Russland wirft dem Telegram-Gründer und Mitgründer des Telegram Open Network, Pavel Durov, Beihilfe zu terroristischen Aktivitäten vor und lässt jetzt international nach ihm fahnden. Der russische Geheimdienst FSB beschuldigt den Messenger-Dienst sich geweigert zu haben, bestimmte Kanäle und Bots zu löschen.
FSB erhebt schwere Vorwürfe
Der Konflikt zwischen Durov und der russischen Regierung hält dabei bereits seit mehr als einem Jahrzehnt an. Schon vor seinem Weggang aus Russland widersetzte sich der Unternehmer staatlichen Forderungen nach Nutzerdaten und der Sperrung oppositioneller Gruppen. 2018 versuchten sie schließlich Telegram landesweit zu blockieren, nachdem das Unternehmen die Offenlegung verschlüsselter Daten abgelehnt hatte.
Dass sie ihn jetzt international zur Fahndung ausgeschrieben haben, begründet Russland mit dem nicht entfernen von Angeboten des ukrainischen Geheimdienstes und extremistischer Organisationen zur Vorbereitung von Sabotageakten und Anschlägen auf Russland und seine Infrastruktur. Aus der FSB-Mitteilung geht allerdings nicht hervor, ob sie auch eine Red Notice bei Interpol beantragt oder erhalten haben. Damit bleibt offen, welche unmittelbaren Folgen die Fahndung für Durov außerhalb seines Heimatlandes hat. In der Vergangenheit lehnten westliche Staaten russische Fahndungs- und Auslieferungsersuche jedoch immer wieder ab, wenn sie einen politischen Hintergrund vermuteten.
Telegram sieht politischen Angriff
Bereits im Februar wurde bekannt, dass Russland gegen den Telegram-Gründer wegen Beihilfe zum Terrorismus ermittelt. Der Unternehmer bezeichnete das Verfahren damals als Vorwand, um den „Zugang zu Telegram einzuschränken“ und „die Rechte auf Privatsphäre auszuhöhlen.“
Auf die neue Fahndung reagierte der Messenger-Dienst lediglich mit einem provokanten Bild Durovs auf X. Eine ausführliche Stellungnahme zu den konkreten Vorwürfen veröffentlichte Telegram bislang nicht.
