Unnötige Panik? 

“Der KI-Abverkauf nähert sich seinem Ende”

Andere warnen vor dem Platzen der KI-Blase, aber Tom Lee prognostiziert eine baldige Erholung bei Nvidia und Co. Das sind die Gründe des Krypto-Experten.

Tobias Zander
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Tom Lee und KI-Aktiensymbole

Beitragsbild: KI-Fotomontage

| Der Bitmine-Chairman Tom Lee sieht eine Chance bei KI-Aktien

Trotz empfindlicher Kursverluste bei KI-Aktien stuft Tom Lee die jüngste Marktkorrektur nicht als Beginn eines langanhaltenden Abschwungs ein. Vielmehr deutet der Krypto-Experte, dessen Ethereum-Treasury-Firma Bitmine mittlerweile fast 5 Prozent aller ETH hält, die aktuelle Skepsis als wichtiges Korrektiv für den gesamten Sektor. “Der Grund, warum ich sage, dass KI-Bedenken eine Blase verhindern, ist, dass wir weiterhin erstaunliche Entdeckungen durch KI sehen”, meint Lee gegenüber CNBC. Die Zurückhaltung der Kreditmärkte verhindere einen außer Kontrolle geratenen spekulativen Boom, weshalb derzeit eine gesunde Bereinigung stattfinde.

Die Kapitalsorgen im Technologiesektor teilt Lee nicht, weil die weltweite Liquidität für den Bau neuer Infrastrukturen ausreiche. Allein die jährlichen Zinserträge privater US-Haushalte beliefen sich auf rund sieben Billionen US-Dollar, was die langfristige Finanzierung absichere. Der Bitmine-Chaiman zieht außerdem historische Vergleiche zur Entstehung des mobilen Kommunikationsnetzes sowie des Straßenbaus, die jeweils Investitionen im Umfang von rund 25 Billionen US-Dollar erforderten. Heute sei der Ausbau von KI-Technologien ebenso fundamental. Allerdings will die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) ab 2027 “systemische Risiken” durch KI und Tokenisierung prüfen.

Keine Angst vor den Magnificent Seven

Auf die Frage, ob er den aktuellen Rücksetzer bereits kaufen würde, antwortet Tom Lee entschlossen: “Ja, ich denke, wir befinden uns in den Endstadien des KI-Ausverkaufs.” Das Eingehen von Short-Positionen gegen Technologiewerte sei inzwischen zum einhelligen Konsens geworden. Zudem lasse der Druck an den Zinsmärkten nach, da die Renditen wieder unter fünf Prozent gefallen seien. Zur geldpolitischen Lage erklärt Lee darüber hinaus, dass die restriktive Geldpolitik der Federal Reserve bald eine Lockerung erfahren könnte.

Bei Nvidia und anderen Vertretern der “Magnificent Seven” erwartet Lee zwar eine zeitnahe Bodenbildung, aber sein eigenes Kapital setzt er auf andere Bereiche: “Ich mag hier die Software und ich mag Krypto.” Den gesamten zyklischen Trade stuft er als extrem bullisch ein und vergleicht das Setup mit einer “gespannten Feder”, gestützt auf intakte Fundamentaldaten.

Ähnlich wie bei Cisco im Jahr 1997, als die Aktie nach Zinssorgen erst um 50 Prozent einbrach und sich binnen eines Jahres mehr als verdreifachte, stehe auch der aktuelle KI-Zyklus erst im dritten Jahr und damit ganz am Anfang. Seine Lieblings-Kryptowährung Ethereum hatte es zuletzt aber nicht leicht: Im Moment des Schreibens notiert der ETH-Kurs bei 2.330 US-Dollar, rund 13 Prozent unter dem Vormonatsniveau.

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