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Second Layer Mastering the Lightning Network: Ein Standardwerk für Bitcoiner

Mit Mastering the Lightning Network kommt ein Buch in den Handel, das das Zeug zu einem Standardwerk der Bitcoin-Szene hat. Wir haben mit Co-Autor Rene Pickhardt über Risiken und Chancen im Lightning-Netzwerk, den Schaffensprozess und Open-Source-Entwicklung gesprochen.

David Scheider
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Rene Pickhardt

Beitragsbild: Piratenpartei lizenzoffen

Als wir Rene Pickhardt zum Interview treffen, ist der Lightning-Spezialist bester Laune. Kein Wunder: Mit der Veröffentlichung von Mastering the Lightning Network: A Second Layer Blockchain Protocol for Instant Bitcoin Payments geht das wohl ehrgeizigste Projekt des Educators zu Ende. Zwei Jahre haben Pickhardt und seine zwei Co-Autoren, Andreas Antonopoulos und Olaoluwa Osuntokun, auch bekannt als @roasbeef, an dem Buch gesessen. Das Ergebnis kann sich lesen lassen; es ist vermutlich genau das, was es jetzt braucht, um mehr Programmierer:innen vom Open-Source-Projekt Lightning zu überzeugen. Apropos open-source: Der gesamte Text ist auf GitHub frei verfügbar.

Aber: Was ist dieses Lightning-Netzwerk überhaupt, Herr Pickhardt?

“Das Lightning-Netzwerk ist eine geschickte Art und Weise, Bitcoin zu verwenden. Mit dem Lightning-Netzwerk machen wir es möglich, Bitcoins zwischen Personen hin-und-herzuschicken, ohne die Nachteile der langsamen Blockchain in Kauf zu nehmen”, so die wohl präziseste Antwort auf diese Frage, die wir jemals gehört haben. “Ich musste sie schon häufiger beantworten”, sagt der Autor lachend.

Doch genau darum geht es ja bei Lightning: Um eine geschickte Möglichkeit, Bitcoin (die Währung) zu verschicken, ohne Bitcoin (das Netzwerk) zu nutzen:

Was Bitcoin kann, ist, Transaktionen abwickeln – davon im Schnitt nur 7 Stück pro Sekunde. […] Es stellt sich nun heraus, dass man das mit dem Lightning-Netzwerk in einer deutlich höheren Schlagzahl machen kann, als mit diesen sieben technischen Transaktionen. Dabei hat man bei Lightning mehr oder weniger die gleichen Sicherheitsgarantien,

so Pickhardt gegenüber BTC-ECHO.

Problemfeld Liquidität

Doch so bahnbrechend das Second-Layer-Netzwerk auf Bitcoin, das zuerst im Jahr 2015 in einem entsprechenden Paper von Joseph Poon und Thaddeus Dryja Erwähnung gefunden hatte, ist, ganz ohne technische Schwierigkeiten geht es dann doch nicht. Da wäre vor allem das Problem der Liquidität. Denn um Zahlungen innerhalb des Netzwerks, das ja immer aus Zahlungskanälen zwischen zwei Parteien besteht, weiterzuleiten, bedarf es hinreichend Liquidität. Unterschieden wird zwischen inbound und outbound liquidity – “Empfangs- und Sendeliquidität”.

Wenn wir jemanden bezahlen möchten über Lightning, dann muss in den Kanälen immer genügend Liquidität vorhanden sein. Nur das weiß man eben nicht.

Rene Pickhardt

Doch genau hier böte sich auch eine Business Opportunity. Denn das Lightning-Netzwerk ist so gestrickt, dass Node-Betreiber:innen, die ihre Channel geschickt verteilen, mit Routing Fees entlohnt werden können. Das sei aktuell zwar noch ein “dysfunktionaler Markt”, da Liquidität häufig “an der falschen Stelle bereitgestellt” würde. Löse man diese Ineffizienzen aber auf, könne sich durch das “Bereitstellen von Liquidität tatsächlich eine Business Opportunity ergeben”, so der Autor, der aktuell in Norwegen seinen PhD absolviert.

Ähnlich wie Mastering Bitcoin ist auch Mastering the Lightning Network für zwei Zielgruppen geschrieben worden: “Für Plebs”, also für interessierte Bitcoinerinnen und Bitcoiner, sowie für Developer. Denn während sich Teil 1 recht intuitiv liest, geht es im zweiten Teil schon ans Eingemachte. “Einen Mehrwert haben da vor allem Menschen mit Informatik-Hintergrund, die das Netzwerk auf Protokollebene verstehen möchten”, so Pickhardt im Gespräch mit BTC-ECHO.

Mastering the Lightning Network: Ein Standardwerk

Am Ende des Tages könnte Mastering the Lightning Network in einem Atemzug mit Mastering Bitcoin von Antonopoulos genannt werden: Eben ein Standard-Nachschlagewerk, dass in keiner Bitcoin-Bibliothek fehlen sollte.

Mastering the Lightning Network ist ab sofort als E-Book-Version und ab dem 21. Dezember auch als Paperback erhältlich. Da das Werk aber open-source entstanden ist, kann man den gesamten Text auch auf GitHub abrufen.

Übrigens: Wer einen Lightning Channel mit der BTC-ECHO Node eröffnen will, kann sich gerne direkt beim Autor auf Twitter melden (@Davemeave).

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