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Gesamtmarktanalyse Viele Altcoins bewegen sich in enger Spannungsbreite seitwärts

Der Gesamtmarkt zeigt sich auch diese Woche weiter uneinheitlich. Während Waves (WAVES), wie schon in der Vorwoche, weiter gen Norden schießt, finden ehemalige High-Flyer wie Solana (SOL) nicht zurück in die Spur.

Stefan Lübeck
 |  Lesezeit: 11 Minuten
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Kryptomarkt

Quelle: Shutterstock

Mit Ausnahme weniger Altcoins, wie etwa Waves (WAVES), verringert sich die Wochenhandelsspanne bei den meisten Altcoins zunehmend. Trotz einer eher bearishen Tendenz bei einigen Altcoins, weisen viele Top-100 Kryptowährungen einen ähnlichen Kursverlauf wie die Krypto-Leitwährung Bitcoin (BTC) und tendieren wenige Stunden vor der EU-Anhörung über ein mögliches Verbot sämtlicher Dienstleistungen rund um Proof-of-Work wieder leicht gen Norden. Diese Entscheidung könnte langfristig weitreichende Folge für den Krypto-Standort Europa haben und die zuletzt durch die Ukraine-Krise angestiegene Massenadaption von Bitcoin (BTC) und Co. negativ beeinflussen.

Beste Kursentwicklung unter den Top-10 Altcoins:

Terra (Luna):

Kursanalyse Terra (LUNA) KW10 22
Kursanalyse auf Basis des Wertepaares LUNA/USD auf Binance

Terra fungiert auch diese Woche weiterhin als Zugpferd der Top-10 Altcoins. In den letzten Handelstagen erreichte Terra einen neuen Meilenstein und überholte Ethereum (ETH), was den Staked Value im eigenen Ökosystem angeht. Zwar prallte der LUNA-Kurs in den letzten Handelstagen zunächst im Bereich seines Allzeithochs gen Süden ab, versucht am heutigen Montagmorgen erneut in Richtung seines Vorwochenhochs anzusteigen.

Bullishe Variante (Terra)

Der LUNA-Kurs kennt weiterhin nur eine Richtung. Trotz leichter Konsolidierung über das Wochenende gewinnt Terra im Wochenvergleich mehr als 17 Prozentpunkte hinzu. Solange Terra nicht nachhaltig zurück unter den Support bei 87,98 USD wegbricht, sind höhere LUNA-Kurse weiterhin zu favorisieren. Um auch in den kommenden Handelstagen weiter im Kurs zuzulegen, muss der LUNA-Kurs sich jedoch zunächst oberhalb des Allzeithochs bei 103.66 USD nachhaltig stabilisieren. Vorteilhaft wäre zudem, wenn der Gesamtmarkt sich in den kommenden Wochen ebenfalls berappeln kann und Bitcoin (BTC) sich optimalerweise oberhalb der 42.000 USD stabilisieren kann. Bricht Terra per Tagesschlusskurs über seinen bisherigen Höchststand aus, rückt zunächst der Bereich zwischen 120,05 USD und 126,80 USD als Zielzone in den Blick. Hier finden sich das 127er und 138er-Fibonacci-Extension der aktuellen Trendbewegung.

Auch die übergeordnete 127er-Fibonacci-Projektion verläuft mit 130,50 USD nur unwesentlich darüber. Dreht der LUNA-Kurs trotz vermehrter Gewinnmitnahmen auch hier nicht deutlich gen Süden um, dürfte Terra sodann das 161er-Fibonacci-Extension bei 140,89 USD anvisieren. Hier ist abermals mit Verkäufen seitens der Bullen zu rechnen. Stabilisiert sich Terra in den kommenden Handelswochen nachhaltig oberhalb der 103,66 USD, ist mittelfristig auch ein Anstieg in Richtung der 164 USD vorstellbar. Neben dem 200er-Fibonacci-Extension der aktuellen Trendbewegung findet sich in dieser Zone auch die 161er-Projektion der übergeordneten Aufwärtsbewegung. Hier dürften Anleger abermals vermehrt Kasse machen wollen. Langfristig könnte Terra sogar bis an die 200 USD vordringen. Der Bereich um diese psychologisch wichtigen Zielmarke stellt aus aktueller Chart-Betrachtung den maximalen Zielbereich für die kommenden Handelsmonate dar.

Bearishe Variante (Terra)

Die Bären schaffen es weiterhin nicht, den LUNA-Kurs nachhaltig abzuverkaufen. Solange sich Terra per Tagesschlusskurs oberhalb der 87,98 USD halten kann, sind die Abwärtsrisiken weiterhin begrenzt. Selbst ein temporärer Rückfall in die rote Supportzone um 78,36 USD wäre für die Käuferseite unproblematisch. Bereits hier dürften erste Käufer wieder neue Long-Positionen aufbauen. Gelingt es den Bären hingegen, auch die rote Unterstützungszone bei 74,10 USD dynamisch zu durchbrechen und damit auch den EMA50 (orange) zu unterbieten, rückt die Supportmarke bei 69,74 USD als erstes Ziel in den Blick.

Gibt diese Unterstützungsmarke wider Erwarten keinen Halt, und durchbricht in der Folge auch das 38er-Fibonacci-Retracement bei 66,45 USD, ist eine Korrekturausweitung in den grünen Unterstützungsbereich zwischen 62,52 USD und 59,75 USD vorstellbar. Im ersten Kontakt sollte Terra hier gen Norden abprallen. Fällt der Kurs jedoch in der Folge unter diese Zone zurück, weitet sich die Korrektur in Richtung des 23er-Fibonacci-Retracements bei 57,65 USD aus. Hier verlaufen mit dem EMA200 (blau) sowie MA200 (grün) zudem zwei weitere starke gleitende Unterstützungen. Eine erste übergeordnete Richtungsentscheidung für darauffolgenden Wochen ist daher erwartbar.

Mehr Abwärtsdynamik zu erwarten

Gelingt es den Bären diesen multiplen Unterstützungsbereich nachhaltig zu durchschlagen, trübt sich das Chartbild für Terra weiter ein. Sodann ist eine Korrekturausweitung zurück in die orange Zone einzuplanen. Zwischen 47,53 USD und 43,54 USD findet sich auch das Verlaufstief vom 31. Januar 2021. Mit vermehrter Gegenwehr der Käuferseite ist zu rechnen. Sollte der LUNA-Kurs auch diesen Supportbereich nachhaltig aufgeben, weitet sich die Korrektur in Richtung des ersten übergeordneten Kursziels bei 37,87 USD aus.

Hier drehte Terra bereits im November 2021 gen Norden um. Kann sich Terra auch hier nicht stabilisieren und rutscht per Tagesschluss unter diesen Support, rückt der rote Unterstützungsbereich zwischen 34,76 USD und 31,34 USD als Zielzone in den Blick. Hier ist erneut mit Gegenwehr der Bullen zu planen. Bereits in der Vergangenheit war dieser Bereich von hoher Relevanz. Eine dynamische Unterschreitung dürfte Terra sodann zurück an das maximale bearishe Kursziel bei 24,97 USD korrigieren lassen. Anleger können mögliche Rücksetzer in Richtung der roten Unterstützungszone bei 78 USD weiterhin für Neueinstiege nutzen.

Indikatoren (Terra)

Der RSI-Indikator wie auch der MACD-Indikator haben weiterhin Kaufsignale aktiv. Jedoch bildet sich im RSI aktuell eine Preis-Divergenz aus. Zudem könnte der MACD-Indikator   bei einer zunehmenden Kurskorrektur in den kommenden Handelstagen ein Verkaufssignal generieren. Demgegenüber haben beide Indikatoren im Wochenchart frische Kaufsignale generiert, welche sich in den kommenden Wochen weiter positiv auf die Kursentwicklung von Terra auswirken sollten.

Schlechteste Kursentwicklung unter den Top-10 Altcoins:

Solana (SOL):

Kursanalyse Solana (SOL) KW10 22
Kursanalyse auf Basis des Wertepaares  SOL/USD auf Binance

Im Gegensatz zu Terra zeigt sich der Kontrahent Solana aktuell weiter von seiner bearishen Seite. Zuletzt gelang es der Highspeed-Blockchain nicht, sich zurück über die psychologisch wichtigen 100 USD-Marke zurückzukämpfen. In der abgelaufenen Handelswoche fungierte bereits der EMA20 (rot) als unüberwindbare Hürde. Ein erstes Lebenszeichen der Bullen wäre eine nachhaltige Rückeroberung der 88,97 USD, um weiteres Kurspotential zurück in Richtung des Supertrends knapp unterhalb der 100 USD zu generieren. Ein dynamischer Rückfall unter das Verkaufstief bei 76,01 USD würde auf der Unterseite weiteres Abwärtspotential in Richtung 66,57 USD eröffnen.

Bullishe Variante (Solana)

Solana findet weiterhin nicht zurück zu alter Stärke. Trotz höchstem Staked Value unter allen Ökosystemcoins kann sich Solana nicht gegen seine anhaltende Kursschwäche stemmen. Die Käuferseite muss alles daran setzen, den EMA20 sowie den horizontalen Widerstand bei 88,97 USD per Tagesschlusskurs zurückzuerobern, um weiteres Aufwärtspotential zu generieren. Ein Sprung zurück über diese Resistmarke dürfte den SOL-Kurs zunächst in Richtung des Supertrends bei 97,86 USD führen. Knapp oberhalb verläuft zudem der EMA50 (orange). Erst wenn auch diese beiden Widerstände durchbrochen werden, hellt sich das Chartbild zugunsten der Bullen wieder leicht auf.

In der Folge ist ein Anstieg zurück über das 38er-Fibonacci-Retracement bis in den orangen Widerstandsbereich vorstellbar. Hier scheiterte Solana bereits im Vormonat Februar. Spätestens an der Oberkante der Widerstandszone ist mit einer ersten Richtungsentscheidung zu planen. Aktuell verläuft bei 123,27 USD der EMA200 (blau). Im ersten Anlauf dürfte Solana hier scheitern. Kann sich der SOL-Kurs perspektivisch über diesem Widerstand stabilisieren, ist ein Folgeanstieg bis an die 131,42 USD einzuplanen. Erst wenn auch diese Widerstandslinie zurückerobert ist, dürfte sich die Aufwärtsbewegung perspektivisch bis in die blaue Resistzone ausweiten.

Aufwärtsbewegung nimmt weiter Formen an

Neben dem 50er-Fibonacci-Retracement bei 139,59 USD, finden sich zwischen 150 USD und 160 USD ein ganzes Bündel an Widerstandsmarken. Bei 154,12 USD verläuft aktuell der MA200 (grün). Knapp oberhalb bei 160,04 USD scheiterte Solana zudem bereits zu Jahresbeginn deutlich. Überschreitet Solana perspektivisch auch diese Widerstandsmarke nachhaltig und dreht auch am 61er-Fibonacci-Extension bei 168,00 USD nicht dynamisch gen Süden ab, könnte der SOL-Kurs mittelfristig die hellblaue Widerstandszone zwischen 170 USD und 180 USD anvisieren. Dieser Bereich war bereits in 2021 immer wieder von hoher Relevanz.

Kann Solana in den kommenden Handelsmonaten diesen Bereich zurückerobern, hellt sich das Chartbild weiter auf. Sodann rücken potenzielle Kursziele bei 190,76 USD sowie 205,03 USD als Zielmarken in den Blick. Kann in der Folge auch das Zwischenhoch bei 205,03 USD durchbrochen werden, dürfte Solana bis an die 218,98 USD ansteigen. Kommt es auch hier zu keinen nachhaltigen Gewinnmitnahmen, ist auch ein Durchmarsch bis in den roten Widerstandsbereich nicht mehr auszuschließen. Zwischen 240 USD und 260 USD tat sich der SOL-Kurs in 2021 mehrfach schwer und prallte gen Süden ab. Aus aktueller Chartsicht ist das aktuelle Allzeithoch vom 6. November 2021 als maximales bullishes Kursziel anzusehen.

Bearishe Variante (Solana)

Die Bären konnten ihren Verkaufsdruck in den letzten Handelswochen weiter ausbauen. Aktuell handelt Solana mit 80,74 USD nur unweit seines Jahrestiefs bei 76,01 USD. Gelingt es der Verkäuferseite auch diese Kreuzunterstützung nachhaltig zu unterbieten, ist eine Korrekturausweitung in Richtung der 66,57 USD wahrscheinlich. Kommen die Bullen auch hier nicht zurück aufs Parkett, ist in der Folge auch ein Abverkauf bis in die grüne Unterstützungszone zwischen 58,20 USD und 52,04 USD vorstellbar.

Dieser Bereich stellt das Ausbruchslevel aus dem Sommer 2021 dar. Die Käuferseite dürfte den SOL-Kurs hier zunächst stabilisieren. Gibt der gesamte Kryptomarkt in den kommenden Wochen und Monaten abermals deutlicher an Wert ab, könnte auch Solana noch weiter korrigieren und bis an den Support bei 44,37 USD wegbrechen. Vorerst stelle dieser Schlüsselbereich das maximale bearishe Kursziel für die kommende Zeit dar.

Indikatoren (Solana):

Der MACD-Indikator wie auch der RSI weisen weiterhin Verkaufssignale auf. Jedoch zeigt sich beim RSI eine erste Preisdivergenz, was die Wahrscheinlichkeit einer zeitnahen Bodenbildung erhöht. Um eine nachhaltige Umkehr gen Norden zu initiieren, muss der RSI-Indikator jedoch nach oben aus der neutralen Handelsrange ausbrechen und den Wert von 55 übersteigen.

Stabilität der Top 10

Bitcoin kann sich trotz starker schwankender Kurse am klassischen Finanzmarkt auch diese Woche gut behaupten und gewinnt im Wochenvergleich knapp 2 Prozentpunkte hinzu. Mit Ripple (XRP), Terra (LUNA) und Polkadot (DOT) steigen gleich drei der Top-10 Altcoins mehr als vier Prozent im Wert an. Angeführt wird die Liste der Wochengewinner erneut von Terra mit 17 Prozent Kursplus, gefolgt von Ripple mit sechs Prozent und Polkadot mit gut vier Prozent.

Die Liste der Wochenverlierer wird angeführt von Solana (SOL) mit knapp vier Prozent Kursabschlag, gefolgt von Avalanche (AVAX) mit ebenfalls rund vier Prozent Wertverlust. Auch Dogecoin (DOGE) mit gut drei Prozent und Cardano (ADA) mit zwei Prozent Kursminus leiden auch diese Woche unter anhaltenden Abverkäufen. Mit Blick auf die Rangliste der zehn größten Kryptowährungen ist diese Woche eine Veränderung zu nennen. Die starke Performance lässt Terra unvermittelt gen Norden springen und nach Cardano in der Vorwoche nun auch Solana überholen.

Gewinner und Verlierer der Woche

Die abgelaufene Handelswoche wurde erneut von negativen Vorzeichen dominiert. Die Mehrheit der Top-100 Altcoins weist im Wochenvergleich einen Kursabschlag auf. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass sich die Kursverluste jedoch mehrheitlich im Rahmen halten. Nur drei der Wochenunderperformer verlieren mehr als 20 Prozent an Wert. Den größten Kurseinbruch weisen Humans.ai (HEART) mit 51 Prozent Kursminus sowie das Anchor Protocol (ANC) mit 24 Prozent auf. Beide Kryptowährungen leiden unter Gewinnmitnahmen, gehörten sie in den Vorwochen noch zu den Oufperformern unter den Top-100 Altcoins. Ebenfalls bearish zeigt sich Fantom (FTM), mit 21 Prozentpunkten Kursabschlag. Hier sorgten Nachrichten über den Abgang eines Projektmitgründers für Unsicherheit unter Anlegern.

Rund 60 der 100 größten Kryptowährungen weisen eine Kursberichtigung auf, die große Mehrheit verliert jedoch lediglich einstellig an Wert. Gleiches zeigt sich mit Blick auf die wenigen Wochengewinner. THORChain (RUNE) steigt ähnlich wie Waves (WAVES) knapp 50 Prozent gen Norden. Auch Zcash (ZEC) gewinnt beachtliche 42 Prozent hinzu. Mit Monero (XMR) sowie auch Dash (DASH), die jeweils ebenfalls mehr als zehn Prozentpunkte Kursplus aufweisen, finden sich somit gleich drei Anonymitäts-Coins unter den dieswöchigen Top-Performern. Diese starke Kursentwicklung ist zumindest teilweise auf die Sanktionsbemühungen gegen russische Oligarchen zurückzuführen. Trotz unvermindertem Krieg in der Ukraine und seinen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und den globalen Finanzsektor, ist die relative Stärke des gesamten Kryptomarktes weiterhin bemerkenswert.

Disclaimer: Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

Die Chartbilder wurden mithilfe von TradingView erstellt.

USD/EUR-Kurs zum Redaktionsschluss: 0,92 Euro.

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