Dollarreserve als Priorität 

MicroStrategy verkauft Bitcoin im Wert von über 100 Millionen Dollar

Michael Saylor erhöht die Dollarreserve von Strategy um 250 Millionen und kauft STRC für 81 Millionen zurück. Dafür werden unter anderem 1.637 Bitcoin mit Verlust abgestoßen.

Tobias Zander
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Strategy-Gründer Michael Saylor

Beitragsbild: picture alliance

| Erneut reduziert Strategy die Bitcoin-Bestände

Die Zeiten, in denen Michael Saylor Woche für Woche einen weiteren Bitcoin-Kauf seiner Treasury-Firma verkündete, scheinen vorbei zu sein. In einem neuen X-Post schreibt der 61-jährige US-Unternehmer: “Strategy hat seine Dollarreserve um 250 Millionen US-Dollar aufgestockt und STRC im Wert von 81 Millionen US-Dollar zurückgekauft.”

Dadurch verlängere sich die USD-Duration um 57 Tage auf 2,3 Jahre, und der BTC-Kredit von STRC wurde um 5 Basispunkte gestrafft. Der wichtigste Teil der Meldung folgt jedoch im letzten Satz: “Stand 2. August 2026 verfügen wir über 842.138 Bitcoin in unserer BTC-Reserve und 4,0 Milliarden US-Dollar in unserer USD-Reserve.”

In der Vorwoche waren es noch 843.775 BTC, sodass Strategy offenbar die Differenz von 1.637 BTC im Wert von 102 Millionen US-Dollar aus der firmeneigenen Bitcoin-Reserve verkauft hat, um einen Teil der STRC-Rückkäufe respektive der Aufstockung der Dollarreserve zu ermöglichen. Beim Namen nennt Michael Saylor diesen Verkauf aber nicht. Sein Strategiewechsel vom reinen Corporate-Hodler hin zum “Digital Credit Capital Framework” hatte in den vergangenen Wochen hitzige Diskussionen in der Bitcoin-Community hervorgerufen. Was die einen als Wortbruch betrachten, ist für die anderen eine sinnvolle operative Entscheidung im Bärenmarkt.

Der Bitcoin-Tabubruch und seine Folgen

Inzwischen scheint sich der Markt aber bereits mit dem Gedanken regelmäßiger, begrenzter Bitcoin-Verkäufe durch Strategy abgefunden zu haben, sodass der BTC-Kurs keine unmittelbare Reaktion zeigt. Im Moment des Schreibens notiert die Krypto-Leitwährung bei 62.550 US-Dollar, ein Kursrückgang von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vortrag. Hingegen bricht die MSTR-Aktie vorbörslich um 4,5 Prozent ein und steht nun bei 93 US-Dollar.

Gefragt nach dem Risiko eines Strategy-Kollaps, gab Bitwise-Experte Dr. André Dragosch gegenüber BTC-ECHO kürzlich Entwarnung: “Grundsätzlich denke ich nicht, dass Strategy auf einen Schlag hunderttausende Bitcoin verkaufen müsste, denn um die Dividenden für ein Jahr zu decken, wären vermutlich nicht einmal fünf Prozent der BTC-Bestände notwendig. Deswegen wird es dort keinen Fire-Sale geben.” Das Risiko für Strategy seien aktuell nicht so sehr weitere BTC-Kursverluste, sondern die Dauer des Bärenmarktes.

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