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Neue Narrative, neue Korrelation Erwartet Bitcoin bald der „Gold-Moment“?

Warum Bitcoin und Gold so stark miteinander korrelieren wie schon seit über einem Jahr nicht mehr und welche Kombination von Faktoren beide Assets im nächsten Jahr steigen lassen könnte.

Sven Wagenknecht
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Gold Nugget und Bitcoin-Münze

Beitragsbild: Shutterstock

| Könnten Bitcoin und Gold schon bald ein Comeback erleben?

Auch wenn Bitcoin umgangssprachlich als das digitale Gold bezeichnet wird, verhält sich die Kryptowährung oft genau gegenteilig. Von einer positiven Korrelation mit Gold kann mit Rückblick auf die vergangenen Jahre keine Rede sein. Während Bitcoin nach wie vor als Risiko-Asset vom Markt wahrgenommen wird, gilt Gold als Krisenschutz, als sicherer Hafen. Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass wir in eine neue Beziehungsphase von Gold und Bitcoin kommen.

Mit der Rezession kommt die Gold-Stärke

Erfreulicherweise gibt es bei Gold im Gegensatz zu Bitcoin einen sehr langen Track-Record. Man kann also sehr gut auswerten, wie Gold in vergangenen Wirtschaftsphasen reagiert hat. Die letzten Monate waren dabei recht ungünstig für das Edelmetall. Zum einen gab es eine Fluchtbewegung in Cash und Geldwerte. Und zweitens erleben wir eine enorme US-Dollar-Stärke. Ein starker US-Dollar ist Gift für den Goldkurs. Aber: Wir laufen in eine weltweite Rezession und teils Stagflation hinein – oder befinden uns bereits in diesen Szenarien.

Auswertungen der vergangen 50 Jahre ergeben, dass Gold in Rezessionsphasen um durchschnittlich 50 Prozent besser performt als der S&P-500-Index. Beispielsweise stieg der Goldpreis während der dieser Tage oft referenzierten Ölkrise zwischen 1973 und 1974 um rund 140 Prozent. Der S&P 500 verlor hingegen im gleichen Zeitraum um fast 50 Prozent.

Auch wenn Gold in den letzten Monaten ziemlich schwach performt hat, deuten die Auswertungen der Vergangenheit darauf hin, dass mit einem absehbaren Ende der Leitzinserhöhungen und einer weiteren Etablierung der Rezession eine Aufwärtsphase bei dem Edelmetall erwartet werden kann.

Kann Gold Bitcoin doch mit hochziehen?  

Die spannende Frage lautet nun, ob in dem oben skizzierten Szenario auch Bitcoin profitieren kann. Eine mögliche Erklärung könnte die aktuell steigende Korrelation zwischen den beiden Assets sein. Während im Jahr 2021 Bitcoin und Gold praktisch keine Korrelation besaßen – sie oszillierten lediglich zwischen 0.2 im negativen und 0.2 im positiven Bereich – ändert sich dieser Umstand langsam. Mit Einsetzen der US-Dollar-Stärke korrigieren beide Assets zunehmend synchroner.

Dass Gold und Bitcoin so stark miteinander korrelieren wie schon seit über einem Jahr nicht mehr, muss rein gar nichts bedeuten. Schließlich befindet sich praktisch jede Anlageklasse im Sinkflug. Aber: Es könnten sich in den Köpfen der Menschen beziehungsweise der Investoren neue Muster bilden.

Neue Muster, alte Gewohnheiten

Wenn Gold im Zuge der Rezession seiner Funktion nachkommen sollte, ergo steigt, könnten jüngere und progressivere Investoren, gerade im Retail-Sektor, auch auf Bitcoin aufmerksam werden. Ein schrittweiser und vorsichtiger Imagewandel bei Bitcoin könnte sich im Windschatten von Gold vollziehen. Zumal sich Bitcoin im Monat September – dem bekanntlich schlechtesten Börsenmonat – verhältnismäßig stabil gegen den Asset-übergreifenden Bärenmarkt gestemmt hat. Während die meisten Aktien weiter gefallen sind, konnte er sich bei rund 20.000 US-Dollar einpendeln.

Sollte diese Stabilität weiter gehalten werden, könnte dies immer mehr Investoren dazu triggern, nicht nur wie gewohnt in Gold zu gehen, sondern auch in Bitcoin. Schließlich spielt die Inflationsbekämpfung eine nach wie vor große Rolle. Die hohen Cashquoten können nicht ewig aufrechterhalten bleiben und nicht jeder wird sein Geld in US-Staatsanleihen investieren wollen.

Kommt die fundamentale Gegenbewegung in Q1 2023?

Gerade dann, wenn sich die Inflation weiter verfestigt und wir nicht signifikant unter Marken von vier bis fünf Prozent gelangen, entsteht ein neuer Druck zur Umstrukturierung von Vermögen. Zumal die USA beziehungsweise die Fed nicht mehr ewig ihren restriktiven Kurs weiterfahren kann. Schließlich stürzt der starke US-Dollar die restliche Welt in eine immer ernstere Schuldenkrise. Auch die USA haben kein Interesse daran, die restliche Welt mit ihrer Stärke gegen die Wand zu fahren – das Pendel würde dann mit zu großer Wucht zurückschlagen. Ebenfalls nimmt die Gefahr einer Immobilienkrise in den USA durch die Zinserhöhungen stark zu. Viel ist dem (Immobilien-)Markt nicht mehr zuzumuten.

Bereits im ersten Quartal 2023 stehen die Chancen daher gut, dass ein Ende der US-Dollar-Stärke abzusehen ist. Dieser Moment, die Kombination von hoher Inflation, realwirtschaftlicher Rezession und dem erkennbaren Ende einer strengen Geldpolitik, könnte bei Gold zu einer Rallye führen. Sollte Bitcoin in dieser Phase ebenfalls überdurchschnittlich performen, wäre das ein noch nie dagewesener Ritterschlag für das noch junge Asset.

Der Artikel gibt lediglich die Meinung des Autors wieder und ist unter keinen Umständen als Anlageberatung, ergo Kauf- und Verkaufsempfehlung, zu interpretieren.

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