Sinnvolle Strategie oder Spielerei? 

Liquid Staking: Darauf müssen Anleger achten

Mit Liquid Staking können Anleger bequem ihre Krypto-Renditen erhöhen. Worauf es dabei ankommt und für wen es sich lohnt.

Moritz Draht
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Eine Person, die vor einem Laptop sitzt, hält einen Taschenrechner

Beitragsbild: Shutterstock

| Lohnt sich Liquid Staking?

Krypto-Assets parken und darauf Erträge erzielen – durch Staking können Anleger ein attraktives passives Einkommen verdienen. Der Nachteil ist jedoch, dass das eingesetzte Kapital gebunden bleibt. Liquid Staking setzt an diesem Punkt an und gibt den Investoren für ihre Einlage liquide Token aus. Diese lassen sich zusätzlich im DeFi-Ökosystem nutzen und schaffen neue Ertragschancen, bringen aber auch zusätzliche Risiken mit sich.

Wie Liquid Staking funktioniert

Beim klassischen Staking werden Kryptowährungen in einem Netzwerk hinterlegt, um dessen Sicherheit zu unterstützen. Im Gegenzug erhalten Anleger laufende Erträge, ihre Assets sind jedoch gebunden. Liquid Staking löst dieses Problem zumindest teilweise.

Plattformen wie Lido, Rocket Pool oder Jito geben im Gegenzug für gestakte Assets Liquid-Staking-Token wie stETH oder rETH aus, die den hinterlegten Betrag inklusive laufender Rewards repräsentieren. Diese Token können anschließend gehandelt, verliehen oder als Sicherheit hinterlegt werden.

Der zentrale Vorteil von Liquid Staking liegt somit in der effizienteren Nutzung des eingesetzten Kapitals. Während Staking im Ethereum-Netzwerk aktuell laufende Erträge abwirft, können Anleger ihre Position parallel in weiteren Anwendungen nutzen. So lässt sich etwa stETH in Lending-Protokollen wie Aave als Sicherheit hinterlegen, um darauf basierend Kredite aufzunehmen, die wiederum in andere DeFi-Anwendungen fließen. Die ursprünglichen Staking-Erträge laufen dabei weiter.

Chancen und Risiken

In stabilen Marktphasen kann das zusätzliche Ertragschancen eröffnen. Bei einem Einsatz von 10.000 US-Dollar würde sich der jährliche Ertrag bei vier Prozent Staking-Rendite und zusätzlichen zwei Prozent aus der DeFi-Nutzung rechnerisch von 400 auf 600 US-Dollar erhöhen, ohne Gebühren. Allerdings gilt es auch einige Risiken zu beachten.

Liquid-Staking-Protokolle basieren auf Smart Contracts. Fehler im Code oder Sicherheitslücken können prinzipiell zu Verlusten führen. Hinzu kommt ein weiteres Risiko, sobald Liquid-Staking-Token als Sicherheit in Lending-Protokollen eingesetzt werden: Fällt der Wert der hinterlegten Position, kann sie automatisch liquidiert werden. Dann wird ein Teil des Kapitals zwangsverkauft, um den Kredit zu decken.

Rechtzeitig den Ausstieg schaffen

Timing spielt beim Liquid Staking daher eine entscheidende Rolle. Anleger erhalten keinen festen Rückgabeanspruch zu einem garantierten Kurs, sondern einen handelbaren Vermögenswert. Wer seine Position auflösen will, hat deshalb in der Regel zwei Möglichkeiten: Entweder wird der Token am Markt gegen ETH getauscht. Das geht schnell, kann aber mit einem Abschlag verbunden sein. Oder man durchläuft den offiziellen Unstaking-Prozess. Dann wird der Token verbrannt und nach einer Wartezeit wieder in ETH zurückgetauscht.

Vor allem in volatilen Marktphasen macht die richtige Exit-Strategie den Unterschied. Weicht der Preis eines Liquid-Staking-Token vom zugrunde liegenden Asset ab, realisieren Anleger beim sofortigen Verkauf unter Umständen Verluste. Das Ganze fordert ein wenig Fingerspitzengefühl, denn das Chance-Risiko-Verhältnis muss genau abgewogen werden. Für Kleinanleger fallen die zusätzlichen Ertragschancen zudem oft überschaubar aus.

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