Jahr der Erholung? Krypto-Kriminalität um zwei Drittel gesunken

Kein gutes Jahr für Kriminelle: Krypto-Scams bringen bisher über 3 Milliarden US-Dollar weniger ein als im Vorjahr. Doch nicht alle illegalen Aktivitäten sind rückläufig.

Marlen Kremer
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Bitcoin-Münze mit Handschellen

Beitragsbild: Shutterstock

| Insgesamt haben kriminelle Aktivitäten im Kryptosektor um knapp zwei Drittel abgenommen

Nach einem chaotischen Jahr 2022 scheint es für 2023 umso besser zu laufen: Bitcoin (BTC) ist seit Anfang des Jahres um über 80 Prozent gestiegen, Ethereum (ETH) konnte über 70 Prozent zulegen und andere Altcoins können sich ebenfalls mit grünen Vorzeichen rühmen. Neben guten Nachrichten mit Blick auf den Chart kann sich der Kryptosektor auch an anderer Front erholen. Das Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis meldet einen Rückgang krimineller Aktivitäten von knapp zwei Dritteln im Vergleich zum Vorjahr. Das geht aus dem Halbjahresbericht zum Thema Krypto-Crime hervor, der BTC-ECHO vorab vorlag.

Demnach seien Zuströme an Wallets, die mit illegalen Aktivitäten in Verbindung stehen, um 65 Prozent gesunken. Davon ausgenommen sind sanktionierte Entitäten und jene, die besonderen Maßnahmen unterliegen. Zahlungen an Adressen, die als “risikoreich” gelten – wie etwa Krypto-Mixer – haben laut Bericht um 42 Prozent abgenommen.

Quelle: Chainalysis

“Natürlich sind die Transaktionsvolumina insgesamt zurückgegangen”, erklärt Chainalysis. Jedoch seien “die Rückgänge bei den legalen Diensten sind mit einem Minus von nur 28 Prozent weit weniger ausgeprägt”.

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Krypto-Scams müssen Federn lassen

In Zahlen heißt das: Krypto-Kriminelle haben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum über 5 Milliarden US-Dollar weniger erbeutet. Auch mit Hacks konnten Angreifer über eine Milliarde US-Dollar weniger einheimsen.

Quelle: Chainalysis

Scams haben laut Chainalysis sogar über 3 Milliarden US-Dollar weniger eingebracht. Das entspricht einem Rückgang von über 70 Prozent – mit der Ausnahme von sogenannten “Impersonation Scams”. Dabei geben sich Angreifer als eine andere Person aus – oftmals als Strafverfolgungsbeamter oder Autoritätsperson – um Geld zu erpressen. Diese Art von Betrug hat in der Anzahl um fast die Hälfte (49 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr zugenommen.

Quelle: Chainalysis

Ransomware-Angriffe als Gewinntreiber

Insgesamt sind nicht alle Unterkategorien illegaler Aktivitäten mit Bitcoin und Co. rückläufig: Ransomware-Attacken verbleiben bisher als fruchtender Geldtreiber für Krypto-Kriminelle im Jahr 2023. Bei dieser Art von Betrug handelt es sich um Schadprogramme oder Erpressungssoftware, die den Zugriff auf Daten oder Systeme einschränken.

Bis Ende Juni wurden laut Chainalysis bereits mindestens 449,1 Millionen US-Dollar über Ransomware-Attacken erpresst. Bei einem gleichbleibenden Trend entspreche dies insgesamt im Jahr 2023 898,6 Millionen US-Dollar – und damit nach 2021 (939,9 Millionen Dollar) das Jahr mit der höchsten Ransomware-Schadenssumme.

Quelle: Chainalysis

Letztes Jahr waren illegale Aktivitäten im Kryptobereich insbesondere von Verstoßen gegen Sanktionen geprägt. Insgesamt haben sich dadurch illegale Aktivitäten im Kryptosektor im Vergleich zum Jahr 2021 verdoppelt.

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