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Not your keys... Irischer Drogendealer verliert Bitcoin im Wert von 53,2 Millionen Euro

Wer seine Private Keys für Tausende von Bitcoin auf einem Blatt Papier lagert, tut gut daran, letzteres wie seinen Augapfel zu hüten. Im Fall eines verhafteten irischen Drogendealers ist der Worst Case – der Verlust des Blatts – eingetreten. Bleibt die Frage, wer sich mehr über die verschwundenen Bitcoin ärgert, der Dealer oder die Strafverfolgungsbehörden?

Anton Livshits
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Beitragsbild: Shutterstock

Clifton Collins war ein Hodler der ersten Stunde. Schon frühzeitig von der künftigen Kryptowährung Nr. 1 überzeugt, erwarb der Ire zwischen 2011 und 2017 mehr als 6.000 Bitcoin. Clifton Collins war jedoch ebenfalls ein Drogendealer. Auch das Geld für den Kauf seiner Bitcoin verdiente er so mit dem Anbau und Verkauf von Cannabis. Nachdem die irische Polizei den zwischenzeitlich zum Krypto-Millionär aufgeschwungenen Collins 2017 dingfest machte, wollte sie deshalb auch an sein digitales Vermögen. Die Private Keys zu den Bitcoin mit einem heutigen Wert von 53,2 Millionen Euro sind jedoch unwiderruflich verschollen.

Private Keys im Angelkoffer

Nach Angaben der Irish Times traf Collins im Jahr 2017 den Entschluss, sein Krypto-Vermögen gegen Hacker abzusichern. Während er seine 6.000 Bitcoin zuvor in einer einzigen Wallet gelagert hatte, verteilte er sie nun in Paketen zu jeweils 500 BTC auf zwölf Accounts. Dabei hielt er es für eine gute Idee, die Schlüssel in Form einer Paper Wallet aufzubewahren. Dafür druckte er alle zwölf Keys auf ein einziges Blatt Papier, das er dann im Koffer für seine Angelrute versteckte.

Im selben Jahr entdeckten Polizisten jedoch während einer Verkehrskontrolle in Collins Auto Cannabis im Wert von 2.000 Euro. Nachdem die anschließende Hausdurchsuchung größere Mengen der verbotenen Pflanze zu Tage förderte, wanderte Collins für fünf Jahre hinter Gitter. Im Verlauf der Ermittlungen stießen die Behörden auch auf das Bitcoin-Vermögen des überführten Drogendealers. Sie konfiszierten die zwölf Wallets, ohne sich des Inhalts bemächtigen zu können. Denn der Koffer mit Private Keys und Angelrute war zu diesem Zeitpunkt bereits verschwunden.

Verlust der Bitcoin als „Strafe für eigene Dummheit“

Nachdem Collins hinter Gitter wanderte, ließ sein Vermieter dessen Haus ausräumen. Ein großer Teil der Besitztümer des Drogendealers wanderte dabei auf eine Mülldeponie. Tatsächlich sollen dortige Arbeiter gegenüber der Polizei später bestätigt haben, dass auch ein Angelkoffer gesehen worden sei. Die Deponie schickt ihren Müll aber zum Verbrennen nach China und Deutschland. Von der Angelrute fehlt seitdem jede Spur.

Folglich entschieden die Ermittler Collins in Sachen verschwundene Keys zu glauben. Verschiedene Zeugen, die Collins beim Aufteilen der Bitcoin halfen oder später bei der Hausräumung dabei waren, bestätigten ebenfalls seine Version der Geschichte. Collins selbst sieht die Sache mittlerweile indessen gelassen. Den Verlust der Bitcoin bezeichnete er nach Angaben der Polizei als „Strafe für seine eigene Dummheit“.

Im Übrigen gelang es den irischen Behörden zumindest, sich Zugang zu einer kleineren Wallet des Drogendealers mit Bitcoin im Wert von 1,5 Millionen Euro zu verschaffen. Das für derartige Fälle zuständige Criminal Asset Bureau hofft, dass der technologische Fortschritt ihnen eines Tages den Weg zu Collins übrigen Bitcoin ebnen wird. Bei der konfiszierten Summe von 53,2 Millionen Euro handelt es sich schließlich um die größte in der Geschichte dieser Behörde.

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