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NFT- und Krypto-Games Vorteile für alle oder nur mehr Mikrotransaktionen?

NFTs erobern nach der Kunst- und der Finanzwelt auch den Gaming-Bereich. Ist das eine positive Entwicklung, oder eher nicht? Ein Gastbeitrag von Adrian Fritz.

Adrian Fritz
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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Eine Szene aus Axie Infinity.

Beitragsbild: Axie Infinity

2021 erlebte die Szene für Non-fungible Token (NFTs) eine wahre Manie: Obwohl sie eigentlich schon deutlich länger existieren, war das vergangene Jahr von einigen Meilensteinen geprägt, die die öffentliche Wahrnehmung von NFTs – einst bloß als “überteuerten JPGs” gesehen – wesentlich veränderten. Neben der zunehmenden finanziellen Bedeutung kommt NFTs vor allem aufgrund ihrer bemerkenswerten technischen Attribute und ihrem zunehmenden Stellenwert in der Kreativindustrie Potenzial zu. Dazu gehört auch die Gaming-Szene, in der sich Kreativität, Ökonomisierung und technologische Entwicklung vereinen – und durch den Nutzen des wachsenden Krypto-Ökosystems vielleicht auch ein demokratischer Geist.

Brotverdienst, aber kein Spiel für Vollblut-Gamer: Axie Infinity

Krypto ist zwar heute bereits ein handfester Player in der Videospielbranche, zumindest nach Zahlen. Aktuell gibt es rund 400 aktive Blockchain-Games, also Spiele, die auf der Blockchain-Technologie aufbauen. Die Verbreitung bleibt jedoch auf gewisse Teilbereiche des Marktes begrenzt und stößt innerhalb der Szene noch auf Skepsis. Bei den meisten Blockchain-Games – inklusive dem 2021 veröffentlichten DeFi Kingdoms und dem mittlerweile über vier Milliarden US-Dollar schweren Axie Infinity des vietnamesischen Entwicklers Sky Mavis – handelt es sich eigentlich um DeFi-Anwendungen, mit denen Spieler für ihre Leistungen In-Game-Währungen verdienen, die diese mit anderen Spielern handeln oder auch gegen Fiat-Geld eintauschen können.

Das Modell Axie Infinity hat durch seine eigens geschaffene Mikroökonomie zwar durchaus Chancen offenbart – in einkommensschwachen Ländern wie den Philippinen oder Venezuela wurde das Spielen für einige Menschen zum profitablen Fulltime-Job – bringt aber durch die jüngeren Kursschwankungen der internen Währungen AXS und SLP mehrere Kehrseiten zutage. Dazu kommen die Tatsachen, dass das Spielen durch den notwendigen Erwerb einer Spielfigur eine Einstiegsinvestition erfordert und nicht zuletzt auch ein Suchtpotenzial birgt. 

NFTs: Erste Ablehnung innerhalb der Gaming-Szene

Abseits dieser DeFi-Games, deren Grafik sich eher auf dem Niveau von Spielkonsolen wie dem Nintendo 64 bewegt als auf dem zeitgemäßen Triple-A-Titel auf dem PC und modernen Konsolen, haben Krypto-Technologien noch kaum Einzug in Videospielen gefunden. Das liegt auch an der in weiten Teilen der Szene vorherrschenden Stimmung gegenüber dem Trend der immer tiefgreifenderen Gewinnmaximierung und Monetarisierung durch Spieleentwickler und -Publisher. Erst vor kurzem wurde eine Welle an interner Kritik durch Mitarbeiter des Gaming-Riesen Ubisoft bekannt, als dieser in einem Forum Pläne über die Einführung von NFT-Handel in der Spielereihe Ghost Recon offenlegte. Auch der japanische Konzern Square Enix erlebte ähnliche Reaktionen aus der eigenen Community, als Unternehmenspräsident Yosuke Matsuda zu Jahresbeginn über Pläne zur Investition in die NFT- und Metaverse-Technologie sprach

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt symbolisieren NFTs für viele Gamer keine interessante Neuerung, sondern ein weiteres Instrument der fortwährenden “Durchkapitalisierung” der Szene, die davon bereits jetzt – mittels Mikrotransaktionen, Lootboxen und mehr – vergiftet wird. 

Ein Ökosystem für alle?

Doch Krypto hat Potenzial für so viel mehr: Der allmähliche Aufstieg des Web3 und dessen technisches Innovationspotenzial repräsentieren große Schritte hin zu Ökosystemen der Zukunft, die mittels Peer-to-Peer (P2P)-Trading eine finanzökonomische Demokratisierung und Inklusion ermöglichen. In der Gaming-Branche könnten diese Innovationen gar dazu führen, dass neue Wertschöpfungsmechanismen, die Spielern und Entwicklern zugleich zugutekommen, alte ersetzen. 

Ein Beispiel sind In-Game-Transaktionen, die Spielern von regelmäßig erscheinenden Spieleserien – darunter etwa die jährlich neu aufgelegte FIFA-Serie des Entwicklers Electronic Arts – zum Kauf in Echtgeld angeboten werden. Allein der Markt für sogenannte Packs, die zum Aufbau eines eigenen Teams im Modus Utimate Team dienen, brachte Electronic Arts im Geschäftsjahr 2021 1,3 Milliarden Euro Umsatz – und das, obwohl die Packs für Spieler mit dem Erscheinen des nächsten Teils von FIFA praktisch wertlos sind. Da NFTs als digitale, einzigartige Zertifikate mit praktisch allen Spielobjekten verknüpft werden können, könnten sie als Ersatz für solche In-Game-Käufe dienen – und somit frei zwischen einzelnen Spielen und sogar Personen auf Zweitmärkten getauscht und gehandelt werden.

Entwickler und Publisher, die diese Entwicklung unterstützen, könnten für jede NFT-Transaktion eine kleine Gebühr erheben – und hätten damit eine Motivation, die Qualität ihrer Spieleserien und der damit verbundenen Ökosysteme zu maximieren. Eine solche Adoption wäre in jedem Fall nicht nur vom Willen der Entwickler, sondern auch von der Gunst der Gamer-Szene und ihren hohen Ansprüchen abhängig – für sie müsste Krypto eine spürbare Verbesserung und Antwort auf heikle Kritikpunkte bieten.  

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