgestellt, während Polymarket bei 7,08 Milliarden lag, ein Rückgang von 21 Prozent gegenüber dem März-Hoch.
Gleichzeitig baut das Unternehmen seine Position in den USA wieder auf, nachdem es zuvor US-Nutzer ausgeschlossen hatte. Möglich wurde das durch die Übernahme einer regulierten Börse. Zudem holte Polymarket die frühere FBI-Ermittlerin Shana Bautista als Leiterin für Ermittlungen an Bord. Größter Anteilseigner bleibt ICE, die Muttergesellschaft der New Yorker Börse, mit rund 22 Prozent.
