Einblicke in bizarre Welt von Hollywood Netflix-Regisseur erzockte mit Serien-Budget Millionen in Dogecoin

55 Millionen Dollar für eine nie erschienene Serie, ein Regisseur, der mit Netflix-Geldern am Krypto-Markt zockt und irgendwo noch mit dabei: Keanu Reeves. Das ist die abenteuerliche Geschichte von Carl Rinsch.

Moritz Draht
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Keanu Reeves

Beitragsbild: picture alliance

| Keanu Reeves und Dogecoin spielen Statistenrollen in dem Drama um Carl Rinsch

Manche Geschichten aus dem Leben könnten sich Drehbuchautoren nicht besser ausdenken. Dazu zählt unbestritten die von Carl Erik Rinsch. Die New York Times hat das schrille Leben des exzentrischen Regisseurs nachgezeichnet. Es ist ein Einblick in die wilden Eskapaden der Hollywood-Branche, ein eigentlich tragisches Schauspiel um Gier, Wahnsinn und Erfolg. Dass die Kryptowährung Dogecoin darin als Nebenrolle auftaucht, setzt dem die Krone auf.

Shut up and take my money

Herbst 2018. Serien feiern Hiterfolge, Streaming-Dienste Hochkonjunktur, es wird mit Geld um sich geworfen. Netflix stößt auf der Suche nach dem nächsten großen Ding auf den bis dahin recht unbekannten Regisseur Carl Erik Rinsch. Sein bis dahin einziges Filmprojekt: 47 Ronin, mit Keanu Reeves in der Hauptrolle. Trotz miserabler Einspielergebnisse und Anfeindungen mit dem Produzenten: Sowohl Amazon als auch Netflix interessieren sich für Rinschs Science-Fiction-Idee über “eine menschenähnliche Spezies namens Organic Intelligent”.

Netflix macht das Rennen und gewährt dem Regisseur nahezu unbeschränkten finanziellen und kreativen Freiraum. 55 Millionen US-Dollar versenkt der Streaming-Dienst in den Produktionskosten – für eine Serie, von der es bis heute keine einzige Episode gibt.

“Immer eine schrullige Seite gehabt”

Hätte sich Netflix vorher schlau gemacht, vielleicht wäre es nicht zu dem Debakel gekommen. “Freunde sagen, Herr Rinsch habe immer eine schrullige Seite gehabt”, so die New York Times. Geschichten über seine Kindheit denkt er sich aus, er sei in Afrika aufgewachsen, sein Vater ein Spion. Während eines längeren Hotelaufenthalts soll er darauf bestanden haben, “dass das Personal jeden Zentimeter seines Zimmers mit weißen Laken abdeckte”.

Seine Karriere beginnt 2010. Rinsch, der in der Produktionsfirma von Ridley Scott in die Lehre ging, gewinnt mit einem Kurzfilm beim internationalen Werbefestival Cannes Lions den ersten Preis. Die Tür zu Hollywood steht offen. 

Nachdem sein erster und einziger Film, 47 Ronin, an den Kassen floppt, widmet er sich dem Serienprojekt. Er finanziert die Produktion zunächst aus eigener Tasche, erarbeitet sich dabei einen Ruf als Tyrann. Rinsch umgeht Gewerkschaftsregeln, indem er hauptsächlich europäische Schauspieler engagiert. Während Dreharbeiten in Kenia soll er 24 Stunden am Stück gefilmt haben, eine Hauptdarstellerin sei wegen Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht worden. Sie stand zu lange im Schnee.  

Netflix im Kaufrausch

Rinsch geht allmählich das Geld aus und besorgt neues bei der Produktionsfirma 30West. Als er eine Frist versäumt, droht die, das Projekt an sich zu reißen. Niemand geringeres als Keanu Reeves springt ein, investiert und tritt somit als Produzent auf.   

Mit dem Geld beendet Rinsch sechs Kurzepisoden und geht damit bei Streaming-Anbietern hausieren. Netflix beißt an, zahlt 61,2 Millionen US-Dollar für die Rechte der Serie, die unter dem Titel “Conquest” laufen sollte. Laut New York Times lag da nicht mal ein vollständiges Drehbuch vor.  

Zustand verschlechtert sich

Die Dreharbeiten für die verbleibenden Episoden von “Conquest” finden in São Paulo, Brasilien, dann in Montevideo, Uruguay, und in Budapest statt. Sein geistiger Zustand verschlechtert sich, er reagiert gereizt, schreit sein Team an. In Budapest schläft er tagelang nicht, beschuldigt seine Frau, ein Attentat auf ihn zu planen. Er wirft mit Gegenständen nach ihr, schlägt “zweimal Löcher in eine Wand”, so die New York Times.

Rinsch fängt an, Medikamente gegen angebliches ADHS einzunehmen – Amphetamine, die seine psychotischen Zustände verstärken. Während der Corona-Pandemie verlangt Rinsch nach mehr Geld. Netflix hat da bereits 44,3 Millionen US-Dollar für “Conquest” ausgegeben, lenkt aber schließlich ein und überweist der Produktionsfirma von dem Regisseur weitere elf Millionen US-Dollar, die Gesamtkosten belaufen sich nun auf über 55 Millionen. 

Netflix-Gelder in Dogecoin angelegt

Statt in die Serie überweist Rinsch 10,5 der elf Millionen Dollar auf sein persönliches Maklerkonto und setzt “riskante Wetten auf den Aktienmarkt ab”. Er verzockt sich. Innerhalb weniger Wochen verliert er 5,9 Millionen Dollar und wird während der Zeit immer unberechenbarer. Er sieht UFOs, schickt seiner Frau Texte, in denen er behauptet, Blitzeinschläge und Vulkanausbrüche vorhersagen zu können, und habe “einen Weg gefunden, das von der Erde ausgehende Coronavirus-Signal abzubilden”, schreibt die New York Times.

Am 18. März 2021 teilt Netflix Rinsch per Mail mit, die Finanzierung von “Conquest” einzustellen. Er dürfe das Projekt anderweitig vermarkten, Käufer müssten die Ausgaben an Netflix erstatten. Doch Rinsch hat zu dem Zeitpunkt bereits damit begonnen, den Rest der elf Millionen Dollar in Kryptowährungen anzulegen. Mehr als vier Millionen Dollar überweist er auf die Krypto-Börse Kraken und kauft davon: Dogecoin. Diesmal zahlen sich seine Investitionen aus. Im Mai 2021 verkauft er seine Dogecoin – für 27 Millionen Dollar.

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“Gott segne die Kryptowährungen”

Erik Rinsch tut das, was sich als frisch gebackener Krypto-Millionär gehört: Er kauft fünf Rolls-Royce, einen Ferrari, eine 387.630 Dollar teure Luxusuhr sowie “hochwertige Möbel und Designerkleidung” im Wert von 8,7 Millionen Dollar. Laut seiner Aussage seien die Autos und Möbel Requisiten für “Conquest”.

In Dokumenten, aus denen die New York Times zitiert, behauptet er, dass ihm das Geld vertraglich zustehe und Netflix ihm angeblich weitere 14 Millionen Dollar schulde. Der Streaming-Anbieter ist wohl anderer Meinung. Der Fall wird vor einem Schiedsgericht verhandelt. Eine Entscheidung soll in Kürze fallen. Sollte es – wovon auszugehen ist – “Conquest” niemals auf die Mattscheibe schaffen, hätte Netflix jedenfalls guten Stoff für eine neue Serie.

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