Nur 175 Investoren Occam: Cardano-Ethereum-Brücke erntet heftige Kritik für Token Sale Debakel
Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Ein Mann steht am Pranger und wird mit Tomaten beworfen

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Der Start des Cardano-Launchpads OccamRazer war von heftigen Turblenzen begleitet. Der neue OCC Token war binnen 30 Sekunden ausverkauft – nun bläst Occam ein Shitstorm entgegen.

Cardano schielt bekanntermaßen auf den Thron der führenden Smart-Contract-Plattform Ethereum. Mit dem anstehenden Release des Smart-Contract-Testnetzwerks Alonzo wird Cardano einen wichtigen Schritt in diese Richtung vollziehen. Doch damit alleine ist es noch lange nicht getan. Cardano muss zusätzlich um die Gunst der Smart-Contract-Entwickler buhlen und Wege bereitstellen, wie sich neue Projekte für Cardano dezentral finanzieren lassen. Genau das will das Projekt Occam.fi ermöglichen, das am gestrigen 14. April seinen Token OCC erstmals öffentlich verkauft hat.


Occam (OCC) in Rekordzeit vergriffen

Occam lancierte gegen 18:30 MEZ seinen Token OCC. Das IDO (Initial Distributed Offering) markierte gleichzeitig den Start der Crowdfunding-Plattform OccamRazer, die sich der Finanzierung von Cardano-basierten Projekten verschrieben hat. Dabei verfügt Occam über eine eigens entwickelte “Liquiditätsbrücke”, die es ermöglicht, Kapital von Ethereum auf Cardano zu verschieben.

Das Asset OCC spielt dabei eine zentrale Rolle: OCC existiert sowohl als ERC-20 Token auf der Ethereum Blockchain sowie als nativer Token im Cardano-Ökosystem. Die 200.000 OCC, die im Rahmen des IDO herausgegeben wurden, waren binnen 30 Sekunden ausverkauft – was so manchen ernüchterten Anleger hinterlassen hat. Insgesamt haben sich 175 Investoren OCC sichern können. Die maximale Investitionssumme betrug 1 ETH. Bei einem ETH-Kurs von 2.350 USD ergibt sich damit ein durchschnittlicher Ausgabekurs von rund 1,88 USD pro OCC.

Zudem hatten viele Nutzer offenbar Probleme, auf die Plattform zuzugreifen und berichteten von Fehlermeldungen.

Das war der beschissenste Start eines IDO das ich jemals gesehen habe! Ihr Typen seid Professionelle? Sorry – aber das war eine Schande,

kommentierte etwa ein Twitter-Nutzer den Verkauf der OCC Token.


Occams Shitstorm

In Anbetracht der teils heftigen Kritik hat sich das Team mittlerweile öffentlich für den Ablauf des IDO gerechtfertigt.

Occam bemüht sich um Image-Schadensbegrenzung

In einem offenen Brief an die Communities erklärte die für das Projekt verantwortliche Occam Association, dass sie nicht einen derart großem Andrang erwartet habe:

Wir haben nicht mit einer solch beispiellosen Nachfrage nach dem OCC gerechnet und sind unserer Community unglaublich dankbar für dieses enorme Engagement. Fast 150.000 Besucher kamen auf unsere Seite und versuchten, an der IDO teilzunehmen. Das daraus resultierende hohe Transaktionsvolumen erschöpfte unsere OCC-Reserven in weniger als 30 Sekunden, und es ist unnötig zu sagen, dass wir nach dieser unvorstellbaren Nachfrage etwas überwältigt waren.

Natürlich habe man ein möglichst faires IDO angestrebt, heißt es in der Erklärung weiter. Allerdings habe man keine Kontrolle darüber ausgeübt, wer sich an dem OCC Token Sale beteiligen kann, um dem Krypto-Ideal der Dezentralisierung Rechnung zu Tragen. Um OCC einer breiteren Masse zugänglich zu machen, habe man den Token deshalb für das Trading auf der dezentralen Exchange Uniswap freigeschaltet.

Zu Redaktionsschluss handelt OCC auf Uniswap bei 13,36 US-Dollar und damit deutlich über dem Ausgabepreis. Der Gesamt-Supply liegt bei 100 Millionen Einheiten. Daraus ergibt sich eine verwässerte Marktkapitalisierung von 1,3 Milliarden US-Dollar. Ein stattlicher Wert, wenn man bedenkt, dass es noch kein einziges Projekt gibt, das auf OccamRazer gelistet wird. Bevor Cardano mit Plutus seine eigene Smart Contract Plattform einer größeren Entwicklercommunity zugänglich macht, wird das wohl vorerst auch so bleiben. Doch wenn Cardano seinem Fahrplan treu bleibt, könnte es sich das Bild bereits im Spätsommer drastisch ändern.


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