Der Internationale Währungsfonds hat Brasilien in seinem Financial System Stability Assessment vom 28. Juli attestiert, einen der am schnellst wachsenden Krypto-Märkte der Welt zu betreiben. Seit 2017 ist der Markt für Krypto-Assets in Brasilien stark gewachsen, vor allem US-Dollar-gebundene Stablecoins spielen dabei eine zentrale Rolle. Die grenzüberschreitenden Krypto-Geldflüsse wachsen dabei bereits schneller als traditionelle Kapitalströme.
Besonders alarmierend für den IWF: Stablecoin-Käufe reagieren zwei- bis dreimal stärker auf globale wirtschaftliche Schocks als klassische Kapitalflüsse. Das bedeutet, in Krisenzeiten könnte Kapital schneller und unkontrollierter aus dem Land fließen als bisher. Der IWF beschreibt den brasilianischen Krypto-Markt als “groß, schnell wachsend und zunehmend mit dem traditionellen Finanzsystem verflochten”.
Regulierung hinkt hinterher
Die brasilianische Zentralbank Banco Central do Brasil hat bereits erste Schritte unternommen. Im April 2026 veröffentlichte sie die Resolution BCB Nr. 561, die elektronischen Devisendienstleistern verbietet, digitale Assets für bestimmte internationale Zahlungen zu nutzen. Statt über Stablecoins müssen solche Transaktionen über klassische Devisengeschäfte abgewickelt werden.
Lücken bestehen laut IWF dennoch: Kundenvermögensschutz, Stablecoin-Emissionsregeln und AML/CFT-Compliance seien unzureichend geregelt. Der IWF fordert eine engere Überwachung und einen klareren Regulierungsrahmen, bevor die Verflechtung mit dem traditionellen Finanzsystem weiter zunimmt.
Brasilien ist kein Einzelfall. Der BIS warnte bereits in einer früheren Studie, dass Stablecoins Kapitalkontrollen in Schwellenländern leichter umgehen können als klassische Bankeinlagen.
