Zwischen Sammelfieber und Glücksspiel 

Tokenisierte Pokémon-Karten erreichen neues Rekordhoch: Das steckt hinter dem Hype

Trotz des Bitcoin-Crashs erreichten tokenisierte Pokémon-Karten erneut ein Rekordvolumen. Warum weiterhin jedoch Vorsicht geboten ist.

Johannes Dexl
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Eine Nahaufnahme mehrerer glänzender, goldfarbener Pokémon-Karten, die in Reihen auf einer dunklen Fläche ausgestellt sind und auf das einzigartige Potenzial des Handels mit diesen Sammlerstücken an der Kette hinweisen.

Beitragsbild: Shutterstock

| Pokémon-Karten erwiesen sich zuletzt als eines des besten Investments

Der Krypto-Markt befand sich im Juni tief im Abwärtstrend. Bitcoin verlor mehr als 20 Prozent und fiel auf den niedrigsten Stand seit 21 Monaten. Die Nachfrage nach tokenisierten Sammelkarten erreichte dennoch einen neuen Rekord. Nach Daten von Blockworks Research gaben Nutzer im Juni rund 324 Millionen US-Dollar für sogenanntes Onchain-Gacha aus. Ein Jahr zuvor waren es noch etwa 50 Millionen US-Dollar.

So funktioniert das Geschäft

Das Prinzip ähnelt klassischen Booster-Packs oder Lootboxen. Käufer zahlen einen festen Betrag, wissen jedoch vorab nicht, welche Karte sie erhalten. Der Wert kann von wenigen Cent bis zu mehreren Hunderttausend US-Dollar reichen.

Plattformen wie Collector Crypt oder Courtyard lagern bewertete physische Karten in Tresoren und erstellen dazu passende NFTs. Nutzer können die Token behalten, handeln, gegen die echte Karte eintauschen oder direkt an die Plattform zurückverkaufen.

Gerade diese Rückkaufmöglichkeiten beschleunigen den Kreislauf. Wer eine wenig wertvolle Karte erhält, kann sie teilweise sofort für rund 85 Prozent des Kaufpreises verkaufen und das Geld für das nächste Paket einsetzen.

Vorteile der Tokenisierung

Der Boom profitiert von der wachsenden Nachfrage nach Pokémon-Karten. Zugleich beseitigt die Tokenisierung einige Probleme des klassischen Sammelkartenhandels. Eigentumswechsel erfolgen innerhalb weniger Sekunden, während Authentifizierung, Versand und Käufersuche entfallen.

Das Modell bringt jedoch Risiken mit sich. Käufer müssen darauf vertrauen, dass die hinterlegten Karten tatsächlich existieren, korrekt bewertet wurden und sicher verwahrt werden. Zudem ähnelt der Zufallsmechanismus stark den bereits regulatorisch umstrittenen Lootboxen aus Videospielen.

Ob das Wachstum nachhaltig ist, bleibt daher offen. Der schnelle Kauf- und Rückkaufkreislauf kann Rekordzuflüsse ermöglichen, könnte sich bei sinkendem Interesse jedoch ebenso schnell umkehren.

Ungewiss ist auch der weitere Kursverlauf von Bitcoin, doch diesen BTC-Kurs erwarten Insider bis Januar 2027.

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